degradieren

GrammatikVerb · degradiert, degradierte, hat degradiert
Aussprache
Worttrennungde-gra-die-ren
HerkunftLatein
Wortzerlegungde-gradieren
Wortbildung mit ›degradieren‹ als Erstglied: ↗Degradierung  ·  mit ›degradieren‹ als Grundform: ↗Degradation
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. in seinem Rang herabsetzen
Beispiele:
der Offizier wurde zum Unteroffizier degradiert
ein degradierter Beamter
jmdn. zum Pferdejungen degradieren
Ich degradiere dich zum Soldaten zweiter Klasse [RemarqueSchwarzer Obelisk312]
etw. herabwürdigen
Beispiele:
das Theater wurde zum Provinztheater degradiert
nachdem die Welt seine Musik zum Alltäglichen […] und Abgeleierten degradiert hatte [WerfelVerdi49]
Religion einen Kleriker als Strafe aus dem geistlichen Amt ausstoßen
2.
Landwirtschaft den Wert des Bodens durch mangelhafte Bewirtschaftung mindern, durch bodenbildende Faktoren verändern
Beispiele:
den Boden durch Kahlschlag degradieren
degradierte Schwarzerde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

degradieren · Degradierung
degradieren Vb. ‘in Stand und Geltung herabsetzen’, mhd. degradieren, entlehnt aus gleichbed. spätlat. dēgradāre (zu lat. gradus ‘Schritt, Stufe, Rang’; s. ↗Grad). Im Sinne einer militärischen Maßregelung ‘im Rang erniedrigen’ wohl beeinflußt von frz. dégrader. Degradierung f. (um 1500).

Thesaurus

Biochemie
Synonymgruppe
abbauen · ↗verstoffwechseln  ●  degradieren  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›degradieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›degradieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›degradieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man Literatur liebt, fühlt man sich damit leicht degradiert.
Der Tagesspiegel, 31.08.2004
Und die Frauen sind nicht selten dazu degradiert, gebumst zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 31.05.2001
Wir wollen es gewiß nicht degradieren, aber an seinen Platz verweisen.
Gesundheit und Erziehung, 1932, Nr. 2, Bd. 45
Man ließ sich nicht morgen zu einer Art gehobenem Wachmann degradieren!
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 250
Außerdem hatte er Angst, für eine solche Tat erschossen, zumindest degradiert zu werden.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 239
Zitationshilfe
„degradieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/degradieren>, abgerufen am 09.04.2020.

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