dehnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdeh-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›dehnen‹ als Erstglied: ↗Dehnfuge · ↗Dehnübung · ↗dehnbar
 ·  mit ›dehnen‹ als Letztglied: ↗ausdehnen · ↗hinausdehnen · ↗zerdehnen · ↗überdehnen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in die Breite, Länge ziehen
Beispiele:
Gummi, Stoff dehnen
das Gestrickte lässt sich dehnen
er sagte gedehnt (= langsam), dass ...
etw. strecken, ausstrecken
Beispiele:
er dehnte und reckte die Glieder, Arme
Ich mußte mir bei dem Schrecken des Alarms etwas an der Brust gedehnt (= verzerrt) haben [RennKrieg315]
übertragen
Beispiel:
das Recht dehnen (= es so anwenden, wie es einem passt)
2.
sich dehnen
a)
weiter, länger, größer werden
Beispiele:
die Handschuhe dehnen sich mit der Zeit
Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus [SchillerGlocke]
sich in die Länge ziehen
Beispiel:
die Stunden dehnen sich
sich strecken, ausstrecken
Beispiele:
sich in der Sonne, gähnend, wohlig dehnen
sich dehnen und recken
jmds. Brust dehnt (= weitet) sich
das Schweigen dehnt sich
die Besprechung dehnt sich in die Länge
der Weg dehnt sich (in die Länge)
b)
sich ausbreiten, erstrecken
Beispiele:
die Wiesen dehnten sich weithin
eine fruchtbare Ebene dehnte sich vor seinen Augen
die Äcker dehnten sich kahl [Wasserm.Gänsemännchen194]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dehnen · Dehnung · dehnbar
dehnen Vb. ‘strecken, spannen, erstrecken’, ahd. then(n)en (8. Jh.), mhd. den(n)en, asächs. thennian, mnd. dennen, dēnen, mnl. denen, aengl. þennan, þenian ‘strecken, spannen’, anord. þenja ‘ausdehnen, spannen’, schwed. tänja ‘dehnen, ausdehnen’, got. ufþanjan ‘sich ausdehnen, ausstrecken’ (germ. *þanjan) gehören mit griech. té͞inein (τείνειν) ‘strecken, dehnen’, lat. tendere ‘spannen’ und aind. tanṓti ‘dehnt, spannt, erstreckt sich, dauert’ zur Wurzel ie. *ten- ‘dehnen, ziehen, spannen’. Dehnung f. ‘das Dehnen, Gedehntwerden, -sein’ (16. Jh.). dehnbar Adj. ‘so beschaffen, daß es gedehnt werden kann’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufweiten · ↗ausdehnen · ↗ausweiten · breiter machen · dehnen · ↗erweitern · ↗expandieren · ↗extendieren · ↗spreizen · ↗vergrößern · ↗weiten  ●  ↗ausleiern  ugs.
Synonymgruppe
ausstrecken · dehnen · ↗recken · ↗rekeln · ↗strecken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brustkorb Erdkruste Ewigkeit Gummi Gummiband Innenband Länge Muskel Muskulatur Sehne Sehnen Silbe Unendliche Vokal aus ausdehnen biegen dehnen endlos hindehnen komprimieren kräftigen krümmen raffen recken ringsum stauchen strecken verzerren zusammenziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dehnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jedes der 16 Lieder dehnt sich, und die ganze Platte dehnt sich.
Die Welt, 01.09.2005
Schöne Zeit verrinnt viel zu schnell, unangenehme Situationen dehnen sich entsetzlich.
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2001
Besonders die Länge des Nachmittags dehnte sich von Mal zu Mal schlimmer.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 130
Diese wellenförmige Bewegung sollte sich durch den gesamten Leib fortsetzen und ihn dehnen.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 166
Zwinge sie nicht auseinander, sonst wird dein Damm unnötig gedehnt.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 72
Zitationshilfe
„dehnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dehnen>, abgerufen am 17.10.2019.

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