dick

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [dɪk]
Wortbildung  mit ›dick‹ als Erstglied: ↗Dickbalg · ↗Dickbauch · ↗Dickbein · ↗Dickdarm · ↗Dickhäuter · ↗Dickkopf · ↗Dickmacher · ↗Dickmadam · ↗Dickmadame · ↗Dickmilch · ↗Dicknischel · ↗Dicksack · ↗Dickschädel · ↗Dickstein · ↗Dicktuer · ↗Dickwanst · ↗dick futtern · ↗dick füttern · ↗dick gepolstert · ↗dick geschwollen · ↗dick geädert · ↗dick machen · ↗dickbauchig · ↗dickbusig · ↗dickbäuchig · ↗dicketun · ↗dickfleischig · ↗dickflüssig · ↗dickfuttern · ↗dickfüttern · ↗dickgepolstert · ↗dickgeschwollen · ↗dickgeädert · ↗dickhaarig · ↗dickhäutig · ↗dickleibig · ↗dicklippig · ↗dickmachen · ↗dickschalig · ↗dickstängelig · ↗dickstänglig · ↗dicktun · ↗dickwandig
 ·  mit ›dick‹ als Letztglied: ↗armdick · ↗balkendick · ↗bleistiftdick · ↗daumendick · ↗faustdick · ↗fingerdick · ↗fußdick · ↗knüppeldick · ↗mitteldick · ↗nudeldick · ↗papierdick · ↗zentimeterdick · ↗zolldick
 ·  mit ›dick‹ als Binnenglied: ↗Agavendicksaft · ↗knüppeldickevoll
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
gibt den Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten eines Körpers an
Grammatik: einer Maßangabe nachgestellt
Beispiele:
der Stoff ist 3 Millimeter dick
dieser Wollstoff ist noch etwas dicker
das Brett ist nur einen Zentimeter, drei Finger dick
die Mauern sind einen Meter dick
eine Eisdecke, 3 Meter dick
2.
groß an Masse, Volumen
a)
massig, umfangreich
Gegenwort zu dünn
Beispiele:
ein dicker Ast, Baumstamm
ein dicker Ballen Stoff
ein dicker Mensch
sein dicker Bauch
saloppso ein Dicker (= wohlbeleibter Mensch)!
eine dicke Zigarre rauchen
sie […] weinte dicke Tränen [ BöllHaus68]
bildlich
Beispiel:
salopper bekam von seinem Chef eine dicke Zigarre verpasst (= er erhielt einen schweren Tadel)
siehe auch Dickerchen
Beispiele:
Mehlspeisen machen dick
dick sein, werden
er ist dick wie ein Fass, Mehlsack
saloppsich dick essen (= sich satt essen)
saloppsich dick und fett, dick und rund essen
vulgärer fraß sich dick und voll
stark
Beispiele:
ein dicker Glas, Buch, ein dicker Stock
umgangssprachlichein dicker Wälzer
eine dicke Scheibe Wurst abschneiden
ein dicker Stoff, Mantel, Teppich
eine dicke (= massive) Mauer, Wand
am Rande des Sumpfes bildete sich eine dicke Schlammkruste
das Wasser sprang in dickem Strahl aus der Fontäne
ein dicker Pelz, dickes Fell
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlicher hat ein dickes Fell (= macht sich nichts draus)
b)
krankhaft angeschwollen
Beispiele:
dicke Adern, Lippen
ein dickes Gesicht
der Fuß ist, wird ganz dick
er hat durch seine Erkältung einen ganz dicken Hals bekommen
Er [der Betrunkene] spricht mit dicker Zunge [ FalladaWolf2,410]
salopp, bildlich
Beispiele:
einen dicken Kopf haben (= den Kopf voller Sorgen haben)
mit einem dicken Kopf (= bekümmert) dasitzen
c)
zähflüssig
Beispiele:
eine dicke Suppe
dicke (= geronnene, saure) Milch
umgangssprachlich dicker (= starker) Kaffee
dickes Blut quillt aus der Wunde
dicker Schweiß bricht ihm aus allen Poren
der Brei ist dick gekocht
landschaftlichdas ist klar wie dicke Tinte (= das ist völlig klar)
sprichwörtlichBlut ist dicker als Wasser (= Bande des Blutes verbinden am festesten)
d)
dicht, eine große, gedrängte Masse bildend, undurchdringlich
Beispiele:
dicke Scharen von Zuschauern
mitten im dicksten Getümmel, Verkehr
dickes Haar
dicke Brauen
dickes Buschwerk
der Dachs verkroch sich im dicksten Gestrüpp
dicker Qualm
dicke Finsternis
die Butter dick aufs Brot auftragen, schmieren
Der Nebel war noch immer zum Schneiden dick [ SeghersSiebtes Kreuz4,21]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachliches ist dicke Luft (= es droht Gefahr) ZDL
umgangssprachlichjmdm. durch dick und dünn (= überallhin) folgen
umgangssprachlichfür jmdn., mit jmdm. durch dick und dünn gehen
sehr
Grammatik: vor partizipialen Adjektiven
Beispiele:
die Wege sind dick verschneit
