deichseln

GrammatikVerb
Worttrennungdeich-seln
Wortbildung mit ›deichseln‹ als Letztglied: ↗hindeichseln
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, scherzhaft etw. durch Geschick zustande bringen
Beispiele:
ich werde das schon deichseln
die Sache lässt sich deichseln
das hat er großartig, schlau, mit Eleganz gedeichselt
wir müssen es das nächste Mal auf gescheitere Art deichseln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Deichsel · deichseln
Deichsel f. Zug- und Lenkvorrichtung an von Zugtieren gezogenen Fahrzeugen, ‘Zugstange’. Ahd. thīhsala (10. Jh.), mhd. dīhsel, asächs. thīsla, mnd. dīsle, mnl. diesel, nl. dissel, aengl. þīsl, þīsle, anord. þīsl zeigen Dehnung des Stammvokals nach Nasalausfall. Vorauszusetzendes germ. *þihsl-, älter *þinhsl-, *þenhsl- verbindet sich mit lat. tēmo ‘Deichsel’ (wenn aus *tenksmō), russ. tjága (тяга) ‘Zug, Luftzug, Zugkraft, Drang’, (älter) túžit’ (тужить) ‘anspannen’, tugój (тугой) ‘straff, fest, stark, schwer’ und wird mit awest. θang- ‘(den Wagen) ziehen’ (von Pferden), ‘lenken, (den Bogen) spannen’ über eine Gutturalerweiterung ie. *tengh- bzw. (für das Iran.) ie. *thengh- ‘ziehen, dehnen, spannen’, auch ‘schwer’, auf die Wurzel ie. *ten- (s. ↗dehnen) zurückgeführt. deichseln Vb. einen Wagen ‘mit einer Deichsel versehen’ (15. Jh.); in neuerer Sprache bildlich ‘geschickt durchführen, Schwierigkeiten meistern’ (19. Jh.), eigentlich ‘mit der Deichsel einlenken, einrichten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) deichseln · ↗(etwas) hinbiegen

Verwendungsbeispiele für ›deichseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die haben es doch so gedeichselt, daß es gar keinen Zweck hat, sich einem Risiko auszusetzen.
Die Zeit, 19.04.1968, Nr. 16
Er sei aber zuversichtlich, die Sache so deichseln zu können, daß er nur drei Jahre absitzen müßte.
konkret, 1982
Einen Firmenzusammenschluss hat er gedeichselt, und wenn er weiter so erfolgreich ist, macht ihn die Anwaltskanzlei vielleicht bald zum Partner.
Süddeutsche Zeitung, 07.09.2001
Zufälle sind der beste Anknüpfungspunkt - mit einem gut konstruierten Zufall läßt sich alles deichseln!
Engelhardt, Wilhelm: Kleiner Knigge für heimkehrende Sieger nebst kurzer Instruktion über die Heimat. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 20712
Ihm wird vorgeworfen, über die Firma seiner Frau einträgliche Nebengeschäfte mit dem Mitteldeutschen Rundfunk gedeichselt zu haben.
Bild, 28.11.2000
Zitationshilfe
„deichseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/deichseln>, abgerufen am 01.04.2020.

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