denken

GrammatikVerb · dachte, hat gedacht
Worttrennungden-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›denken‹ als Erstglied: ↗Denkansatz · ↗Denkanstoß · ↗Denkapparat · ↗Denkarbeit · ↗Denkbereich · ↗Denkbestimmung · ↗Denkbewegung · ↗Denkebene · ↗Denker · ↗Denkfabrik · ↗Denkfalte · ↗Denkfehler · ↗Denkform · ↗Denkfreiheit · ↗Denkgewohnheit · ↗Denkinhalt · ↗Denkkraft · ↗Denkleistung · ↗Denkmal · ↗Denkmethode · ↗Denkmöglichkeit · ↗Denkmünze · ↗Denkorgan · ↗Denkpause · ↗Denkprozess · ↗Denkpsychologie · ↗Denkrede · ↗Denkschema · ↗Denkschrift · ↗Denkschule · ↗Denkspiel · ↗Denksport · ↗Denkspruch · ↗Denkstein · ↗Denksystem · ↗Denkträgheit · ↗Denktätigkeit · ↗Denkverbot · ↗Denkvermögen · ↗Denkvorgang · ↗Denkweg · ↗Denkweise · ↗Denkzeichen · ↗Denkzettel · ↗Denkübung · ↗denkbar · ↗denkfaul · ↗denkfähig · ↗denkwürdig
 ·  mit ›denken‹ als Letztglied: ↗andenken · ↗ausdenken · ↗bedenken · ↗danebendenken · ↗durchdenken · ↗eindenken · ↗erdenken · ↗fortdenken · ↗gedenken · ↗hinausdenken · ↗hineindenken · ↗hinwegdenken · ↗hinzudenken · ↗mitdenken · ↗nachdenken · ↗umdenken · ↗verdenken · ↗vorausdenken · ↗vorbeidenken · ↗vordenken · ↗wegdenken · ↗weiterdenken · ↗zudenken · ↗zurückdenken · ↗zusammendenken · ↗überdenken
 ·  mit ›denken‹ als Grundform: ↗Denken · ↗gedacht  ·  formal verwandt mit: ↗edeldenkend · ↗eingedenk · ↗realdenkend
eWDG, 1967

