Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

delegieren

Grammatik Verb · delegiert, delegierte, hat delegiert
Aussprache 
Worttrennung de-le-gie-ren
Häufige Falschschreibung deligieren
Wortbildung  mit ›delegieren‹ als Erstglied: Delegation · Delegierung
Herkunft aus dēlēgārelat ‘verweisen, überweisen, beauftragen’, eigentlich ‘eine gesetzliche Verfügung treffen’ < lēxlat ‘Gesetz, Regel, Vorschrift’
eWDG

Bedeutung

jmdn. zu etw. abordnen
siehe auch Delegierte
Beispiele:
jmdn. zu einer Konferenz, zum Studium, in ein Komitee, in einen anderen Betrieb delegieren
eine große Anzahl Jugendlicher ist zum Parlament delegiert worden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

delegieren · Delegierter · Delegation
delegieren Vb. ‘abordnen, übertragen’, entlehnt im 16. Jh. aus lat. dēlēgāre ‘verweisen, überweisen, beauftragen’, das mit seinem Grundwort lēgāre eigentlich ‘eine gesetzliche Verfügung treffen’, daher ‘testamentarisch verfügen, vermachen’, dann auch (nach abgeleitetem lēgātus ‘Gesandter’) ‘als Gesandten entsenden’, zu lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz, Regel, Vorschrift’ gehört (s. Legat1 m. und Legat2 n.). Delegierter m. ‘zur Teilnahme an einer Konferenz, Tagung Abgeordneter, zur Führung von Verhandlungen Abgesandter’ (17. Jh.). Delegation f. ‘Übertragung von Befugnissen’ (16. Jh.), ‘Institution mit bestimmten Vollmachten’ (18. Jh.), ‘abgeordnete Personengruppe’ (19. Jh.), lat. dēlēgātio (Genitiv dēlēgātiōnis) ‘Zahlungsanweisung’, spätlat. ‘Beauftragung, Vollmacht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(an einen Ort) schicken · (irgendwohin) beordern · (jemanden) abstellen (zu) · abordnen · delegieren · deputieren · entsenden  ●  abkommandieren  auch figurativ, militärisch · aussenden  geh.
Assoziationen
  • die Stelle wechseln lassen · einen anderen Posten geben · versetzen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›delegieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›delegieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›delegieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Politische Entscheidungen kann man auch nicht an die Wissenschaft delegieren. [Die Zeit, 11.02.2013, Nr. 06]
Schließlich sollte festgelegt werden, an wen die Dinge delegiert werden. [Die Zeit, 03.09.2012, Nr. 36]
Ist es nur ein rhetorischer Trick, um die persönliche Verantwortung an das System zu delegieren? [Die Zeit, 21.07.2005, Nr. 30]
Die Deutschen sollten anfangen, sich ihre Freiheit zu nehmen, sie nicht mehr zu delegieren. [Die Zeit, 11.08.1967, Nr. 32]
Wenn ein Beamter nicht länger zu halten war, delegierte man ihn nach Brüssel. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 350]
Zitationshilfe
„delegieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/delegieren>.

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