decken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungde-cken
Wortbildung mit ›decken‹ als Erstglied: ↗Deckadresse · ↗Deckbett · ↗Deckblatt · ↗Deckerlaubnis · ↗Deckfarbe · ↗Deckfeder · ↗Deckfrucht · ↗Deckgewebe · ↗Deckglas · ↗Deckhaar · ↗Deckhengst · ↗Deckkraft · ↗Deckmantel · ↗Deckname · ↗Decknummer · ↗Deckplatte · ↗Deckreisig · ↗Deckschicht · ↗Deckstation · ↗Deckstein · ↗Deckstroh · ↗Deckung · ↗Deckwerk · ↗deckfähig
 ·  mit ›decken‹ als Letztglied: ↗abdecken · ↗aufdecken · ↗bedecken · ↗eindecken · ↗umdecken · ↗verdecken · ↗zudecken · ↗überdecken
 ·  mit ›decken‹ als Grundform: ↗Gedeck · ↗entdecken · ↗gedeckt
 ·  formal verwandt mit: ↗schiefergedeckt · ↗schilfgedeckt · ↗schindelgedeckt · ↗strohgedeckt · ↗weißgedeckt · ↗wellblechgedeckt · ↗ziegelgedeckt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. auf etw. legen, über etw. breiten
Beispiele:
das Dach mit Ziegeln, Schiefer decken
eine mit Stroh gedeckte Hütte
das Haus decken
den Tisch decken (= alles Zubehör für eine Mahlzeit auflegen)
der Tisch war reich gedeckt
am gedeckten Tisch sitzen
für den Hauptgang decken
im Esszimmer wird schon gedeckt
es war nur für zwei Personen gedeckt
ein gedeckter (= geschlossener, überdachter) Waggon, Treppenaufgang
gehoben etw. deckt etw.etw. breitet sich über etw.
Beispiele:
ein Teppich deckt den Boden
Schnee deckt die Flur
gehoben, verhüllend die (kühle) Erde deckt jmdn. (= jmd. ist tot)
gehoben, verhüllend ihn deckt schon längst der kühle Rasen
die Farbe deckt (gut) (= bildet eine undurchsichtige Schicht über dem Untergrund)
2.
die Nachfrage befriedigen, genügend Waren bereitstellen
Beispiele:
den Bedarf der Bevölkerung decken
die Versorgung aus eigenem Aufkommen decken
die Nachfrage konnte voll gedeckt werden
bildlich
Beispiel:
salopp mein Bedarf war gedeckt (= mir reichte es, ich hatte genug davon)
3.
Beispiel:
der Hengst deckt (= begattet) die Stute
4.
etw., jmdn., sich schützen
Beispiele:
Militär Artillerie, dichter Wald deckte den Rückzug
Militär gegen Sicht gedeckt
Militär ein gedeckter Weg
Militär eine gedeckte Stellung
Militär sich decken (= Schutz suchen, in Deckung gehen)
jmdn. mit seinem Leib decken
die dunkle Nacht deckte den Verbrecher
Schach der Bauer ist durch den Läufer gedeckt
bildlich
Beispiel:
jmdm. den Rücken decken (= zu jmdm. stehen)
etw. zu verbergen helfen, jmdm., einer Sache Vorschub leisten
Beispiele:
jmds. Flucht, Lügen decken
Glauben Sie, daß diese Männer sich dazu hergegeben haben, mit ihrem gewichtigen Namen Fälschungen zu decken [Feuchtw.CapetII 5]
5.
Ballspiel
Beispiel:
den gegnerischen Spieler decken (= bewachen)
6.