Bedeutung

bezeichnet alle Stufen und Formen der menschlichen höheren Gehirntätigkeit
a)
Verstandesarbeit leisten, etw. überlegen
Beispiele:
klar, scharf, gründlich, tief, nüchtern, (folge)richtig, gradlinig, logisch, dialektisch, ernsthaft, angestrengt, fieberhaft denken
umgangssprachlich laut denken (= vor sich hin sprechen)
abstraktes, begriffliches, assoziatives, wissenschaftliches, mathematisches, philosophisches, sachliches, präzises, sprunghaftes Denken
er ist verworren im Denken
die Klarheit seines Denkens
jmdn. im Denken stören
das Denken ausschalten
etw. beherrscht jmds. Denken
die Schüler zu selbstständig denkenden Menschen erziehen
kann das Tier denken?
dies Ereignis gibt sehr zu denken
etw., einen Gedanken zu Ende denken
umgangssprachlich, spöttisch denk (mal) an! (= drückt bewundernde Zustimmung aus)
umgangssprachlich, salopp denkste! (= das hast du dir so gedacht!)
er dachte bei sich selbst, dass ...
das lässt sich denken (= das kann man verstehen)
umgangssprachlich, sprichwörtlich Denken ist Glückssache
sprichwörtlich der Mensch denkt, Gott lenkt
sprichwörtlich was ich denk und tu, trau ich andern zu
sprichwörtlich wer hätte das gedacht!
sprichwörtlich gedacht, getan (= ein plötzlicher Entschluss wurde gleich ausgeführt)
Ihr [Astronomen] denkt in Kreisen oder Ellipsen [BrechtGalilei7]
Aber er [der Mensch] hat einen Fehler: / Er kann denken [BrechtDt. Kriegsfibel]
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, / Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen [GoetheFaustI 2566]
umgangssprachlich sich [Dativ] etw. denkenabgeblasst
Beispiele:
sich das Seine, sein Teil denken
etw. Ähnliches habe ich mir schon gedacht
das habe ich mir gleich gedacht
das können Sie sich doch denken
denke dir doch!
dachte ich mir's doch
sie denkt sich das so!
sich nichts weiter, nichts Böses dabei denken
b)
gesinnt sein
Beispiele:
edel, groß, rechtlich, kleinlich, gemein denken
kleinbürgerliches, freiheitliches Denken
c)
etw. beabsichtigen, im Sinne haben
Beispiele:
ich denke, ihn zu überraschen
ich denke zu kommen
er denkt, morgen zu verreisen
d)
etw. meinen, glauben
Beispiele:
er denkt, mich verdrängen zu können
umgangssprachlich er denkt (= bildet sich ein), Wunder was getan zu haben
ich dächte, wir hätten nun genug davon
wie Sie denken! (= drückt zweifelnde Zustimmung aus)
ich denke mir, so wird es gehen
umgangssprachlich wo denkst du hin! (= da irrst du dich sicherlich!)
e)
sich in etw. denkensich geistig in etw. versetzen
Beispiele:
denke dich in meine Lage!
denken Sie sich nur in seine Situation!
f)
sich [Dativ] jmdn., etw. (als jmdn., etw., in bestimmter Weise) denkensich jmdn., etw. (als jmdn., etw., in bestimmter Weise) vorstellen
Beispiele:
ich denke ihn mir als großen stattlichen Mann
er denkt sie sich als seine Frau
ich denke mir den Mann reich, die Sache ausführbar, eine Seereise sehr schön
wie denkst du dir deine weitere Laufbahn?
wie das schmerzt, du kannst dir das nicht denken
das hat viel mehr gekostet, als wir uns dachten
Sie wäre bereit gewesen, sich einen Gott zu denken, der seine Welt öffnet wie ein Versteck [MusilMann987]
g)
an etw., jmdn. denkensich an jmdn., etw. erinnern, jmds., einer Sache gedenken
Beispiele:
intensiv, mit Groll an jmdn. denken
an seine Kindheit, an eine alte Geschichte, an jmds. Worte denken
mit Grausen an etw. denken
veraltet denken‹ + Gen.
Beispiele:
der vergangenen Jahre denken
O denket nicht des Irrtums meiner Jugend [SchillerTellIV 2]
etw. nicht vergessen
Beispiele:
denke an dein Versprechen
denke daran, dass du ihn noch benachrichtigen musst
h)
an etw., jmdn. denkenetw., jmdn. in den Mittelpunkt seines Strebens stellen
Beispiele:
er denkt nur an seine Familie
mit Freude, Sorge, Spannung an das Fest denken
umgangssprachlich nicht im Traum an etw. denken (= etw. nicht tun wollen)
der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt [SchillerTellI 1]
landschaftlich, (besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch auf etw. denken
Beispiele:
auf seine Sicherheit, auf seinen Vorteil denken
Hast du denn nie darauf gedacht, was geschieht, wenn sie zurückkommt [BrechtKaukas. Kreidekreis6]
mit Ortsbestimmung
umgangssprachlich
Beispiel:
heim, nach Hause denken
i)
in bestimmter Weise von etw., jmdm., über etw., jmdn. denkeneine Meinung von etw., jmdm. haben, über etw., jmdn. urteilen
Beispiele:
wie denken Sie über den Fall, darüber?
man mag darüber denken, wie man will
ich weiß nicht, was ich davon denken soll!
über diesen Vorschlag denke ich anders als er
von jmdm. gering, gut, schlecht denken
hoch von etw. denken
wie klein, / Wie niedrig Sie von Menschenwürde denken [SchillerCarlosIII 10]
etw. von jmdm. denken
Beispiele:
ich denke Gutes von ihm
etw. Falsches von jmdm. denken
du musst nicht immer gleich das Schlimmste von ihm denken
wer hätte so etwas von ihm gedacht!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

