dielen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdie-len
GrundformDiele1
Wortbildung mit ›dielen‹ als Erstglied: ↗Dielung  ·  mit ›dielen‹ als Letztglied: ↗ausdielen
eWDG, 1967

Bedeutung

den Fußboden eines Raumes mit Dielen belegen
Beispiele:
eine Stube, die Scheune frisch dielen
ein sauber gedielter Fußboden
Die ganze Wohnung […] war mit roten Ziegeln gedielt [G. Hauptm.3,493]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diele · dielen
Diele f. ‘Fußboden(brett), Vorraum’. Das Wort ist in alter Zeit in vielen Form- und Bedeutungsvarianten vertreten; ahd. thil m. (8. Jh.), thilo m., thilla f. ‘starkes Brett, Bretterwand, -boden’ (11. Jh.), mhd. dil f. m., dille f. ‘Brett, Bretterwand, bretterne Seitenwand eines Schiffes, Verdeck, Bretterfußboden, oberer Boden des Hauses’, asächs. thili f. ‘Diele, Brett, Pult’, mnd. dēle f. ‘Brett, Fußboden, Hausflur’, mnl. dēle, nl. deel ‘Tenne, Brett’, aengl. þille n. ‘dünnes Brett, Planke, Flurbelag’, þel n. ‘Planke, Platte’, þelu f. in buruhþelu ‘Burgflur’, anord. þil(i) n. ‘Bretterwand, Bretterboden’, þilja f. ‘Brett im Schiffsboden, Ruderbank’, þel n. ‘Grund, Boden’, schwed. tilja ‘Diele, Bühne’. Die germ. Formen *þil- (zum Teil mit Gemination verursachendem j-Suffix *þieljō-) stellen sich mit aind. talam ‘Fläche, Ebene, Handfläche’, griech. tēlía (τηλία) ‘Tisch oder Brett mit erhöhtem Rand, Würfel-, Küchenbrett’, lat. tellūs ‘Erde’, lit. tìlės Plur. ‘Bodenbretter im Kahn, Bodenbelag’, tìltas ‘Brücke’ zur Wurzel ie. *tel(ə)- ‘flach, flacher Boden, Brett’. Die im Nhd. üblichen Bedeutungen sind zum Teil vom Nd. beeinflußt; Diele ist der aus Brettern hergestellte oder (in Norddeutschland) der aus Lehm gestampfte Fußboden, dann auch der ebenerdige große Raum des niedersächsischen Bauernhauses, der als Tenne und ursprünglich auch als Herdraum dient, dann der ‘Vorraum’. Diele in Eis- und Tanzdiele erklärt sich aus ‘große Fußbodenfläche, großer Raum’. Die literatursprachliche Form ist wohl von mnd. nd. (im 14. bis. 16. Jh. auch md.) dēle f. beeinflußt. dielen Vb. ‘Fußboden mit Brettern belegen’, mhd. dillen ‘mit Brettern decken, aus Brettern machen’, vgl. ahd. githillōn ‘bedecken’ (11. Jh.).
Zitationshilfe
„dielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dielen>, abgerufen am 13.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Dielektrizitätskonstante
dielektrisch
Dielektrikum
Diele
diejenige
Dielenboden
Dielenbrett
Dielenfenster
Dielenfuge
Dielenfußboden