Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

demagogisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung de-ma-go-gisch (computergeneriert)
Wortzerlegung Demagoge -isch
Herkunft vgl. gleichbedeutend démagogiquefrz
eWDG

Bedeutung

volksverführerisch, hetzerisch
Beispiele:
demagogische Reden, Tricks, Manöver, Umtriebe
eine demagogische Politik verfolgen
in demagogischer Weise das Volk betrügen, täuschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demagoge · demagogisch
Demagoge m. ‘Volksverführer, Aufwiegler’, entlehnt Mitte des 18. Jhs. aus griech. dēmagōgós (δημαγωγός), einer Zusammensetzung aus griech. dḗmos (δῆμος) ‘Volk’ und agōgós (ἀγαγός) ‘Leiter, Führer’ (s. Pädagoge). In den griechischen Demokratien, besonders in Athen, bezeichnet das Wort zunächst einen angesehenen Leiter und Ratgeber des Volkes, seit Kleon (gest. 422 v. u. Z.) einen ‘Verführer und Hetzer’. Vorwiegend in dieser Verwendung setzt es sich in zahlreichen Sprachen durch (engl. demagogue, frz. démagogue 17. Jh.). Im Dt. wird Demagoge (oft auch Demagog) besonders als Schimpfwort während der Auseinandersetzungen mit progressiven Bewegungen des 19. Jhs. geläufig (vgl. Demagogenriecherei 1830, Demagogenjagd, -verfolgung). demagogisch Adj. ‘Demagogie treibend, aufwieglerisch’ (Ende 18. Jh.), vgl. frz. démagogique; zum Schlagwort (der Reaktion) wird die nach den Karlsbader Beschlüssen (1819) geläufige Verbindung demagogische Umtriebe. In neuerer Zeit meint demagogisch vor allem ‘mit trügerischen Versprechungen und geschickter Entstellung der Wahrheit zu täuschen suchend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
agitatorisch · demagogisch · hetzerisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›demagogisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demagogisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›demagogisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür ist – nächst den überall in der Welt entscheidenden Qualitäten des Willens – natürlich die Macht der demagogischen Rede vor allem maßgebend. [Weber, Max: Politik als Beruf. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1919], S. 426]
Daher kann sie ein zweckmäßiges Instrument demagogischen Handelns werden, unmittelbar gesellschaftlichen Kräften unterworfen. [Die Zeit, 21.06.1996, Nr. 26]
Das Wort aus Stein lenkt die Wahrnehmung der Wirklichkeit in demagogische Richtungen. [Die Zeit, 26.01.1987, Nr. 04]
Wenn man auf Massen einwirken will, muß man unbedenklich, demagogisch, völlig subjektiv und hemmungslos arbeiten. [Tucholsky, Kurt: Die zufällige Republik. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922]]
Seine Reden sind nicht mitreißend, dafür aber auch nicht demagogisch. [Die Zeit, 17.09.1965, Nr. 38]
Zitationshilfe
„demagogisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/demagogisch>.

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