dickfellig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdick-fel-lig
formal verwandt mitFell
Wortbildung mit ›dickfellig‹ als Erstglied: ↗Dickfelligkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp gleichgültig, unempfindlich
Beispiele:
ein dickfelliger Bursche
dickfellig sein
er stellt sich dickfellig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fell · dickfellig
Fell n. ‘behaarte Tierhaut, Pelz’, ahd. fel (8. Jh.), mhd. vel (Genitiv velles), asächs. fell, mnd. mnl. nl. vel, aengl. fel(l), engl. fell, anord. -fell, got. -fill in þrūtsfill ‘Aussatz’ gehen mit griech. péllās (πέλλας) ‘Häute’ (Akkusativ Plur.), lat. pellis ‘Fell, Haut, Pelz, Leder’ (s. ↗Pelle, ↗Pelz) auf die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ zurück; s. auch verwandtes ↗befehlen, ↗empfehlen und mit m-Formans gebildetes ↗Film. Die Verdopplung -ll- beruht auf Assimilation einer Wurzelerweiterung mit n-Formans. Verwandt sind ferner aslaw. pelena ‘Windel’, russ. pelená (пелена), lit. plẽnė̃ ‘dünnes Häutchen, Membrane’. Fell bezeichnet bis ins 16. Jh. die tierische wie auch die menschliche Haut; erst mit Luthers Bibelübersetzung setzt sich eine Differenzierung in Fell ‘Tierhaut’, später ‘behaarte Tierhaut, Pelz’, und Haut ‘menschliche Haut’ durch. Häufig in redensartlichen Wendungen wie jmdm. das Fell über die Ohren ziehen ‘betrügen’ aus der Sprache des Abdeckers (17. Jh.), die Felle schwimmen einem davon ‘jmds. Hoffnungen zerrinnen, vergehen’ aus der Sprache des Gerberhandwerks, ebenso jmdm. das Fell gerben ‘verprügeln’, ein dickes Fell haben ‘unempfindlich sein’. dickfellig Adj. ‘unempfindlich’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(so leicht) nicht zu erschüttern · dickfellig · ↗seelenruhig · ↗unbeeindruckt · ↗ungerührt  ●  (jemanden) bringt so schnell nichts aus der Ruhe  floskelhaft · (so leicht) nicht aus der Ruhe zu bringen  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
abgestumpft · ↗bräsig · ↗dickhäutig · ↗gefühllos · ↗gefühlskalt · ↗gleichgültig · ↗grob · ↗insensibel · ↗mitleidlos · ↗taktlos · ↗teilnahmslos · ↗unempfindlich · ↗unsensibel  ●  ↗abgebrüht  ugs. · dickfellig  ugs. · ↗schmerzfrei  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer so oft nach vorn gefahren ist wie wir, der wird dickfellig.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 49
Jedoch sollen Sie auch nicht dickfellig, plump und intellektuell übersichtlich strukturiert wirken.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 200
Gott erhalte der Akademie die Kraft, selbst dickfelligste Politiker so wirksam kränken zu können.
Die Zeit, 25.05.2005, Nr. 22
Das Problem sind nicht die Hunde, sondern ihre dickfelligen Halter.
Der Tagesspiegel, 13.10.2003
Man tadle die Kinder in Gegenwart Fremder so wenig als möglich; es macht sie dickfellig und erstickt ihr Ehrgefühl.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24722
Zitationshilfe
„dickfellig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dickfellig>, abgerufen am 16.10.2019.

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