Bankwesen
a)
Beispiel:
das Darlehen wird durch eine Hypothek gedeckt (= die Hypothek bildet die Sicherheit für das Darlehen)
b)
für etw. aufkommen
Beispiele:
einen Wechsel decken
ein Manko, Defizit decken
der Schaden wurde durch eine Versicherung gedeckt
dieser Preis deckt die (Selbst)kosten nicht (= er ist kleiner als die Kosten)
der Scheck ist nicht gedeckt (= es ist kein entsprechender Geldwert auf dem Konto)
Hunderttausend Franken neue Schulden kann man nicht durch Sparsamkeit und nicht durch literarische Arbeit decken [St. ZweigBalzac370]
7.
sich deckengleich sein, völlig miteinander übereinstimmen, gedanklich oder formal zusammenfallen
Beispiele:
die beiden Begriffe decken sich nicht
seine Interessen decken sich mit denen seines Freundes
Mathematik die beiden Dreiecke decken sich
Was Onkel Prosper sagte ... deckte sich zum Teil mit dem, was Maurice ihr erklärt hatte [Feuchtw.Simone265]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

decken · gedackt · Decke · Deckel · Gedeck · Abdecker · Abdeckerei
decken Vb. ‘auf etw. legen, über etw. breiten, schützen, verbergen’, in der Kaufmannssprache ‘finanziell aufkommen, absichern’, ahd. thecken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. decken, nl. dekken, afries. thekka, aengl. þeccan ‘decken’, engl. to thatch ‘mit Stroh decken’, anord. þekja, schwed. täcka (germ. *þakjan) führen mit den unter ↗Dach (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’. Das alte Part. Prät. (mit Rückumlaut) mhd. gedact ‘gedeckt’ bewahrt der Orgelbau in nhd. gedackt Part.adj. ‘bedeckt, mit einem Deckel versehen’ (von Orgelpfeifen, zur Beeinflussung der Tonhöhe). Decke f. ‘gewebtes oder wollenes Tuch zum Aus-, Überbreiten, oberer Abschluß eines Raumes, Auflage, Belag’, ahd. theckī (8. Jh.), mhd. decke. Deckel m. ‘oberer Verschluß eines Gefäßes’, vom Verb abgeleitete Gerätebezeichnung mit el-Suffix (15. Jh.). Gedeck n. ‘Eß- und Trinkgerät für eine Person’ (18. Jh., für frz. couvert), ‘feste Speisenfolge’ (1. Hälfte 20. Jh.); vgl. ahd. githeckī ‘Dach, Schirm, Schutz’ (9. Jh.), mhd. gedecke ‘(Bett)decke’. Abdecker m. ‘wer Tierleichen verwertet’ (1. Hälfte 16. Jh.), zu frühnhd. abdecken ‘ein verendetes Tier aus der Decke (Fell) schlagen, ihm die Haut abziehen’, für älteres ↗Schinder (s. d.); Abdeckerei f. ‘Arbeitsstätte und Gewerbe des Abdeckers’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) decken · ↗zusammenpassen · ↗übereinstimmen
Synonymgruppe
(sich) decken · ↗konsistent (sein) · zusammen auftreten · ↗zusammenfallen · ↗zusammentreffen · ↗übereinstimmen  ●  ↗koinzidieren  fachspr.
Synonymgruppe
decken · ↗einhüllen  ●  decken  ugs. · ↗einhüllen  ugs. · ↗einmummeln  ugs. · ↗immunisieren  geh. · ↗panzern  ugs. · ↗schützen  ugs.
Sport
Synonymgruppe
abschirmen · ↗beschatten · decken
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgabe Aussage Bedarf Bedürfnis Betriebskosten Dach Defizit Drittel Einnahme Energiebedarf Etat Finanzbedarf Hälfte Import Kapitalbedarf Kosten Mantel Meinungsfreiheit Nachfrage Nachholbedarf Strombedarf Tafel Tisch Unkosten ab abdecken aufdecken eindecken weitgehend zudecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›decken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Entgegen aller Erwartungen konnte nämlich die Ölproduktion im vergangenen Jahr die weltweite Nachfrage nicht decken.
Der Tagesspiegel, 19.01.2003
Dieser Bedarf lasse sich nicht mehr allein durch Männer decken.
Süddeutsche Zeitung, 01.10.2002
Überall unter ihren Füßen ist dann der Tisch für sie gedeckt.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 138
Ich decke sie natürlich, aber sie ist nicht von mir.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 30.08.1929. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 16207
Über den Inhalt des Wagens war eine große Plane gedeckt.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 22065
Zitationshilfe
„decken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/decken>, abgerufen am 17.10.2019.

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