dick
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›dick‹ als Erstglied: ↗Dickbalg · ↗Dickbauch · ↗Dickbein · ↗Dickdarm · ↗Dickhäuter · ↗Dickkopf · ↗Dickmacher · ↗Dickmilch · ↗Dicknischel · ↗Dicksack · ↗Dickschädel · ↗Dicktuer · ↗Dickwanst · ↗dickbauchig · ↗dickbusig · ↗dickbäuchig · ↗dicketun · ↗dickfleischig · ↗dickflüssig · ↗dickfuttern · ↗dickfüttern · ↗dickgepolstert · ↗dickgeschwollen · ↗dickhaarig · ↗dickhäutig · ↗dickleibig · ↗dicklippig · ↗dickmachen · ↗dickschalig · ↗dicktun · ↗dickwandig
 ·  mit ›dick‹ als Letztglied: ↗armdick · ↗balkendick · ↗bleistiftdick · ↗daumendick · ↗faustdick · ↗fingerdick · ↗fußdick · ↗knüppeldick · ↗mitteldick · ↗nudeldick · ↗papierdick · ↗zentimeterdick · ↗zolldick
 ·  mit ›dick‹ als Binnenglied: ↗knüppeldickevoll
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
einer Maßangabe nachgestellt
gibt den Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten eines Körpers an
Beispiele:
der Stoff ist 3 Millimeter dick
dieser Wollstoff ist noch etwas dicker
das Brett ist nur einen Zentimeter, drei Finger dick
die Mauern sind einen Meter dick
eine Eisdecke, 3 Meter dick
2.
groß an Masse, Volumen
a)
massig, umfangreich
Gegenwort zu dünn
Beispiele:
ein dicker Ast, Baumstamm
ein dicker Ballen Stoff
ein dicker Mensch
sein dicker Bauch
so ein Dicker! (= wohlbeleibter Mensch!) salopp
eine dicke Zigarre rauchen
sie ... weinte dicke Tränen [BöllHaus68]
bildlich
Beispiel:
er bekam von seinem Chef eine dicke Zigarre verpasst (= er erhielt einen schweren Tadel) salopp
siehe auch Dickerchen
Beispiele:
Mehlspeisen machen dick
dick sein, werden
er ist dick wie ein Fass, Mehlsack
sich dick essen (= sich satt essen) salopp
sich dick und fett, dick und rund essen salopp
er fraß sich dick und voll vulgär
stark
Beispiele:
ein dicker Glas, Buch, ein dicker Stock
ein dicker Wälzer umgangssprachlich
eine dicke Scheibe Wurst abschneiden
ein dicker Stoff, Mantel, Teppich
eine dicke (= massive) Mauer, Wand
am Rande des Sumpfes bildete sich eine dicke Schlammkruste
das Wasser sprang in dickem Strahl aus der Fontäne
ein dicker Pelz, dickes Fell
bildlich
Beispiel:
er hat ein dickes Fell (= macht sich nichts draus) salopp
b)
krankhaft angeschwollen
Beispiele:
dicke Adern, Lippen
ein dickes Gesicht
der Fuß ist, wird ganz dick
er hat durch seine Erkältung einen ganz dicken Hals bekommen
Er [der Betrunkene] spricht mit dicker Zunge [FalladaWolf2,410]
salopp, bildlich
Beispiele:
einen dicken Kopf haben (= den Kopf voller Sorgen haben)
mit einem dicken Kopf (= bekümmert) dasitzen
c)
zähflüssig
Beispiele:
eine dicke Suppe
dicke (= geronnene, saure) Milch
dicker (= starker) Kaffee umgangssprachlich
dickes Blut quillt aus der Wunde
dicker Schweiß bricht ihm aus allen Poren
der Brei ist dick gekocht
das ist klar wie dicke Tinte (= das ist völlig klar) landschaftlich
Blut ist dicker als Wasser (= Bande des Blutes verbinden am festesten) sprichwörtlich
d)
dicht, eine große, gedrängte Masse bildend, undurchdringlich
Beispiele:
dicke Scharen von Zuschauern
mitten im dicksten Getümmel, Verkehr
dickes Haar, dicke Brauen
dickes Buschwerk
der Dachs verkroch sich im dicksten Gestrüpp
dicker Qualm, dicke Finsternis
die Butter dick aufs Brot auftragen, schmieren
Der Nebel war noch immer zum Schneiden dick [SeghersSiebtes Kreuz4,21]
bildlich
Beispiele:
es ist dicke Luft (= es droht Gefahr) salopp
jmdm. durch dick und dünn (= überallhin) folgen umgangssprachlich
für jmdn., mit jmdm. durch dick und dünn gehen umgangssprachlich
vor part. Adj.
