differenzieren

GrammatikVerb · differenziert, differenzierte, hat differenziert
Aussprache
Worttrennungdif-fe-ren-zie-ren
HerkunftLatein
WortzerlegungDifferenz-ieren
Wortbildung mit ›differenzieren‹ als Erstglied: ↗Differenzierung · ↗differenzierbar  ·  mit ›differenzieren‹ als Letztglied: ↗ausdifferenzieren · ↗entdifferenzieren  ·  mit ›differenzieren‹ als Grundform: ↗differenziert  ·  formal verwandt mit: ↗undifferenziert
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
feine, bis ins Einzelne gehende Unterschiede machen
Beispiele:
wir wissen zu differenzieren
Biologiedie einzelnen Arten der Tiere und Pflanzen wurden schon frühzeitig differenziert (= bildeten schon frühzeitig aus ursprünglich gleichartigen Formen ungleichartige heraus)
sich differenzieren
Beispiel:
die Berufe differenzieren sich heute immer mehr
DDR, Landwirtschaft landwirtschaftliche Erzeugnisse bei der Pflichtablieferung unterschiedlich veranlagen
differenziertfein abgestuft, individuell verschieden
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
die bis aufs Äußerste differenzierten technischen Prozesse
die Farben des Regenbogens wurden immer differenzierter
ein wenig differenziertes Seelenleben
[der Konsul] der ... differenzierte Gefühle gekannt und gepflegt hatte [Th. MannBuddenbrooks1,264]
2.
Mathematik eine Funktion nach den Regeln der Differentialrechnung behandeln, ihren Differentialquotienten bestimmen
Beispiel:
eine Gleichung differenzieren

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Unterschied machen (zwischen) · ↗auseinanderhalten · nicht verwechseln · ↗trennen · ↗unterscheiden  ●  differenzieren  geh. · ↗distinguieren  geh., selten
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bedürftigkeit Bonität Eigenkapitalunterlegung Entwicklungsstand Kinderzahl Kreditrisiko Kreditvergabe Kreditwürdigkeit Lebensalter Leberzelle Lohn Produktangebot Schulart Schulform Stammzelle Tageszeit Wettbewerber Zelle Zelletype ausdifferenzieren fein herausdifferenzieren individualisieren komplizieren konkretisieren präzisieren relativieren verfeinern voneinander Überschussbeteiligung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›differenzieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem sollte man bei derartigen Beschränkungen nach dem jeweiligen Verschulden differenzieren.
C't, 2001, Nr. 9
Wenn man das ihnen genau erklärt, können sie genauso differenzieren wie die Großen.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.1999
Der zunftmäßige Meister legte Wert darauf, sich deutlich von ihm zu differenzieren und seine Rechte zu wahren.
Röhrich, Lutz: pfuschen, Pfuscher. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 8070
Die Situation war freilich nach Ländern recht verschieden und läßt sich auch nicht generell nach Stadt und Land differenzieren.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 17193
Es müßte nach den einzelnen Gebieten und Jahrzehnten differenziert werden.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7651
Zitationshilfe
„differenzieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/differenzieren>, abgerufen am 19.11.2019.

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