Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

distinguieren

Grammatik Verb · distinguiert, distinguierte, hat distinguiert
Worttrennung di-stin-gu-ie-ren · dis-tin-gu-ie-ren
Wortbildung  mit ›distinguieren‹ als Grundform: distinguiert
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
bildungssprachlich, fachsprachlich unterscheiden; in besonderer Weise abheben
b)
auszeichnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

distinguieren · distinguiert · distinkt · Distinktion
distinguieren Vb. ‘unterscheiden, auszeichnen, hervorheben’. Lat. distinguere (distīnctum) ‘trennen, unterscheiden, gliedernd auszeichnen, ausschmücken’ wird im 16. Jh. als Ausdruck der Wissenschaftssprache im Sinne von ‘unterscheiden’ entlehnt. Das auf das lat. Verb zurückgehende frz. distinguer verbreitet sich mit der Bedeutung ‘ehrenvoll auszeichnen’ und gelangt als Neuentlehnung im 18. Jh. ebenfalls ins Dt.; seit dem 19. Jh. vornehmlich in der Form distinguiert Part.adj. ‘ausgezeichnet, vornehm’ bezeugt. Daneben distinkt Adj. ‘unterschieden, deutlich’ (18. Jh.), aus dem gleichbed. Part. Perf. lat. distīnctus; das Adverb lat. distīnctē begegnet bereits im 17. Jh. in dt. Texten. Dem Gebrauch und dem Entlehnungsprozeß des Verbs folgt das Substantiv Distinktion f. ‘Unterscheidung, begriffliche Festsetzung’ (16. Jh.; vereinzelt in der Bedeutung ‘Abschnitt’ bereits um 1400), aus gleichbed. lat. distīnctio (Genitiv distīnctiōnis); ‘Auszeichnung, Rang, Würde’ (18. Jh.), aus frz. distinction.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Unterscheidung treffen · (einen) Unterschied machen (zwischen) · auseinanderhalten · nicht verwechseln · trennen · unterscheiden  ●  differenzieren  geh. · distinguieren  geh., selten

Verwendungsbeispiele für ›distinguieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das klingt weniger nach Schicksal und Elend, eher distinguiert, beherrschend. [Süddeutsche Zeitung, 22.01.2004]
Doch hinter den Kulissen geht es gelegentlich weniger distinguiert zu. [Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002]
Schlechter Geschmack, der eine ganze Generation erfaßt, wird zum Massenphänomen und ist überhaupt nicht mehr distinguiert. [Die Zeit, 31.10.1997, Nr. 45]
In New York ist sie distinguiert, mondän und vernichtet einen reichen, vornehmen Zeitungsverleger. [Die Zeit, 29.05.1987, Nr. 23]
Er gibt sich steif und distinguiert, achtet auf eine Distanz. [Die Zeit, 14.05.1965, Nr. 20]
Zitationshilfe
„distinguieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/distinguieren>.

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