dienern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdie-nern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›dienern‹ als Erstglied: ↗Dienerei
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend Verbeugungen, Komplimente machen
Beispiele:
der Empfangschef der Firma dienerte vor den Kunden
höflich, zuvorkommend, linkisch dienern
übertragen sich unterwürfig, knechtisch benehmen
Beispiele:
sein fortwährendes Dienern ist würdelos
immerfort dienerte (= scharwenzelte) er vor dem Direktor
ein niedriger, brutaler Wicht, der nach oben dienerte und nach unten trat [BredelHeerstraßen56]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch ↗Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Herr an

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dienern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lauschen, klatschen, dienern, speisen - und reden doch tatsächlich sehr konstruktiv miteinander.
Süddeutsche Zeitung, 27.10.1995
Dann erscheint, dienernd, der Kanzler, weniger wie ein Partner, eher wie ein Vasall.
Die Zeit, 21.02.1983, Nr. 08
Christof grüßte auf deutsch und auf russisch, und der Meister dienerte mit glänzenden Augen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 02.03.1927
Ein Ober dienerte uns an einen freien Tisch und legte uns ein in rotes Leder gebundenes Buch vor die Nase.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 8
Die Monopole hätten den Kanzler zu ihrer Handpuppe gemacht und ließen ihn auf fernen Märkten dienern.
konkret, 1996
Zitationshilfe
„dienern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dienern>, abgerufen am 17.11.2019.

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