despotisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdes-po-tisch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
WortzerlegungDespot-isch
eWDG, 1967

Bedeutung

willkürlich, nach dem Willen eines Despoten
Beispiele:
ein despotischer König, Fürst, Regent
ein despotischer Staat
die despotische Willkür eines Fürsten
gebieterisch, keinen Widerspruch duldend
Beispiele:
die Soldaten waren einem despotischen Drill unterworfen
ein despotisches Auftreten
so grausam despotisch verfuhr er mit den Schwächeren [BredelHeerstraßen164]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Despot · despotisch · Despotismus · Despotie
Despot m. ‘Gewalt-, Willkürherrscher’. Griech. despótēs (δεσπότης) ‘Herr’ (im Gegensatz zum Sklaven), ‘unumschränkter Herrscher’ wird im byzantinischen Reich höfischer Titel. Er gilt ursprünglich nur für den Kaiser, geht später über auf Angehörige des Kaiserhauses und auf Herrscher, die ein Fürstentum an den Grenzen des Reiches ererben bzw. besitzen. In dieser Verwendung gelangt die Bezeichnung, vor allem als Titel bestimmter Balkanfürsten, in verschiedene Sprachen Südosteuropas und im 15. Jh. ins Deutsche. Griech. despótēs bedeutet ursprünglich ‘Hausherr’ wie das etymologisch übereinstimmende aind. dámpatiḥ. Das Vorderglied des-, ie. *dems- ist wahrscheinlich Genitiv eines Wortes für ‘Haus’, das mit Ablaut und jüngerer Stammbildung in griech. dómos (δόμος), lat. domus vorliegt; das Hinterglied ist umgebildet aus ie. *potis ‘Herr, Gemahl’, der Ausgangsform von gleichbed. aind. pátiḥ, griech. pósis (πόσις) ‘Gemahl’ sowie lat. potis Adj. ‘vermögend, mächtig’. Mitte des 18. Jhs. entwickelt sich die Bedeutung „Herrscher, der kein anderes Gesetz als das seiner Willkühr anerkennt“ (Campe), d. h. ‘Tyrann’, übertragen ‘herrischer Mensch’. despotisch Adj. ‘gewalttätig, willkürlich’ (2. Hälfte 17. Jh.); Despotismus m. (Mitte 18. Jh.) und Despotie f. ‘Gewalt-, Willkürherrschaft’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
despotisch · ↗diktatorisch · ↗repressiv · ↗selbstherrlich · ↗tyrannisch · ↗unterdrückerisch
Assoziationen
Synonymgruppe
despotisch · machthaberisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Ehemann Eingriff Führer Führungsstil Gewalt Herrschaft Herrscher Herzog König Macht Manier Nachbar Regierunge Regime Regiment Sozialismus System Tradition Unterdrückung Vater Willkür grausam korrupt regieren regiert zynisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›despotisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gibt diese despotische Einstellung, dass man eine Sprache perfekt beherrschen muss, um sie übersetzen zu dürfen.
Die Zeit, 29.11.2013, Nr. 49
Sie fand ihn immer nett, aber oft distanziert, kühl, despotisch.
Süddeutsche Zeitung, 17.05.2004
Sein Wille ist nicht weniger despotisch als der kategorische Imperativ.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 130
Am überraschendsten tritt uns das in den starr despotischen Staaten entgegen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 18899
Ramp ging weiter despotisch durch die Häuser und stellte den Bewohnern kurzfristige Räumungstermine.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 121
Zitationshilfe
„despotisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/despotisch>, abgerufen am 26.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Despotie
Despot
Desperation
desperat
Desperado
Despotismus
Desquamation
dessen
dessen ungeachtet
dessenthalben