denken · gedenken · nachdenken · nachdenklich · verdenken · Denker · Denkzettel
denken Vb. ‘geistig arbeiten, überlegen’, ahd. thenken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. denken, asächs. thenkian, afries. thanka, aengl. þencan, engl. to think, anord. þekkja (‘wahrnehmen, erkennen’), aschwed. þækkia, got. þagkjan. Das germ. jan-Verb (germ. *þankjan) steht als Kausativum im Ablaut (wie ↗Dank, ↗Gedanke, s. d.) zu einem Verb, das sich in ↗dünken (s. d.) fortsetzt. Es findet eine sichere außergerm. Entsprechung in lat. tongēre ‘kennen, wissen’ und kann mit diesem auf eine Wurzelform ie. *teng-, *tong- ‘denken, fühlen’ zurückgeführt werden. Das Prät. dachte und das Part. Prät. gedacht (beide mit Kürzung des Stammvokals) sind durch Ausfall von -n- und Ersatzdehnung entstanden (ahd. thāhta, githāht, mhd. dāhte, gedāht, aus germ. *þanht-). gedenken Vb. ‘an jmdn., etw. zurückdenken, sich erinnern, beabsichtigen’, ahd. githenken ‘an etw. denken’ (um 800), mhd. gedenken, auch ‘ausdenken, bestimmen, eingedenk sein, sich erinnern’, heute besonders einer Sache, eines Menschen gedenken sowie gedenken, etw. zu tun. nachdenken Vb. ‘eine Sache gründlich durchdenken, überlegen, erwägen’, (selten) ‘etw. in Gedanken nachvollziehen’ (15. Jh.); vgl. mhd. denken nāch ‘mit Gedanken nachfolgen, zurückdenken an’; nachdenklich Adj. ‘zu Überlegungen neigend, in Gedanken versunken, zum Nachdenken anregend’ (Mitte 17. Jh.). verdenken Vb. ‘übelnehmen, verübeln, verargen’ (meist verneint und in Verbindung mit können), ahd. firthenken ‘verachten, geringschätzen’ (8. Jh.), mhd. verdenken ‘(zu Ende) denken, erwägen, sich erinnern, Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (s. ↗Verdacht). Denker m. ‘Philosoph’ (1. Hälfte 18. Jh. nach engl. thinker); vgl. vereinzeltes ahd. thenkāri (11. Jh.). Denkzettel m. ‘Merkzettel als Gedächtnishilfe’, übertragen ‘eindringliche Lehre in Form eines Verweises, einer Bestrafung’ (16. Jh.), vgl. rechtssprachliches mnd. denksed(d)del, -cēdel ‘Urkunde, Vorladung, Merkblatt’. Frühnhd. auch Gedenkzedele, -zettul (16. Jh.). S. ↗Zettel.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) genügen · Genüge tun · Rechnung tragen · ↗achten · ↗beachten · ↗berücksichtigen · denken (an) · ↗entsprechen · ↗respektieren · ↗sicherstellen
Assoziationen
Synonymgruppe
(seinen) Verstand benutzen · denken · ↗nachdenken · ↗überlegen  ●  (seine) Gehirnzellen anstrengen  ugs.
Unterbegriffe
  • auslegen · ↗deuteln · ↗deuten · ↗interpretieren
  • anders denken  ●  gegen den Strich denken  ugs. · um die Ecke denken  ugs.
  • (die Dinge) anders sehen · eine neue Sichtweise entwickeln · in eine andere Richtung denken · neu ansetzen · neu durchdenken · ↗umdenken · ↗überdenken
Assoziationen
Synonymgruppe
bedenken · ↗betrachten · denken · ↗durchdenken · ↗erwägen · ↗nachdenken · ↗reflektieren · ↗studieren · ↗ventilieren · ↗überdenken · ↗überlegen  ●  ↗ausklügeln  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(von etwas) ausgehen · ↗annehmen · denken · ↗erwarten · ↗glauben · ↗meinen · ↗mutmaßen · ↗vermuten  ●  tippen auf  fig. · ↗schätzen  ugs. · zu wissen glauben  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(es sich) nicht verkneifen können (zu) · ↗(jemandem) einfallen · (jemandem) kommt der Gedanke · ↗(jemanden) anwandeln · ↗(sich) (etwas) überlegen · (sich) einfallen lassen · auf den Gedanken verfallen (zu) · auf die Idee kommen (zu) · in den Sinn kommen  ●  (auf einmal) ankommen mit  ugs. · (den) Einfall haben (...)  ugs. · (einen) Rappel kriegen (und...)  ugs. · (jemandem) belieben zu (es)  geh. · ↗(jemanden) anwehen  geh. · ↗(jemanden) überkommen (es)  geh. · (plötzlich) die Idee haben (...)  ugs. · (sich etwas) denken (bei)  ugs. · (sich) bemüßigt fühlen (zu)  geh., ironisierend · auf die glorreiche Idee kommen (zu)  ugs., ironisch · auf etwas kommen  ugs. · es für eine gute Idee halten (zu / dass)  ugs., ironisch · um die Ecke kommen mit  ugs., fig. · verfallen auf  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kategorie Leut anders auch ausdenken da dabei dann daran du er ich immer jetzt man manchmal nachdenken nicht noch nur schon sie so vielleicht was weiterdenken wir wohl zuerst zurückdenken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›denken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Plötzlich mußte ich an warme Hände denken, an starke Hände.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 123
Wer heute das Wort "Eingabe" hört, denkt zuerst an das Eintippen von Daten in den Computer.
Die Zeit, 13.11.1998, Nr. 47
Wie konnte man denken, dadurch die erzürnten Götter zu begütigen?
Hofmannsthal, Hugo von: Das Gespräch über Gedichte. In: Bertram, Mathias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 30719
Vor allem aber konnte man jetzt daran denken, die Tempel der Burg wieder aufzubauen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 29418
So war denn auch an ein kraftvolles Auftreten nach außen nicht zu denken.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 20217
Zitationshilfe
„denken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/denken>, abgerufen am 19.10.2018.

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