Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

diagonal

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung dia-go-nal (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›diagonal‹ als Erstglied: Diagonalball · Diagonallinie · Diagonalpass · Diagonalreifen
 ·  mit ›diagonal‹ als Grundform: Diagonale
Herkunft aus gleichbedeutend diagōnālislat < diagṓniosgriech (διαγώνιος) ‘von einem Winkel zum anderen, von Ecke zu Ecke’ < gōníagriech (γωνία) ‘Winkel, Ecke’
eWDG

Bedeutung

Mathematik zwei nicht benachbarte Ecken eines Vielecks miteinander verbindend
Beispiel:
die drei durch den Mittelpunkt eines Sechsecks gezogenen Verbindungslinien der Ecken sind diagonal
übertragen schräg, quer verlaufend
Beispiele:
diagonale Striche
die Wege durchschneiden den Park diagonal
umgangssprachlichein Buch diagonal lesen (= ein Buch oberflächlich lesen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

diagonal · Diagonale
diagonal Adj. ‘zwei nicht benachbarte Ecken eines Vielecks miteinander verbindend, schräg, quer verlaufend’ (2. Hälfte 18. Jh.; zuvor als Bestimmungswort in Zusammensetzungen, vgl. Diagonal-lini, 16. Jh., lini diagonalis, Ende 15. Jh.), entlehnt aus lat. diagōnālis, einer Weiterbildung von gleichbed. lat. diagōnios, griech. diagṓnios (διαγώνιος) ‘von einem Winkel zum anderen, von Ecke zu Ecke’, zu griech. gōnía (γωνία) ‘Winkel, Ecke’; vgl. griech. gṓnios (γώνιος), gōniakós (γωνιακός) ‘winklig, eckig’. Griech. gōnía ist verwandt mit griech. góny (γόνυ) ‘Knie’, lat. genu sowie Knie (s. d.). Diagonale f. zwei nicht benachbarte Ecken eines Vielecks miteinander verbindende Gerade, schräg, quer auf einer Fläche oder im Raum verlaufende Linie, anfangs Diagonal (16. Jh.) mit dem Plur. Diagonals (17. Jh.), danach Diagonale (18. Jh.), wohl verkürzt aus Diagonallinie, lat. līnea diagōnālis (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
diagonal · quer · schief · schräg

Typische Verbindungen zu ›diagonal‹ (berechnet)

Abstand Achse Beinpaar Kumulation Linie Paß Richtung Streifen berühren blocken durchschneiden falten führen gegenüberliegend gestellt halbiert kreuzen laufen laufend liegend schlage teilen verlaufen verlaufend versetzt ziehen überqueren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›diagonal‹.

Verwendungsbeispiele für ›diagonal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frauen, grau gekleidet, durchschritten mit großen Körben diagonal den Platz. [Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324]
Nur wenn man die Augen zusammenkneift, kann man auf dem weißen Bild feine diagonale weiße Streifen entdecken. [Die Zeit, 13.11.1995, Nr. 46]
Selten zeigt die Kamera die Frauen frontal, meist sind sie diagonal aufgenommen. [Die Zeit, 06.02.1989, Nr. 06]
Darunter zieht er diagonale Linien, die sich kreuzen – jeder spielt mal mit jedem. [Süddeutsche Zeitung, 28.09.1996]
Er bewegte sich diagonal in Richtung auf seine Villa zu. [Bild, 14.07.1998]
Zitationshilfe
„diagonal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/diagonal>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
diagnostizieren
diagnostisch
diaglyphisch
diachronisch
diachron
diakonisch
diakritisch
diaktin
dialektal
dialektfrei