Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

demütigen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung de-mü-ti-gen
GrundformDemut
Wortbildung  mit ›demütigen‹ als Erstglied: Demütigung
eWDG

Bedeutung

jmdn., sich erniedrigen, herabsetzen
Beispiele:
jmdn. durch eine Bemerkung, Ablehnung (auf tiefste) demütigen
jmds. Stolz demütigen
er war durch die Worte des Vorgesetzten gedemütigt
sich vor jmdm. demütigen müssen
sich (sehr) gedemütigt fühlen
eine demütigende Gebärde
Die gleichgültigste Begrüßung an der Tür von seiten eines Beamten … hätte dem Gedemütigten seinen Weg erleichtert [ H. MannZeitalter352]
Die Stempelstelle war ihm so demütigend wie ein Pranger [ SeghersDie Toten6,271]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demut · demütig · demütigen
Demut f. ‘Bescheidenheit, Bereitschaft zum Dienen’, ahd. thiomuotī (um 800), mhd. diemuot ist eine Abstraktbildung zu ahd. thiomuoti Adj. ‘dienstwillig’, das in seinem ersten Kompositionsglied germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’ (vgl. got. þius ‘Knecht’) enthält (s. dienen); ahd. -muoti ‘gesinnt’, nur in Komposita bezeugt, ist Ableitung von muot (s. Mut). Subst. und Adj. können im Ahd. entsprechend der Bedeutung von dienen und Dienst, die sich auf die Treue zum Gefolgsherrn beziehen, ursprünglich die ergebene Gesinnung des Gefolgsmannes bezeichnet haben, bevor sie den christlichen Begriff kirchenlat. humilitās ‘Niedrigkeit, Bescheidenheit’ wiedergeben. In dieser Bedeutung ist Demut ein Wort der ältesten Kirchensprache, das sich vom Obd. her gegen gleichbed. ahd. ōtmuotī allmählich durchsetzt, vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 23 ff. Im 12. Jh. begegnet im Obd. die hd. Lautform demut (neben die-), die nach Norden vordringt (vgl. mnd. dēmōt, 15. Jh., woraus nl. deemoed) und sich am ehesten aus der lautlichen und semantischen Undurchsichtigkeit des ersten Kompositionsgliedes erklären läßt. demütig Adj. ‘von Demut erfüllt, ergeben’, ahd. thiemuotīg (um 1000), mhd. diemüetec, mnd. dēmȫdich. demütigen Vb. ‘demütig machen, erniedrigen, herabsetzen’, mhd. diemüetigen (12. Jh.), mnd. dēmȫdigen; vgl. ahd. thiomuoten ‘demütigen’ (9. Jh.), thiomuotēn ‘demütig werden’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›demütigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demütigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›demütigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist nicht unsere Absicht, das deutsche Volk zu demütigen. [o. A.: 1945. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 17644]
Daß er von seiner Frau abhängig ist, demütigt ihn zutiefst. [konkret, 1984]
Ein deutsches Team auf dem Weg nach oben demütigte zum Teil ein australisches Team auf dem Weg nach unten. [Die Zeit, 14.06.2010 (online)]
Bond hatte mich seit Monaten gedemütigt, und schließlich hatte ich ihn da, wo ich ihn haben wollte. [Die Zeit, 22.11.2006 (online)]
Sie würden sich durch solche Fotos gedemütigt fühlen, hieß es. [Die Zeit, 09.12.2004, Nr. 51]
Zitationshilfe
„demütigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dem%C3%BCtigen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
demütig
demzufolge
demutvoll
demutsvoll
demsig
den
den Anschluss verpassen
den Arsch hochbekommen
den Arsch hochkriegen
den Arsch offen haben