determinieren

GrammatikVerb · determiniert, determinierte, hat determiniert
Aussprache
Worttrennungde-ter-mi-nie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›determinieren‹ als Erstglied: ↗Determinant · ↗Determinierung · ↗Determinismus
 ·  mit ›determinieren‹ als Grundform: ↗determiniert
eWDG, 1967

Bedeutung

Wissenschaft etw. (im Voraus) bestimmen, festlegen
Beispiel:
Ein Zweck, ein Streben determinieren die Gefühle, und die Gefühle die Argumentation [MusilMann1624]
determiniert sein
Beispiele:
alle Ereignisse ... sind kausal streng determiniert [PlanckKausalbegriff10]
das menschliche Verhalten ist gesellschaftlich determiniert [Urania1963]
Botanik, Zoologie Pflanzen, Tiere einer Gruppe, Art zuordnen
Beispiel:
Gräser, Fische determinieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

determinieren · Determination · Determinismus
determinieren Vb. ‘bestimmen, festlegen, begrenzen’, um 1500 aus gleichbed. lat. dētermināre entlehnt, vgl. lat. termināre ‘ab-, begrenzen, ermessen, bestimmen, beendigen’, zu lat. terminus ‘Grenzstein, Grenze, Ende, Schluß’. Determination f. ‘Festlegung, Begrenzung, Begriffsbestimmung’, um 1500 aus lat. dēterminātio (Genitiv dēterminātiōnis) ‘Abgrenzung, Grenze’, das von lat. dētermināre (s. oben) abgeleitet ist. Determinismus m. Lehre vom gesetzmäßigen Zusammenhang und von der kausalen Bedingtheit alles Geschehens, auch der menschlichen Willenshandlungen (Ende 18. Jh.), vom Verb determinieren abgeleitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
beschließen · ↗bestimmen · determinieren · ↗entscheiden · ↗festlegen · ↗festschreiben · ↗stipulieren · ↗verankern · ↗vereinbaren  ●  ↗befinden  geh.
Synonymgruppe
besiegeln · determinieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Denken Eigenschaft Faktor Funktion Gen Geschehen Handeln Handlung Individuum Kategorie Materie Natur Naturgesetz Prozeß Struktur Umwelt Verhalten Weise Wille eindeutig prägen vollständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›determinieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wie jemand rational abwägt, ist seinerseits wieder neuronal determiniert.
Die Zeit, 14.07.2005, Nr. 29
Zugleich scheinen sie alles, was in den Bildern geschieht, zu determinieren.
Die Welt, 25.07.2002
Seit dieser Zeit ist die Entwicklung der M. weitgehend kleinbürgerlich determiniert.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 24077
Das Objekt hat infolgedessen einen zu großen Wert und wirkt zu stark determinierend.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 599
Gemeinschaften, die nicht irgendwie ökonomisch determiniert sind, sind wie gesagt höchst selten.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 174
Zitationshilfe
„determinieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/determinieren>, abgerufen am 21.11.2019.

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