dienlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdien-lich (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

nützlich, förderlich
Beispiele:
dienliche Angaben, Auskünfte
[Personen] die ihr dienliche Winke geben konnten [Wasserm.Gänsemännchen275]
jmdm., einer Sache (mit etw.) dienlich seinjmdm., einer Sache (mit etw.) nützen
Beispiele:
eure Hinweise sind uns sehr dienlich
mit meinem Vorschlag kann ich dir vielleicht dienlich sein
Ein langer scheunenartiger Bau schien meinem Zwecke dienlich [CarossaKindheit22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch ↗Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dienlich · ↗fruchtbar · ↗förderlich · ↗gewinnbringend · ↗gut · gute Dienste leisten · ↗günstig · ↗hilfreich · ↗lohnend · ↗nutzbringend · ↗nutzwertig · ↗nützlich · ↗opportun · von Nutzen · von Vorteil · ↗vorteilhaft · ↗wertvoll · ↗zuträglich  ●  ↗ersprießlich  geh. · ↗gedeihlich  geh. · ↗sachdienlich  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
behilflich · dienlich · ↗förderlich · ↗fördernd · ↗hilfreich · ↗subsidiär · unterstützend · ↗zuträglich
Synonymgruppe
dienlich · ↗empfehlenswert · empfiehlt sich · ↗patent · ↗praktikabel · ↗praktisch · praxistauglich · ↗zweckdienlich · ↗zweckmäßig  ●  ↗geschickt  ugs., süddt.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hinweis Rückkehr besonders dazu durchaus eben ebenso eher erachten erweisen es förderlich gerade gewiß gleichermaßen kaum keineswegs natürlich nicht nur sehr sicherlich sogar unbedingt wenig wohl Äußerung äußerst überaus überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dienlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wäre nicht eine große Koalition dem Volke dienlicher und gerechter gewesen?
Bild, 12.11.1998
Für die Verfolgung des Täters wäre es dienlich, möglichst kein öffentliches Aufheben zu machen.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.1998
Die Führer der »Illyrischen Bewegung« erkannten bald in der Musik eine ihren Zielen dienliche Macht.
Rihtman, Cvjetko u. a.: Jugoslawien. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 45585
Viel Bewegung in frischer Luft ist der werdenden Mutter besonders dienlich.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 370
Allmählich aber schuf er sich aus dieser Neigung gerade eine dem Leben dienliche Philosophie.
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1955 [1927], S. 46
Zitationshilfe
„dienlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dienlich>, abgerufen am 22.02.2019.

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