diebisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdie-bisch
GrundformDieb
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
auf Diebstahl ausgehend
Beispiele:
ein diebischer Kerl
eine diebische Elster
so wird man Tag und Nacht von diesem diebischen Gesindel bestohlen! [AndresPortiuncula46]
bildlich
Beispiel:
sie ist eine diebische Elster (= sie stiehlt wie eine Elster)
2.
umgangssprachlich verstohlen, heimlich
Beispiele:
ein diebisches Vergnügen
mit diebischem Lächeln
das macht mir einen diebischen (= großen) Spaß
sich auf, über etw. diebisch (= sehr) freuen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dieb · diebisch · Diebstahl
Dieb m. ‘wer stiehlt, Spitzbube’, ahd. thiob (9. Jh.), mhd. diep, diup, asächs. thiof, afries. thiāf, aengl. þēof, engl. thief, mnl. nl. dief, anord. þjōfr, schwed. tjuv, got. þiufs (germ. *þeuba-) sind in ihrer Herkunft nicht sicher zu erklären. Möglich ist der Anschluß an die Wurzel ie. *teup- ‘sich niederkauern’, wozu lit. tū̃pti ‘sich hinhocken’; Dieb wäre dann als einer zu verstehen, der sich heimlich duckt, um nicht gesehen zu werden. de Vries Nl. 115 hält diese Ausgangsbedeutung für wenig befriedigend und glaubt, daß das germ. gut bezeugte Wort einem vorie. Substrat entstammen könne. diebisch Adj. ‘wie ein Dieb’, mhd. diebisch, mnd. dēvisch. Diebstahl m. ‘Aneignung fremden Besitzes’, mhd. diupstāle f., diepstāl f. Das erste, später an Dieb angeglichene Kompositionsglied liegt vor in ahd. thiuba f. (8. Jh.), mhd. diube f., nhd. Deube f. ‘Diebstahl, Gestohlenes’ (bis ins 18. Jh. bezeugt), das zweite Kompositionsglied in ahd. stāla f. (zu ↗stehlen, s. d.) ‘Diebstahl’. Im 15. Jh. tritt, wohl über die konkrete Bedeutung ‘Gestohlenes, Diebesgut’, Genuswechsel zum Mask. ein.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absicht Affe Bruder Duo Elster Freude Griff Grinsen Lust Lächeln Postbotin Putzfrau Pärchen Rabe Schwester Spaß Vergnügen Vogel amüsieren fast freuen geradezu jedesmal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›diebisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber gemerkt hätten sie dann doch nichts, vermag er sich noch heute diebisch zu freuen.
Die Zeit, 29.06.2007 (online)
Nur eines hält sie noch zusammen: gemeinsam müssen sie das Kreuz des diebischen Sohnes tragen.
Der Tagesspiegel, 03.02.2002
Unseren oft mit einem kindlichen Gemüt gesegneten Schriftstellern bereitet diese Äußerung geradezu diebisches Vergnügen.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 2
Über dieses kleine Husarenstück habe ich mich noch lange diebisch gefreut.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 103
Er freute sich diebisch darüber, daß er die Zigeuner dazu gebracht hatte, ihre Hände zu gebrauchen.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 198
Zitationshilfe
„diebisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/diebisch>, abgerufen am 23.04.2019.

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