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desavouieren

Grammatik Verb · desavouiert, desavouierte, hat desavouiert
Aussprache 
Worttrennung de-sa-vou-ie-ren · des-avou-ie-ren
Herkunft aus gleichbedeutend désavouerfrz
eWDG

Bedeutung

gehoben jmdn. bloßstellen, im Stich lassen
Beispiele:
er wurde öffentlich desavouiert
der Gelehrte ließ sich nicht desavouieren
wollen Sie mich etwa desavouieren?
etw. nicht anerkennen
Beispiel:
jmds. Handlungen, einen Beschluss desavouieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

desavouieren Vb. ‘nicht anerkennen, bloßstellen, ablehnen’, Entlehnung (Anfang 18. Jh.) aus gleichbed. frz. désavouer, afrz. desavoer, einer Bildung mit dem Präfix afrz. des- (frz. dé-, vor Vokal dés-), das wie vorausgehendes lat. dis- (eigentlich ‘auseinander-’) die Aussage des Verbs aufhebt (s. de- und dis-), zu afrz. avoer ‘anerkennen’ (frz. avouer), das auf lat. advocāre ‘herbeirufen’ zurückzuführen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
blamieren · bloßstellen · kompromittieren · lächerlich machen · vorführen · zum Gespött machen  ●  an den Pranger stellen  fig. · aufblatteln  österr. · blöd dastehen lassen  ugs. · desavouieren  geh., bildungssprachlich · mit heruntergelassener Hose dastehen lassen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) verwahren (gegen) · Einspruch erheben · ableugnen · anfechten · bestreiten · dementieren · für nicht zutreffend erklären · in Abrede stellen · leugnen · nicht anerkennen · nicht wahrhaben wollen · verneinen · verweigern · von der Hand weisen · von sich weisen · widersprechen  ●  (in aller Schärfe) zurückweisen  Verstärkung · abstreiten  Hauptform · nicht gesagt haben wollen  variabel · (sich) distanzieren (von)  geh. · desavouieren  geh., franz. · in das Reich der Fabel verweisen  geh. · nichts (mehr) wissen wollen (von)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›desavouieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›desavouieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›desavouieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem haben sie 1975 mit einer Mehrheit von fünf zu drei das Parlament desavouiert. [Der Spiegel, 21.05.1990]
Die Vereinten Nationen haben sich in seinen Augen völlig desavouiert. [Die Zeit, 26.07.2006, Nr. 31]
Wenn sie für eine Kleine Koalition stimmen wollten, mußten sie gleichzeitig fast ihre gesamte Führung desavouieren. [Die Zeit, 02.12.1966, Nr. 49]
Der Plan besteht darin, die Union überall als politikunfähig zu desavouieren. [Die Welt, 08.05.2001]
Die Versammlung der Zehntausend desavouierte ihre Beamten und beschloß, die heiligen Gelder nicht länger anzutasten. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12347]
Zitationshilfe
„desavouieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/desavouieren>.

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