Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

demoralisieren

Grammatik Verb · demoralisiert, demoralisierte, hat demoralisiert
Aussprache 
Worttrennung de-mo-ra-li-sie-ren
Wortzerlegung de- moralisieren
Wortbildung  mit ›demoralisieren‹ als Erstglied: Demoralisierung
Herkunft aus gleichbedeutend démoraliserfrz
eWDG

Bedeutung

jmds. Moral untergraben
Beispiele:
das tagelange Trommelfeuer demoralisierte die Truppe
das Ereignis hatte ihn demoralisiert
die Offiziere Semenows sind das demoralisierteste Pack, das ich kenne [ WelkHoher Befehl513]
MG‑Feuer im Tiefangriff auf die Zivilbevölkerung soll sehr demoralisierend wirken [ UhseBertram381]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moral · moralisch · Moralist · moralisieren · demoralisieren · Mores
Moral f. ‘gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens’ (18. Jh.), älter ‘aus einem Beispiel zu ziehende sittliche Nutzanwendung und Lehre’ (16. Jh., vgl. die Wendung die Moral von der Geschichte, 19. Jh.), danach ‘Sittenkunde, -lehre’ (17. Jh.). Auszugehen ist von lat. mōrālis ‘die Sitten betreffend’, einer Ableitung von lat. mōs (Genitiv mōris) ‘zur Regel gewordener Wille, auf innerer Gesinnung beruhende, gewohnheitsmäßige Tätigkeit, Sitte, Brauch’ (etymologisch verwandt mit Mut, s. d.). Das im 16. Jh. geltende Neutrum Morale (entsprechend substantiviertem lat. mōrāle n.), Plur. Moralia, gerät im 17. Jh. unter den Einfluß von frz. la philosophie morale (nach lat. philosophia mōrālis) und wechselt zum fem. Genus über. moralisch Adj. ‘der Moral entsprechend, sittlich’ (16. Jh.). Moralist m. ‘Sittenlehrer, Moralphilosoph’, abschätzig ‘Sittenprediger’ (17. Jh.), frz. moraliste. moralisieren Vb. ‘sittliche Überlegungen anstellen’, abschätzig ‘als Sittenprediger auftreten’ (16. Jh.), frz. moraliser; demoralisieren Vb. ‘sittlich zersetzend wirken’ (18. Jh.), frz. démoraliser. Mores Plur. ‘Anstand, Benehmen, Lebensart’ (15. Jh.), lat. mōrēs Plur. (s. oben), zuerst in der humanistischen Schulsprache verbreitet; jmdn. Mores lehren ‘jmdn. zurechtweisen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
demoralisieren · erniedrigen · kleinkriegen  ●  jemanden fertig machen  ugs.
Synonymgruppe
(den) Wind aus den Segeln nehmen · abschrecken · demoralisieren · demotivieren · einschüchtern  ●  entmutigen  Hauptform · decouragieren  geh. · den Schneid abkaufen  ugs. · den Schneid nehmen  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›demoralisieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demoralisieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›demoralisieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hat versucht, mich in Wut zu bringen und zu demoralisieren. [Die Welt, 12.05.2001]
Sie sollen den Gegner wenn nicht demoralisieren, so doch vielleicht aufhalten. [Der Tagesspiegel, 18.03.2003]
Die Schule zu verlassen und keine Arbeit zu finden, ist nicht nur demoralisierend, sondern disqualifiziert auch für das weitere Leben. [Die Zeit, 24.09.1976, Nr. 40]
Der Roman spricht also über den Versuch der arabischen Regierungen, ihre Bürger zu demoralisieren. [Die Zeit, 01.07.2002, Nr. 26]
Das Wissen vom Grauen kann noch mehr demoralisieren als das Ahnen davon. [Die Welt, 17.04.1999]
Zitationshilfe
„demoralisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/demoralisieren>.

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