Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

diplomatisch

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [diploˈmaːtɪʃ]
Worttrennung di-plo-ma-tisch · dip-lo-ma-tisch
Wortzerlegung Diplomat -isch
Wortbildung  mit ›diplomatisch‹ als Letztglied: undiplomatisch
Herkunft aus gleichbedeutend diplomatiquefrz
eWDG

Bedeutung

einem Staat als Diplomat dienend
Beispiele:
ein diplomatischer Vertreter, Beobachter
er verkehrte in diplomatischen Kreisen
das diplomatische Korps (= alle bei einem Staat akkreditierten Vertreter auswärtiger Mächte)
einem Staat auf dem Gebiet der Diplomatie dienend
Beispiele:
diplomatische Gespräche, Erfolge
diplomatische Verhandlungen anknüpfen, fortsetzen, beenden
die diplomatischen Beziehungen zu einem Staat aufnehmen, festigen, abbrechen
der Botschafter erhob diplomatische Vorstellungen gegen die neuen Zollbestimmungen
diplomatische Kontakte herstellen
eine diplomatische Mission übernehmen
diplomatische Noten wechseln
gehobensich der diplomatischen Laufbahn widmen
auf diplomatischem Wege einen Protest überreichen
Informationen durch diplomatische Kanäle einholen
er stand viele Jahrzehnte im diplomatischen Dienst
im diplomatischen Verkehr gelten bestimmte Vorschriften
die diplomatische Immunität (= Unverletzlichkeit der Person eines Diplomaten und dessen Schutz vor Strafverfolgung durch das Gastland)
einen Staat diplomatisch anerkennen (= zu einem Staat (durch Diplomaten) Beziehungen aufnehmen)
übertragen gewandt, klug berechnend
Beispiele:
ein diplomatisches Lächeln
ein diplomatischer Schachzug
diplomatisch sein, vorgehen, zu Werke gehen
er ist diplomatisch veranlagt
sich diplomatisch benehmen
er … sagte schlau und diplomatisch drechselnd [ Feuchtw.Füchse669]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diplom · Diplomarbeit · Diplomand · Diplomatik · diplomatisch1 · Diplomat · Diplomatie · diplomatisch2
Diplom n. ‘Ernennungsurkunde, Prüfungsnachweis, Abschlußzeugnis, Urkunde’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. diplōma (Genitiv diplōmatis), griech. díplōma (δίπλωμα) ‘Geleitbrief, Empfehlungsschreiben, Urkunde’, eigentlich ‘das Verdoppelte, zusammengefaltetes Schreiben’ (zum ersten Kompositionsglied s. di-). Neben dem bereits im 17. Jh. bezeugten endungslosen Singular Diplom steht bis ins 18. Jh. ein auf der lat. Stammform beruhender Plural Diplomaten, bis sich in der 2. Hälfte des 18. Jhs. die dt. Deklination Diplome durchsetzt. Seit dem 18. Jh. bezeichnet im wissenschaftlichen Bereich Diplom das ‘Bestätigungsdokument für eine erbrachte Leistung, Abschlußzeugnis’, wird Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Diplomarbeit f. ‘Abschlußarbeit’ an Hoch- und Fachschulen (Ende 19. Jh.) und daran anschließend eine den akademischen Grad ausdrückende Berufsbezeichnung: Diplomingenieur (Dipl.-Ing.), -kaufmann, -landwirt, -physiotherapeut, -volkswirt usw. (20. Jh.). Diplomand m. ‘Student, der an seiner Diplomarbeit schreibt, sein Diplom macht’ (20. Jh.), wohl nach dem Vorbild Doktorand (s. d.). Diplomatik f. ‘Urkundenlehre’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. diplomatique oder unmittelbar aus dem Nlat. (vgl. Mabillon De re diplomatica, 1681). Dem frz. Substantiv liegt das Adjektiv frz. diplomatique, nlat. diplomaticus ‘die Urkunden betreffend’ (zu lat. diplōma, s. oben) zugrunde; dazu diplomatisch1 Adj. ‘die Urkunden betreffend, urkundlich, buchstabengetreu’ (18. Jh.). Diplomat m. ‘Bevollmächtigter, geschickt verhandelnder Mensch’, speziell ‘mit einem bestimmten völkerrechtlichen Status ausgestatteter Vertreter eines souveränen Staates’, entlehnt (Anfang 19. Jh.) aus substantiviertem nlat. diplomaticus (s. oben), unter Einfluß von gleichbed. frz. diplomate, ebenfalls einer Substantivbildung zum Adjektiv frz. diplomatique. Diplomatie f. ‘Regelung zwischenstaatlicher Beziehungen’, Übernahme (18. Jh.) von frz. diplomatie, später (19. Jh.) im Dt. auch ‘Gesamtheit der Diplomaten’. Davon abgeleitet diplomatisch2 Adj. ‘die Diplomatie, die Diplomaten betreffend’, speziell ‘die den internationalen Verkehr regelnden Urkunden und Verträge’, dann ‘den internationalen Verkehr selbst betreffend, geschickt verhandelnd’ (18. Jh.), frz. diplomatique (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›diplomatisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›diplomatisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›diplomatisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die fremden Herren stellten es als unerläßlich hin, unerläßlich für die diplomatische Zusammenarbeit. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 462]
Ich persönlich habe jedenfalls alles getan, um zu versuchen, das Problem diplomatisch zu lösen. [o. A.: Sechsundneunzigster Tag. Montag, 1. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16542]
So macht man sich im diplomatischen Zeremoniell artig was vor. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Das ist diplomatisch, weil die Regierung kein Land verprellen möchte. [Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48]
Wenn aber militärische Erfolge vorlagen, war er auch gegen die diplomatische Initiative. [o. A.: Dreiundneunzigster Tag. Donnerstag, 28. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 9676]
Zitationshilfe
„diplomatisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/diplomatisch#1>.

