deportieren

GrammatikVerb · deportierte, hat deportiert
Aussprache
Worttrennungde-por-tie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. zwangsweise verschicken, verbannen
Beispiele:
die Verbrecher, Verurteilten wurden zur Zwangsarbeit, in ein Arbeitslager deportiert
ließ er aus den Reihen der Deportierten zehn als Geiseln an der Fabrikmauer erschießen [R. BartschGeliebt50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Deportation · deportieren
Deportation f. ‘Zwangsverschickung, Verbannung’, Entlehnung (Anfang 16. Jh.) aus gleichbed. lat. dēportātio (Genitiv dēportātiōnis), Verbalsubstantiv zu lat. dēportāre ‘wegbringen, (an einen entlegenen Ort) verbannen’, zu lat. portāre ‘tragen’ und s. ↗de-. deportieren Vb. ‘zwangsweise wegbringen, verbannen’, Mitte des 17. Jhs. aus lat. dēportāre (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
abschieben · ↗ausweisen · deportieren · ↗rückführen  ●  ↗ausschaffen  schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitseinsatz Arbeitslager Armenier Bergen-Belsen Gaskammer Gestapo Ghetto Jude KZ Konzentrationslager Majdanek Nationalsozialist Nazi Reichsgebiet Sammellager Todeslager Tschetschene Vernichtungslager Viehwaggon Zwangsarbeit enteignen ermorden foltern gefangennehmen inhaftieren internieren umbringen vergasen verhaften zusammentreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›deportieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur konnten sie mit ihrer "Demonstration" nichts verhindern, weil die Gestapo zu diesem Zeitpunkt gar nicht vorhatte, ihre Männer zu deportieren.
Die Welt, 25.02.2003
Man habe sie deportieren müssen, weil sie die Regierung bei der Vorbereitung der Wahl gestört hätten.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]
Er war auf acht Jahre deportiert, war aber krank und hoffte früher davon zu kommen.
Seghers, Anna: Die Wellblech-Hütte. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 141
Eines Tages wurde festgestellt, daß er Jude war, und als solcher wurde er verhaftet und deportiert.
o. A.: Vierundvierzigster Tag. Montag, den 28. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21228
Teile der persönlichen Habe konnten kurzerhand requiriert, Frauen und reifere Mädchen vergewaltigt, Männer verhaftet oder deportiert werden.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 22
Zitationshilfe
„deportieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/deportieren>, abgerufen am 24.04.2019.

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