demütigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungde-mü-ti-gen (computergeneriert)
GrundformDemut
Wortbildung mit ›demütigen‹ als Erstglied: ↗Demütigung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., sich erniedrigen, herabsetzen
Beispiele:
jmdn. durch eine Bemerkung, Ablehnung (auf tiefste) demütigen
jmds. Stolz demütigen
er war durch die Worte des Vorgesetzten gedemütigt
sich vor jmdm. demütigen müssen
sich (sehr) gedemütigt fühlen
eine demütigende Gebärde
Die gleichgültigste Begrüßung an der Tür von seiten eines Beamten ... hätte dem Gedemütigten seinen Weg erleichtert [H. MannZeitalter352]
Die Stempelstelle war ihm so demütigend wie ein Pranger [SeghersDie Toten6,271]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demut · demütig · demütigen
Demut f. ‘Bescheidenheit, Bereitschaft zum Dienen’, ahd. thiomuotī (um 800), mhd. diemuot ist eine Abstraktbildung zu ahd. thiomuoti Adj. ‘dienstwillig’, das in seinem ersten Kompositionsglied germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’ (vgl. got. þius ‘Knecht’) enthält (s. ↗dienen); ahd. -muoti ‘gesinnt’, nur in Komposita bezeugt, ist Ableitung von muot (s. ↗Mut). Subst. und Adj. können im Ahd. entsprechend der Bedeutung von dienen und Dienst, die sich auf die Treue zum Gefolgsherrn beziehen, ursprünglich die ergebene Gesinnung des Gefolgsmannes bezeichnet haben, bevor sie den christlichen Begriff kirchenlat. humilitās ‘Niedrigkeit, Bescheidenheit’ wiedergeben. In dieser Bedeutung ist Demut ein Wort der ältesten Kirchensprache, das sich vom Obd. her gegen gleichbed. ahd. ōtmuotī allmählich durchsetzt, vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 23 ff. Im 12. Jh. begegnet im Obd. die hd. Lautform demut (neben die-), die nach Norden vordringt (vgl. mnd. dēmōt, 15. Jh., woraus nl. deemoed) und sich am ehesten aus der lautlichen und semantischen Undurchsichtigkeit des ersten Kompositionsgliedes erklären läßt. demütig Adj. ‘von Demut erfüllt, ergeben’, ahd. thiemuotīg (um 1000), mhd. diemüetec, mnd. dēmȫdich. demütigen Vb. ‘demütig machen, erniedrigen, herabsetzen’, mhd. diemüetigen (12. Jh.), mnd. dēmȫdigen; vgl. ahd. thiomuoten ‘demütigen’ (9. Jh.), thiomuotēn ‘demütig werden’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschämen · demütigen · ↗entehren · ↗entwürdigen · ↗erniedrigen · ↗niedermachen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

ausbeuten ausgrenzen aushungern ausplündern beleidigen berauben beschimpfen bespucken betrügen bloßstellen drangsalieren einsperren entehren entwürdigen erniedrigen foltern kränken mißhandeln peinigen prügeln quälen schikanieren schinden unterdrücken vergewaltigen verhöhnen verprügeln versklaven verspotten zermürben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demütigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wird sie beleidigen, er wird sie bezahlen und er wird versuchen, sie zu demütigen.
Die Welt, 23.01.2003
Es gehört schon eine Portion Überheblichkeit dazu, mit einem solchen Wurf den Gegner demütigen zu wollen.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.1999
Es ist nicht unsere Absicht, das deutsche Volk zu demütigen.
o. A.: 1945. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 17644
Ich fiel auf den Rücken und kam mir dabei so gedemütigt vor.
Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 33
Aber ich ging Tag für Tag in die Schule, blickte meinen elenden Lehrern ins Auge und ließ mich von ihnen demütigen.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 176
Zitationshilfe
„demütigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/demütigen>, abgerufen am 07.12.2019.

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