demütig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung de-mü-tig
Wortzerlegung Demut -ig
eWDG

Bedeutung

gehoben von Demut erfüllt
Beispiele:
eine demütige Bitte
demütige Gebärden
an jmdn. einen demütigen Brief richten
demütig grüßen, bitten, lächeln
demütig den Kopf neigen
sich demütig bedanken
jetzt muß er wieder … demütig die Seinen um Hilfe anflehen [ St. ZweigBalzac219]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demut · demütig · demütigen
Demut f. ‘Bescheidenheit, Bereitschaft zum Dienen’, ahd. thiomuotī (um 800), mhd. diemuot ist eine Abstraktbildung zu ahd. thiomuoti Adj. ‘dienstwillig’, das in seinem ersten Kompositionsglied germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’ (vgl. got. þius ‘Knecht’) enthält (s. dienen); ahd. -muoti ‘gesinnt’, nur in Komposita bezeugt, ist Ableitung von muot (s. Mut). Subst. und Adj. können im Ahd. entsprechend der Bedeutung von dienen und Dienst, die sich auf die Treue zum Gefolgsherrn beziehen, ursprünglich die ergebene Gesinnung des Gefolgsmannes bezeichnet haben, bevor sie den christlichen Begriff kirchenlat. humilitās ‘Niedrigkeit, Bescheidenheit’ wiedergeben. In dieser Bedeutung ist Demut ein Wort der ältesten Kirchensprache, das sich vom Obd. her gegen gleichbed. ahd. ōtmuotī allmählich durchsetzt, vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 23 ff. Im 12. Jh. begegnet im Obd. die hd. Lautform demut (neben die-), die nach Norden vordringt (vgl. mnd. dēmōt, 15. Jh., woraus nl. deemoed) und sich am ehesten aus der lautlichen und semantischen Undurchsichtigkeit des ersten Kompositionsgliedes erklären läßt. demütig Adj. ‘von Demut erfüllt, ergeben’, ahd. thiemuotīg (um 1000), mhd. diemüetec, mnd. dēmȫdich. demütigen Vb. ‘demütig machen, erniedrigen, herabsetzen’, mhd. diemüetigen (12. Jh.), mnd. dēmȫdigen; vgl. ahd. thiomuoten ‘demütigen’ (9. Jh.), thiomuotēn ‘demütig werden’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
demutsvoll · demütig · ergeben · voller Demut

Typische Verbindungen zu ›demütig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demütig‹.

Verwendungsbeispiele für ›demütig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schaut zu seinem Herrn auf, demütig, hilflos, wütend, hoffnungsvoll. [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 242]
So gefährlich er auch aussah, so demütig winselte er in die Kamera, dass er sein neuestes Video gerne korrigieren werde. [Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52]
In einer der bewegendsten Szenen des Films sieht man nur, wie Reis angebaut wird, liebevoll, mühselig, demütig. [Die Zeit, 10.09.1998, Nr. 38]
Einzugestehen, dass die eigene Kraft nicht mehr reicht, das ist demütig. [Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08]
Ich denke, das ist derzeit für uns alle ein Prozess, in dem wir lernen, künftig etwas demütiger zu sein. [Die Zeit, 20.10.2008, Nr. 42]
Zitationshilfe
„demütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dem%C3%BCtig>.

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