deutsch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›deutsch‹ als Erstglied: ↗Deutschböhme · ↗Deutschböhmin · ↗Deutschherren · ↗Deutschkunde · ↗Deutschland · ↗Deutschlehrer · ↗Deutschmeister · ↗Deutschnationale · ↗Deutschrock · ↗Deutschschweiz · ↗Deutschsprechen · ↗Deutschtürkin · ↗Deutschunterricht · ↗deutsch-deutsch · ↗deutschfeindlich · ↗deutschfreundlich · ↗deutschgesinnt · ↗deutschschweizerisch · ↗deutschsprachig · ↗deutschsprachlich · ↗deutschstämmig
 ·  mit ›deutsch‹ als Letztglied: ↗afrodeutsch · ↗alldeutsch · ↗altdeutsch · ↗antideutsch · ↗auslandsdeutsch · ↗außerdeutsch · ↗binnendeutsch · ↗bundesdeutsch · ↗deutsch-deutsch · ↗dunkeldeutsch · ↗durchschnittsdeutsch · ↗gemeindeutsch · ↗gesamtdeutsch · ↗großdeutsch · ↗hochdeutsch · ↗innerdeutsch · ↗jungdeutsch · ↗kerndeutsch · ↗kleindeutsch · ↗mitteldeutsch · ↗neudeutsch · ↗niederdeutsch · ↗norddeutsch · ↗nordwestdeutsch · ↗oberdeutsch · ↗ostdeutsch · ↗plattdeutsch · ↗prodeutsch · ↗reichsdeutsch · ↗russlanddeutsch · ↗schriftdeutsch · ↗schweizerdeutsch · ↗sudetendeutsch · ↗süddeutsch · ↗südostdeutsch · ↗treudeutsch · ↗undeutsch · ↗urdeutsch · ↗volksdeutsch · ↗westdeutsch
 ·  mit ›deutsch‹ als Grundform: ↗Deutsche1 · ↗Deutsche2 · ↗verdeutschen
 ·  formal verwandt mit: ↗ausdeutschen
eWDG, 1967

Bedeutung

Deutschland und seine Bevölkerung betreffend
a)
Beispiele:
das deutsche Land, Volk
die deutschen Länder, Landschaften, Flüsse, Städte, Stämme
die deutsche Nation, Nationalhymne
er ist deutscher Nationalität
die deutschen Grenzen
die deutsche Regierung, Volksvertretung
der deutsche Gesandte
die deutsche Handelsflotte
die friedliche Lösung der deutschen Frage
die deutsche Wiedervereinigung
DDR der Tag des deutschen Bergmanns, Eisenbahners
in Namen
Beispiele:
Deutsches Institut für Normung
der Deutsche Normenausschuß
historisch die Deutsche Mark
das Deutsche Rote Kreuz
historisch die Deutsche Reichsbahn
DDR die Deutsche Akademie der Künste
historisch die Deutsche Akademie der Wissenschaften
historisch die Deutsche Film-AG
DDR der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund
DDR die Deutsche Handelszentrale
DDR der Deutsche Innen- und Außenhandel
DDR die Freie Deutsche Jugend
DDR der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst
DDR die Deutsche Demokratische Republik
DDR die Deutsche Volkspolizei
historisch die Deutsche Bundesbahn
die Deutsche Forschungsgemeinschaft
der Deutsche Gewerkschaftsbund
die Deutsche Presseagentur
nazistisch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
nazistisch die Deutsche Arbeitsfront
aus Deutschland stammend
Beispiele:
deutsche Waren, deutscher Käse, Wein
deutsche Zeitschriften, Bücher
eine deutsche Erfindung
ein deutscher Film
deutsche Staatsbürger, Auswanderer
b)
für Deutschland und seine Bevölkerung eigentümlich, charakteristisch
Beispiele:
die deutsche Sprache, Schrift, Dichtung, Prosa, Musik, Geschichte, Wissenschaft, Kunst
die deutschen Mundarten
deutsche Sagen, Märchen
ein deutscher Tanz
deutsche Trachten, Bräuche
nach alter deutsch Sitte
das deutsche Recht
die deutsche Politik
das deutsche Wesen, Gemüt
deutsche Wertarbeit, Gründlichkeit
spöttisch der deutsche Michel (= der biedere, ehrliche, aber politisch schlafmützige Deutsche)
deutsch fühlen, denken, bleiben
nazistisch der Deutsche GrußGruß durch Erheben der flachen rechten Hand
Beispiel:
Aber so wie ... der Deutsche Gruß nur eine Nachahmung des Faschistengrußes [ist] [KlempererLTI57]
c)
in der Sprache der Bevölkerung Deutschlands
Beispiele:
er spricht deutsch
sie lernt, schreibt, unterrichtet, versteht deutsch
etw. deutsch sagen, ausdrücken
ein Fremdwort deutsch aussprechen, betonen
sich mit einem Ausländer deutsch, auf Deutsch unterhalten
wie heißt das auf (gut) Deutsch?
lateinisch ›hora‹, zu deutsch ›Stunde‹
die Deklaration erscheint in deutsch
die deutsche Übersetzung eines Buches
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
mit jmdm. (einmal) deutsch reden (= jmdm. offen, unverblümt die Wahrheit sagen)
das heißt auf gut deutsch (= ohne Beschönigung)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

