Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dienlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung dien-lich
eWDG

Bedeutung

nützlich, förderlich
Beispiele:
dienliche Angaben, Auskünfte
[Personen] die ihr dienliche Winke geben konnten [ Wasserm.Gänsemännchen275]
jmdm., einer Sache (mit etw.) dienlich seinjmdm., einer Sache (mit etw.) nützen
Beispiele:
eure Hinweise sind uns sehr dienlich
mit meinem Vorschlag kann ich dir vielleicht dienlich sein
Ein langer scheunenartiger Bau schien meinem Zwecke dienlich [ CarossaKindheit22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dienlich · fruchtbar · förderlich · gewinnbringend · gut · gute Dienste leisten · günstig · hilfreich · lohnend · nutzbringend · nutzwertig · nützlich · opportun · positiv · von Nutzen · von Vorteil · vorteilhaft · wertvoll · zuträglich  ●  ersprießlich  geh. · gedeihlich  geh. · sachdienlich  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
dienlich · förderlich · hilfreich · subsidiär · unterstützend · zuträglich
Synonymgruppe
dienlich · empfehlenswert · empfiehlt sich · patent · praktikabel · praktisch · praxistauglich · zweckdienlich · zweckmäßig  ●  geschickt  ugs., süddt.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dienlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dienlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›dienlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viel Bewegung in frischer Luft ist der werdenden Mutter besonders dienlich. [Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 370]
Die Führer der »Illyrischen Bewegung« erkannten bald in der Musik eine ihren Zielen dienliche Macht. [Rihtman, Cvjetko u. a.: Jugoslawien. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 45585]
Für sie ist der Nutzer inklusive seiner Daten nur Mittel zum Zweck, nur ihrem Profit dienlich. [Die Zeit, 11.04.2011, Nr. 15]
Dem pädagogischen Ansinnen der Autoren, das den Text bisweilen etwas bieder erscheinen läßt, ist dies sicherlich nicht dienlich. [Die Zeit, 06.12.1991, Nr. 50]
Das Antichambrieren bei den Ölländern ist unserem Ansehen im arabischen Raum nicht sehr dienlich. [Die Zeit, 13.06.1975, Nr. 25]
Zitationshilfe
„dienlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dienlich>.

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