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diplomatisch

Grammatik Adjektiv · Komparativ: diplomatischer · Superlativ: am diplomatischsten
Aussprache  [diploˈmaːtɪʃ]
Worttrennung di-plo-ma-tisch · dip-lo-ma-tisch
Wortbildung  mit ›diplomatisch‹ als Erstglied: Diplomatik
Herkunft aus diplomatiquefrz bzw. diplomaticusnlat ‘die Urkunden betreffend’
eWDG

Bedeutung

Wissenschaft urkundlich genau
Beispiel:
der diplomatische Abdruck einer Handschrift
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diplom · Diplomarbeit · Diplomand · Diplomatik · diplomatisch1 · Diplomat · Diplomatie · diplomatisch2
Diplom n. ‘Ernennungsurkunde, Prüfungsnachweis, Abschlußzeugnis, Urkunde’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. diplōma (Genitiv diplōmatis), griech. díplōma (δίπλωμα) ‘Geleitbrief, Empfehlungsschreiben, Urkunde’, eigentlich ‘das Verdoppelte, zusammengefaltetes Schreiben’ (zum ersten Kompositionsglied s. di-). Neben dem bereits im 17. Jh. bezeugten endungslosen Singular Diplom steht bis ins 18. Jh. ein auf der lat. Stammform beruhender Plural Diplomaten, bis sich in der 2. Hälfte des 18. Jhs. die dt. Deklination Diplome durchsetzt. Seit dem 18. Jh. bezeichnet im wissenschaftlichen Bereich Diplom das ‘Bestätigungsdokument für eine erbrachte Leistung, Abschlußzeugnis’, wird Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Diplomarbeit f. ‘Abschlußarbeit’ an Hoch- und Fachschulen (Ende 19. Jh.) und daran anschließend eine den akademischen Grad ausdrückende Berufsbezeichnung: Diplomingenieur (Dipl.-Ing.), -kaufmann, -landwirt, -physiotherapeut, -volkswirt usw. (20. Jh.). Diplomand m. ‘Student, der an seiner Diplomarbeit schreibt, sein Diplom macht’ (20. Jh.), wohl nach dem Vorbild Doktorand (s. d.). Diplomatik f. ‘Urkundenlehre’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. diplomatique oder unmittelbar aus dem Nlat. (vgl. Mabillon De re diplomatica, 1681). Dem frz. Substantiv liegt das Adjektiv frz. diplomatique, nlat. diplomaticus ‘die Urkunden betreffend’ (zu lat. diplōma, s. oben) zugrunde; dazu diplomatisch1 Adj. ‘die Urkunden betreffend, urkundlich, buchstabengetreu’ (18. Jh.). Diplomat m. ‘Bevollmächtigter, geschickt verhandelnder Mensch’, speziell ‘mit einem bestimmten völkerrechtlichen Status ausgestatteter Vertreter eines souveränen Staates’, entlehnt (Anfang 19. Jh.) aus substantiviertem nlat. diplomaticus (s. oben), unter Einfluß von gleichbed. frz. diplomate, ebenfalls einer Substantivbildung zum Adjektiv frz. diplomatique. Diplomatie f. ‘Regelung zwischenstaatlicher Beziehungen’, Übernahme (18. Jh.) von frz. diplomatie, später (19. Jh.) im Dt. auch ‘Gesamtheit der Diplomaten’. Davon abgeleitet diplomatisch2 Adj. ‘die Diplomatie, die Diplomaten betreffend’, speziell ‘die den internationalen Verkehr regelnden Urkunden und Verträge’, dann ‘den internationalen Verkehr selbst betreffend, geschickt verhandelnd’ (18. Jh.), frz. diplomatique (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›diplomatisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›diplomatisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›diplomatisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die fremden Herren stellten es als unerläßlich hin, unerläßlich für die diplomatische Zusammenarbeit. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 462]
Ich persönlich habe jedenfalls alles getan, um zu versuchen, das Problem diplomatisch zu lösen. [o. A.: Sechsundneunzigster Tag. Montag, 1. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16542]
So macht man sich im diplomatischen Zeremoniell artig was vor. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Das ist diplomatisch, weil die Regierung kein Land verprellen möchte. [Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48]
Wenn aber militärische Erfolge vorlagen, war er auch gegen die diplomatische Initiative. [o. A.: Dreiundneunzigster Tag. Donnerstag, 28. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 9676]
Zitationshilfe
„diplomatisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/diplomatisch#2>.

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