Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

differieren

Grammatik Verb · differiert, differierte, hat differiert
Aussprache 
Worttrennung dif-fe-rie-ren
Herkunft aus differrelat ‘auseinandertragen, verzögern, verschieden sein’
eWDG

Bedeutung

verschieden sein, voneinander abweichen
Beispiele:
ihre Ansichten, Meinungen differieren sehr stark
die beiden Uhren differieren (= gehen verschieden)
die Rahmen differieren in der Größe um einige Millimeter
differierende Angaben, Daten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Differenz · differieren · Differential · Differentialrechnung
Differenz f. ‘Unterschied, Meinungsverschiedenheit’, mhd. differenze, entlehnt aus lat. differentia ‘Verschiedenheit’ (zu lat. differre, s. unten). Der mathematische Terminus ‘Ergebnis einer Subtraktion’ entwickelt sich im Spätlat. (Boethius) und wird im 15. Jh. ins Dt. aufgenommen. differieren Vb. ‘abweichen, anderer Meinung sein’, entlehnt aus lat. differre ‘auseinandertragen, verzögern, verschieden sein’, zuerst (16. Jh.) dem lat. Gebrauch entsprechend ‘aufschieben’, danach (17. Jh.) im heute üblichen Sinne ‘verschieden sein’. Differential n. ‘unendlich kleine Differenz zwischen abhängigen Größen’ (18. Jh.), mathematischer Terminus der Differentialrechnung f. (18. Jh.), aus nlat. differentialis Adj. ‘eine Differenz betreffend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) abheben (von) · (sich) herausheben · (sich) unterscheiden (von) · abweichen · anders sein (als) · einer anderen (... z.B. Sorte) zuzuordnen sein · herausfallen · nicht dazugehören · verschieden sein · von anderer Art (sein)  ●  aus anderem Holz geschnitzt sein (Person)  Redensart, fig. · differieren (bildungssprachl.)  geh. · divergieren (bildungssprachl.)  geh.

Typische Verbindungen zu ›differieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›differieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›differieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Museen sind unterschiedlich groß, die Zahlen der Angestellten differieren erheblich. [Die Zeit, 26.01.1996, Nr. 5]
Was jedoch jeweils darunter verstanden wird, differiert von Land zu Land. [Die Zeit, 18.10.2004, Nr. 42]
Alles differiert von sich selbst, und das ist es, was uns zu denken abverlangt wird. [Süddeutsche Zeitung, 15.07.2000]
Zweifellos differieren die moralischen Intuitionen in solchen Fällen innerhalb und zwischen den Kulturen. [Die Zeit, 20.01.2003, Nr. 03]
Unter der hellenistischen Königsherrschaft differierte die Situation in den Städten nur unwesentlich. [Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25451]
Zitationshilfe
„differieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/differieren>.

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