demaskieren

GrammatikVerb · demaskiert, demaskierte, hat demaskiert
Aussprache
Worttrennungde-mas-kie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortzerlegungde-maskieren
Wortbildung mit ›demaskieren‹ als Erstglied: ↗Demaskierung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich demaskierenseine Maske abnehmen
Beispiele:
sich auf dem Maskenball demaskieren
Punkt 12 Uhr demaskierten sich alle
bildlich sein wahres Gesicht zeigen
Beispiele:
durch seine Rede demaskierte sich der Minister vor dem Parlament
vor dem Schauspieler dürfte er sich in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit und Zwecksucht demaskieren [Wasserm.Wahnschaffe2,391]
jmdn., etw. entlarven
Beispiele:
der Betrüger wurde demaskiert
so offenbarte sich am Schluß noch einmal in der Sprache ... das demaskiert eigentliche Wesen des Nazismus [KlempererLTI242]
2.
Militär die Tarnung entfernen
Beispiel:
das Geschütz, einen Beobachtungsstand demaskieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maske · Maskerade · maskieren · demaskieren
Maske f. ‘Gesichtslarve, Kostüm’ (17. Jh.), ‘Verkleideter’ (18. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. masque, das auf ital. maschera, obital. mascara zurückgeht. Die Herkunft des Ausdrucks ist umstritten. FEW 6, 1, 437 ff. erschließt aus zahlreichen roman. Formen ein voraufgehendes *maskaro- ‘schwarz, mit Ruß bedeckt, Ruß’ und nimmt für die ital. Formen eine frühe Bedeutung ‘mit Ruß geschwärzte Maske, mit Ruß geschwärztes Gesicht’ an. Ein der Ableitung *maskaro- zugrundeliegendes *mask- ‘schwarz’ zeigt sich in aprov. masca ‘Hexe’ ebenso wie in spätlat. bzw. mlat. masca, bezeugt für ‘Hexe’ im Edictus Rothari der Langobarden (643), für ‘Maske’ in England (680) und in Italien (1192). Auszugehen ist dabei von einer ursprünglichen Bedeutung ‘schwarze dämonische Gestalt’ bzw. ‘die eine solche Gestalt darstellende Maske’. Da FEW eine Herleitung von *mask- aus dem Germ. oder Arab. ablehnt, auch kelt. Anknüpfungen sich nicht bieten, nimmt es Herkunft aus einem nicht-ie. Substrat an und verweist dazu auf bask. maskal ‘Straßenkot, Schmutzrand am Saum der Kleidung’. Maskerade f. ‘Maskenzug, -fest, Verkleidung’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von gleichbed. obital. mascarata, ital. mascherata, dann auch von gleichfalls dem Ital. folgendem frz. mascarade (vgl. die frühen im Dt. vorkommenden Schreibungen Mascarada, Mascarade, Plur. Mascaradas, Mascaraden). Die Formen Masquerade, Maskerade (seit Mitte 17. Jh.) verdanken ihre Entstehung wohl erst dem Einfluß von zu dieser Zeit übernommenem frz. masque (s. oben). maskieren Vb. ‘eine Maske umlegen, verkleiden’ (um 1700), frz. masquer; demaskieren Vb. ‘die Maske abziehen, entlarven’ (18. Jh.), frz. démasquer.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufdecken · ↗aufklären · demaskieren · ↗enthüllen · ↗entlarven · ↗enttarnen · offen legen · ↗offenbaren · ↗outen · zu erkennen geben  ●  ↗auspacken  ugs. · ↗decouvrieren  geh. · ↗dekuvrieren  geh. · die Katze aus dem Sack lassen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) die Maske herunterreißen · (jemandem) die Maske vom Gesicht reißen · (jemanden) demaskieren · ↗(jemanden) entlarven · ↗(jemanden) enttarnen
Assoziationen
  • (den) Schleier lüften · (ein) Geheimnis lüften · (etwas) ans Licht bringen · (etwas) ans Tageslicht bringen · (etwas) zum Vorschein bringen · ↗aufdecken · ↗enthüllen
  • entzaubern
  • (sich) entpuppen als  fig. · sein wahres Gesicht zeigen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feind Ideologie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demaskieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es sei nötig, "die Lüge des Satans durch die Kraft des Friedens" zu demaskieren.
Bild, 10.03.2003
Er hat sich übernommen, er hat sich demaskiert, er wird abgewirtschaftet haben.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1943. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1943], S. 67
Ich wollte sie erschrecken und mich dann demaskieren ", erklärt er.
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2002
Falstaff wird demaskiert, verhöhnt, verlacht und zum Bereuen aller Missetaten gezwungen.
Fath, Rolf: Werke - F. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 739
Da niemand die Angeberin spielen wollte, sollte ein »Gottesgericht« die Schuldige demaskieren.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„demaskieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/demaskieren>, abgerufen am 23.11.2019.

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