deutsch · verdeutschen · Deutschland
deutsch Adj. ahd. thiutisk (um 1000), mhd. diutisch, diutsch, tiutsch, tiusch, (md.) dūdesch, dūtsch, dūsch, nhd. (häufig bis ins 16./17. Jh., gelegentlich noch 2. Hälfte 18. sowie 19. Jh.) teutsch, asächs. thiudisc, mnd. dǖdesch, mnl. (holl.) duutsc (woraus engl. Dutch ‘holländisch’), nl. duits, fläm. dietsc; zu aengl. þēodisc, got. þiudiskō sowie zu den skandinav. Formen s. unten. In latinisierter Form erscheint das westgerm. Adjektiv bereits zur Zeit Karls des Großen (seit 786) als mlat. theodiscus ‘zum (eigenen) Volk gehörig’; zuerst auf sprachliche Verhältnisse bezogen, meint es den Gebrauch der germ. Volkssprache im Gegensatz zu Lat. und den roman. Sprachen, bezeichnet daher (im frühesten Beleg) auch das Aengl., dann das Frk. und wird später auch auf politische Verhältnisse angewandt. Neben theodiscus erscheint seit etwa 880 als Reflex der ahd. Form (s. oben) auch mlat. diutiscus, tiutiscus. Die den germ. Formen und ihren Latinisierungen zugrundeliegenden Bildungen gehören als Zugehörigkeitsadjektive auf -isk- zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ahd. thiota, thiot (8. Jh.), mhd. diet (erhalten in Eigennamen wie Dietrich, Dietwald), asächs. thiod(a), mnl. diet, aengl. þēod, anord. þjōð, got. þiuda (s. auch ↗deuten). Verwandt mit germ. *þeuðō sind air. tūath ‘Volk, Stamm, Land’, lit. tautà ‘Volk, Nation, Land’. Diese Substantive gehören wie ↗tausend (s. d.) zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’, bezeichnen ursprünglich also die ‘große (kraftvolle, mächtige) Menge’. Die westgerm. Adjektivbildung ist vielleicht als Äquivalent für lat. vulgāris ‘allgemein, alltäglich, allbekannt’ (zu lat. vulgus ‘große Menge, Volk’) entstanden. Einmal belegtes got. þiudiskō Adv. ‘heidnisch’ ist unabhängig davon Übersetzung von griech. ethnikṓs (ἐθνικῶς), zu éthnos (ἔθνος) ‘Volk’, Plur. (biblisch) auch ‘Heiden’ (s. ↗ethnisch und ↗Heide m.). Entsprechend übersetzt aengl. þēodisc ‘heidnisch’ lat. gentīlis (s. ↗Gentilgesellschaft) in der kirchenlat. Bedeutung ‘heidnisch’ (zu lat. gentēs Plur., kirchenlat. ‘Heiden’). Offen bleibt die Frage, wieweit das substantivierte Adjektiv aengl. þēodisc n. ‘einheimische Sprache, Einzelsprache’ eine selbständige Bildung ist oder unter dem Einfluß des Kontinentalwestgerm. steht. Ein solcher ist zumindest in semantischer Hinsicht für die skandinav. Bildungen anord. þȳðverskr, þȳzkr, norw. schwed. dän. tysk ‘deutsch’ vorauszusetzen. Mlat. theodiscus wird Mitte des 11. Jhs. durch das konkurrierende mlat. teutonicus verdrängt (umgedeutet aus lat. Teutonicus ‘dem Stamm der Teutonen angehörend, germanisch’; der Name der Teutonen gehört gleichfalls zur hier behandelten Wortgruppe, weist in seiner antiken Lautform lat. Teutonī, Teutonēs aber auf kelt. Umgestaltung). Anfang des 10. Jhs. werden sowohl mlat. theodiscus wie mlat. teutonicus auf die sprachlichen und politischen Verhältnisse des Ostfrankenreiches (und damit auf das mittelalterliche deutsche Reich) eingeschränkt. Die Wendung mit jmdm. deutsch (‘offen, unmißverständlich’) reden ist seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. bezeugt. verdeutschen Vb. ‘ins Deutsche übertragen’, früher verteutschen (15. Jh.); älter ist noch im 17. Jh. vorkommendes deutschen, teutschen, mhd. diutschen, tiutschen ‘auf deutsch sagen, erklären’. Deutschland, aus Fügungen wie mhd. in Diutischemi lande (Annolied, um 1085) entstanden, im Mhd. vereinzelt schon in Diutisk lant (Kaiserchronik, um 1150), spätmhd. Tiutschland; Zusammenschreibung setzt sich endgültig erst im 16. Jh. durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
deutsch · ↗germanisch · ↗teutonisch
Assoziationen
  • Germania  ●  ↗Deutschland  Hauptform · Land der Richter und Henker  sarkastisch · Teutonia  lat. · Teutschland  veraltet · ↗Kartoffelland  ugs., ironisch · Land der Dichter und Denker  ugs. · Piefkei  ugs., österr. · Schland  ugs., Verballhornung · Tschland  ugs., Verballhornung · deutsche Lande  fachspr., Jargon, werbesprachlich · grosser Kanton  ugs., schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

AG Aktienindex Aktienmarkt Bank Bundesbank Bundestag Börse Einheit Fußball Fußball-Bund Geschichte Gesellschaft Gewerkschaftsbund Industrie Institut Mannschaft Markt Meister Meisterschaft Museum Nationalmannschaft Oper Reich Soldat Sprache Team Theater Unternehmen Volk Wirtschaft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›deutsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

War ihm vielleicht die deutsche Mission auch für seinen Geschmack zu grandios geraten?
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 617
Gemeinhin gilt sie für uns Deutsche als die gescheiterte Revolution.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 154
Und erst jetzt sei es für die deutschen Juden bedrohlich geworden.
Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11
Das deutsche Volk sei dafür noch nicht »reif«, lautete die Begründung.
Vasold, Manfred: Medizin. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 965
Wenn der Inhalt des Buches einer fremden Macht bekannt wurde, dann war selbstverständlich das Wohl des Deutschen Reiches gefährdet.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 19027
Zitationshilfe
„deutsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/deutsch>, abgerufen am 16.12.2018.

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