demonstrativ

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung de-mons-tra-tiv · de-monst-ra-tiv
Wortbildung  mit ›demonstrativ‹ als Erstglied: ↗Demonstrativadverb · ↗Demonstrativpronomen
Herkunft aus dēmōnstrātīvuslat ‘hinweisend’
eWDG

Bedeutungen

1.
seine Zustimmung, Ablehnung auffallend, betont zeigend
Beispiele:
für den Diskussionsbeitrag gab es demonstrativen Beifall
der Minister legte demonstrativ sein Amt nieder
er verließ demonstrativ das Zimmer
eine Arbeit demonstrativ zurückweisen
Tschichischer Viktualienhändler. Zeigt seine Mißachtung der Iberinregierung durch demonstratives Nichtflaggen [ BrechtRundköpfe2]
Riesen setzte sich denn auch so demonstrativ dem Hausierer gegenüber, daß die Bauern neugierig verstummten [ DürrenmattVersprechen29]
2.
deutlich, veranschaulichend
Beispiele:
zur Erklärung von Behauptungen ein demonstratives Beispiel geben
die graphischen Darstellungsmittel des Künstlers sind von demonstrativer Wirkung für den Betrachter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

demonstrieren · Demonstration · Demonstrant · demonstrativ
demonstrieren Vb. ‘öffentlich kundtun, darlegen, vorführen’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus lat. dēmōnstrāre (dēmōnstrātum) ‘deutlich bezeichnen, hin-, nachweisen, darlegen’, dem durch dē- (s. ↗de-) verstärkten mōnstrāre ‘zeigen, (hin)weisen’ (s. ↗Monstranz). Die Bedeutung ‘öffentlich bekunden, an einer Demonstration teilnehmen’ setzt sich unter semantischer Einwirkung des nachfolgenden Substantivs nach 1850 durch. Demonstration f. ‘anschauliche Darlegung, Massenkundgebung’. In der Bedeutung ‘Darlegung’ Mitte 16. Jh. aus gleichbed. lat. dēmōnstrātio (Genitiv dēmōnstrātiōnis) entlehnt. Vielleicht unter Einfluß von ital. dimostrazione entwickelt sich die Anwendung ‘militärische Operation zur Täuschung des Feindes’ (Mitte 18. Jh.), unter Einfluß von engl. demonstration die Bedeutung ‘öffentliche Kundgebung zur Durchsetzung politischer Ziele’ (Mitte 19. Jh.). Demonstrant m. ‘durch Demonstration Erklärender’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Teilnehmer an einer Massenkundgebung’ (2. Hälfte 19. Jh.); aus dem Part. Präs. lat. dēmōnstrāns (Genitiv dēmōnstrantis). demonstrativ Adj. ‘anschaulich, auffallend, beweisend, hinweisend’, Anfang 18. Jh. aus lat. dēmōnstrātīvus ‘hinweisend’, auch als grammatischer Terminus, besonders in der Fügung spätlat. (prōnōmen) dēmōnstrātīvum ‘hinweisendes Fürwort’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ostentativ  ●  demonstrativ  Hauptform · ↗deklamatorisch  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgesprochen · ↗ausgesucht · ↗betont · demonstrativ · zur Schau getragen  ●  (lässig ...) vorgetragen  geh. · ↗bemüht  geh. · ↗ostentativ  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›demonstrativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demonstrativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›demonstrativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Demonstrativ hatte er allen drei Ministern den Rücken gestärkt - als doch schon klar war, dass sie nicht mehr zu halten waren.
Bild, 10.01.2001
Nur anders herum hat man sowas in dieser demonstrativen Form noch nie erlebt.
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2000
Er läuft demonstrativ ins offene Messer, um zu bekunden, daß die Kritiker sich schneiden werden!
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 85
Auch die Übereinstimmung von Ideen mit der Wirklichkeit läßt sich demonstrativ erkennen.
Henrich, D.: Locke. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23796
Der Mann und die Frau, die sich so zögernd neben sie gesetzt hatten, erhoben sich demonstrativ.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 55
Zitationshilfe
„demonstrativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/demonstrativ>, abgerufen am 20.01.2021.

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