Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

despektierlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung de-spek-tier-lich · des-pek-tier-lich
Wortzerlegung despektieren -lich
eWDG

Bedeutung

gehoben geringschätzig, verächtlich
Beispiele:
despektierliche Meinungen, Ausdrücke
jmdn. despektierlich ansehen
Jedermann, der despektierliche Äußerungen gegen die Regierung gebrauchte [ WerfelBernadette433]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Despekt · despektieren · despektierlich
Despekt m. ‘Mißachtung’, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. lat. dēspectio (Genitiv dēspectiōnis), eigentlich ‘das Herabsehen’; dazu despektieren Vb. ‘geringschätzig behandeln’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. dēspectāre ‘(mit Verachtung) herabschauen’. Zu lat. spectāre ‘(an)sehen, anschauen, betrachten’, einem Intensivum zu lat. specere, spicere (spectum) ‘sehen’ und de-. Beide heute unüblich, nicht jedoch die Weiterbildung despektierlich Adj. ‘respektlos, abschätzig, verächtlich’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abfällig · abschätzig · absprechend · abwertend · diskriminierend · geringschätzig · gleichgültig · gnädig · gönnerhaft · herablassend · missbilligend · naserümpfend · respektlos · verachtungsvoll · verächtlich · voller Verachtung · von oben herab  ●  despektierlich  geh. · missfällig  geh. · pejorativ  fachspr., linguistisch

Typische Verbindungen zu ›despektierlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›despektierlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›despektierlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die "despektierlichen Äußerungen dieser Dame" seien überflüssig gewesen, heißt es. [Süddeutsche Zeitung, 12.03.2002]
Das Wort hat einen despektierlichen Klang, den ein Museum reflektieren sollte. [Der Tagesspiegel, 30.06.1998]
Sie trank von da ab und äußerte sich despektierlich auch über mich. [Friedländer, Hugo: Justizirrtümer. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 21849]
Doch dann eckte er mit despektierlichen Äußerungen an und floh in eine vergnügungssüchtige Stadt. [Die Zeit, 27.08.2012, Nr. 35]
Diese Frage ist keineswegs unverschämt oder despektierlich, sie trifft nur genau ins Mark. [Der Tagesspiegel, 01.04.2002]
Zitationshilfe
„despektierlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/despektierlich>.

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