das Sofa ist dick gepolstert
e)
salopp, übertragen über die Maßen groß, gewichtig
Synonym zu dicke
Beispiele:
ein dicker Auftrag, ein dickes Geschäft
eine dicke Freundschaft
ein dickes Lob ernten
einen dicken Freund haben
er hat bei ihm eine dicke Nummer (= er ist bei ihm groß angeschrieben)
dicke Reden halten
einen dicken Strich unter etw. machen (= etw. nachdrücklich als erledigt betrachten)
dicke Briefe schreiben
den dicken Wilhelm spielen (= großtun)
mitten in der dicksten Arbeit
ein dicker (= schwerer) Fehler, Schnitzer
umgangssprachlich, abwertenddas ist ein dicker Hund (= ein starkes Stück)
das dicke Ende (= Schwierigste) kommt noch, kommt nach
ein dickes Gehalt, dicker Profit
dicke (= viele) Gelder einstecken
er hat eine dicke (= gefüllte) Brieftasche
er hat es dick, dicke (= er ist reich genug)
sein Kapital hat sich dick, dicke verzinst
Manche schwingen auch bloß dicke Töne (= geben sehr an) [ NellFischer150]
sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
jmdm. etw. dick ankreiden, anstreichen
dick auftragen, auftrumpfen, lügen
er ist dick mit ihm befreundet
er hat es dick hinter den Ohren (= er ist sehr gewitzt)
das kommt alles auf einmal zu dick, dicke (= das ist zuviel)
immer nur dick verleumden, es bleibt stets etwas hängen [ A. ZweigRegenbogen297]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dick · Dicke · dickicht · Dickicht · Dickkopf
dick Adj. ‘umfangreich, zähflüssig, dicht’, ahd. thicki (um 800), mhd. dicke, dic, asächs. thikki, mnd. dicke, mnl. dicke, nl. dik, afries. thikke, aengl. þicce, auch ‘finster, neblig’, engl. thick, anord. þykkr, þjokkr, schwed. tjock (germ. *þeku-) haben Entsprechungen nur im Kelt., z. B. air. tiug, kymr. tew, bret. teo ‘dick’. Man erschließt daraus einen Ansatz ie. *tegu̯- ‘dick’ oder vermutet in den kelt. germ. Bezeugungen die Fortsetzung eines nicht-ie. Substrats (de Vries Nl. 117). Das Adverb dicke, ahd. thicko, mhd. dicke ‘oft, häufig’, ist landschaftlich noch heute üblich. Die alte Bedeutung ‘dicht’ ist erhalten in Verbindungen wie dicker Wald, dicker Nebel, auch übertragen in dicke Luft ‘brenzlige Lage’ (Anfang 20. Jh.) sowie in der Wendung durch dick und dünn ‘durch unwegsames Gelände’ (16. Jh.), ‘durch schwierige Situationen’ (19. Jh.). Dicke f. ‘Körperfülle, großer Umfang, Dichte’, ahd. thickī (8. Jh.), mhd. dicke, asächs. thikki. Vom Adj. abgeleitet dickicht Adj. ‘dicht, undurchdringlich’ (17. Jh.) und Dickicht n. ‘undurchdringliches Gehölz’ (17. Jh.). Dickkopf m. ‘eigensinniger, starrsinniger Mensch’ (19. Jh.), älter ‘dumme, schwerfällige Person’ (17. Jh.), Possessivkompositum, eigentlich Beiname für Personen oder Bezeichnung für Tiere mit großem Kopf (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgedunsen · ↗beleibt · dick und fett (verstärkend) · ↗dickbäuchig · ↗dickleibig · ↗drall · ↗feist · ↗fettleibig · ↗füllig · ↗korpulent · ↗kugelrund · ↗massig · ↗mollig · ↗schmerbäuchig · ↗wohlbeleibt · ↗wohlgenährt · über Normalgewicht · ↗übergewichtig · ↗üppig  ●  dick  Hauptform · ↗stark  verhüllend · ↗stattlich  verhüllend · ↗vollschlank  verhüllend · ↗wohlgerundet  verhüllend · (etwas) auf den Rippen haben  ugs., variabel · ↗adipös  fachspr., medizinisch · aus der Form geraten  ugs. · ↗fett  derb · gut gepolstert  ugs., ironisch · ↗wampert  ugs., bayr.
Assoziationen
Antonyme
  • dick  Hauptform · dick  Hauptform · ↗dünn
Synonymgruppe
angeschwollen · ↗bauschig · dick · gebauscht · ↗geschwollen · ↗wulstig
Synonymgruppe
ansehnlich (Rente, Pension, Tantiemen, Diäten) · ↗großzügig · reichlich bemessen · ↗üppig  ●  dick  ugs., fig. · ↗fett  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dick‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dick‹.

Zitationshilfe
„dick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dick>, abgerufen am 19.04.2021.

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