sehr
Beispiele:
die Wege sind dick verschneit
das Sofa ist dick gepolstert
e)
salopp, übertragen über die Maßen groß, gewichtig
Synonym zu dicke
Beispiele:
ein dicker Auftrag, ein dickes Geschäft
eine dicke Freundschaft
ein dickes Lob ernten
einen dicken Freund haben
er hat bei ihm eine dicke Nummer (= er ist bei ihm groß angeschrieben)
dicke Reden halten
einen dicken Strich unter etw. machen (= etw. nachdrücklich als erledigt betrachten)
dicke Briefe schreiben
den dicken Wilhelm spielen (= großtun)
mitten in der dicksten Arbeit
ein dicker (= schwerer) Fehler, Schnitzer
das ist ein dicker Hund (= ein starkes Stück)
das dicke Ende (= Schwierigste) kommt noch, kommt nach
ein dickes Gehalt, dicker Profit
dicke (= viele) Gelder einstecken
er hat eine dicke (= gefüllte) Brieftasche
er hat es dick, dicke (= er ist reich genug)
sein Kapital hat sich dick, dicke verzinst
Manche schwingen auch bloß dicke Töne (= geben sehr an) [NellFischer150]
adverbiell
sehr
Beispiele:
jmdm. etw. dick ankreiden, anstreichen
dick auftragen, auftrumpfen, lügen
er ist dick mit ihm befreundet
er hat es dick hinter den Ohren (= er ist sehr gewitzt)
das kommt alles auf einmal zu dick, dicke (= das ist zuviel)
immer nur dick verleumden, es bleibt stets etwas hängen [A. ZweigRegenbogen297]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dick · Dicke · dickicht · Dickicht · Dickkopf
dick Adj. ‘umfangreich, zähflüssig, dicht’, ahd. thicki (um 800), mhd. dicke, dic, asächs. thikki, mnd. dicke, mnl. dicke, nl. dik, afries. thikke, aengl. þicce, auch ‘finster, neblig’, engl. thick, anord. þykkr, þjokkr, schwed. tjock (germ. *þeku-) haben Entsprechungen nur im Kelt., z. B. air. tiug, kymr. tew, bret. teo ‘dick’. Man erschließt daraus einen Ansatz ie. *tegu̯- ‘dick’ oder vermutet in den kelt. germ. Bezeugungen die Fortsetzung eines nicht-ie. Substrats (de Vries Nl. 117). Das Adverb dicke, ahd. thicko, mhd. dicke ‘oft, häufig’, ist landschaftlich noch heute üblich. Die alte Bedeutung ‘dicht’ ist erhalten in Verbindungen wie dicker Wald, dicker Nebel, auch übertragen in dicke Luft ‘brenzlige Lage’ (Anfang 20. Jh.) sowie in der Wendung durch dick und dünn ‘durch unwegsames Gelände’ (16. Jh.), ‘durch schwierige Situationen’ (19. Jh.). Dicke f. ‘Körperfülle, großer Umfang, Dichte’, ahd. thickī (8. Jh.), mhd. dicke, asächs. thikki. Vom Adj. abgeleitet dickicht Adj. ‘dicht, undurchdringlich’ (17. Jh.) und Dickicht n. ‘undurchdringliches Gehölz’ (17. Jh.). Dickkopf m. ‘eigensinniger, starrsinniger Mensch’ (19. Jh.), älter ‘dumme, schwerfällige Person’ (17. Jh.), Possessivkompositum, eigentl. Beiname für Personen oder Bezeichnung für Tiere mit großem Kopf (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beleibt · dick und fett (verstärkend) · ↗dickbäuchig · ↗dickleibig · ↗drall · ↗feist · ↗fettleibig · ↗füllig · ↗korpulent · ↗kugelrund · ↗mollig · ↗schmerbäuchig · ↗wohlbeleibt · ↗wohlgenährt · über Normalgewicht · ↗übergewichtig · ↗üppig  ●  ↗stark  verhüllend · ↗stattlich  verhüllend · ↗vollschlank  verhüllend · ↗wohlgerundet  verhüllend · (etwas) auf den Rippen haben  ugs., variabel · ↗adipös  fachspr., medizinisch · aus der Form geraten  ugs. · ↗fett  derb · gut gepolstert  ugs., ironisch · ↗wampert  ugs., bair.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
angeschwollen · ↗bauschig · gebauscht · ↗geschwollen · ↗wulstig
Synonymgruppe
ansehnlich (Rente, Pension, Tantiemen, Diäten) · ↗großzügig · reichlich bemessen · ↗üppig  ●  ↗fett  ugs., fig.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktenordner Backen Bauch Bretter Brille Brillengläsern Brocken Buch Fell Fisch Fragezeichen Hals Jacken Lettern Lippe Lob Luft Mauern Ordner Scheiben Schicht Strich Teppiche Wolken Wälzer Zigarre aufgetragenen aufträgt dünn fett

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dick‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie machen also gleich dick, und sie sind prinzipiell gleich schädlich für die Zähne.
Die Zeit, 03.07.2013, Nr. 23
Pünktlich um halb sechs Uhr standen beide gestern abend dann dick angezogen auf dem Dach.
Die Welt, 01.02.2006
Das macht alle Essen nicht schon wieder dick, dafür aber vergnügt.
Schönfeldt, Sybil: Leichte schnelle Küche, Hamburg: Litten 1978, S. 61
Warum hast du deinen dicken Mann umgebracht und der ersten Frau das Kind rauben wollen?
Klabund: Der Kreidekreis. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 15006
Zitationshilfe
„dick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dick>, abgerufen am 22.10.2017.

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