dogmatisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung dog-ma-tisch
formal verwandt mit Dogma
Wortbildung  mit ›dogmatisch‹ als Erstglied: ↗Dogmatik · ↗Dogmatismus · ↗dogmatisieren
eWDG

Bedeutung

starr, auf einem Dogma beruhend
Beispiele:
eine Anschauung mit dogmatischem Eifer, Glauben, Eigensinn verfechten
eine dogmatische Haltung einnehmen
lehrhaft
Beispiel:
»Ich rauche nicht, Vater«, konstatierte Renzo ... mit einer leicht dogmatischen Betonung [ WerfelVerdi34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dogma · dogmatisch · Dogmatismus · Dogmatik · Dogmatiker
Dogma n. ‘verbindlicher, anerkennend zu befolgender Glaubenssatz’ (der Religion). Griech. dógma (δόγμα) ‘Verordnung, Beschluß, philosophischer Grundsatz’ wird ins Lat. entlehnt und gewinnt in der spätlat. Kirchensprache die Bedeutung ‘geoffenbarte, unumstößlich gültige Glaubenslehre’. Im 16. Jh. wird Dogma ins Dt. aufgenommen (mit dem Plural Dogmata, Dogmaten) und bezeichnet die gesetzliche und lehrhafte Formulierung einer religiösen Glaubensaussage sowie eine unwissenschaftliche, da unkritisch als gleichsam ewig gültige Wahrheit aufgestellte Lehrmeinung. dogmatisch Adj. ‘an ein Dogma gebunden, daran festhaltend, unkritisch’ (17. Jh.), spätlat. dogmaticus, griech. dogmatikós (δογματικός). Dogmatismus m. ‘starres Festhalten an Dogmen, unkritische, metaphysische, auf vermeintlich unumstößlichen Lehrsätzen beruhende Denkweise’ (18. Jh.). Dogmatik f. ‘Glaubenslehre’ (18. Jh.). Dogmatiker m. ‘Vertreter, Lehrer der Dogmatik, starrer Verfechter von Dogmen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
apodiktisch · die Wahrheit für sich gepachtet haben · dogmatisch · ↗doktrinär · einzig richtig · ↗ideologisch · keinen Widerspruch duldend · keinen Widerspruch zulassend · mit dem Anspruch unbedingter Geltung (behaupten) · mit dem Anspruch unbedingter Gültgkeit (auftretend) · ↗rechthaberisch  ●  ↗allein seligmachend  auch figurativ
Assoziationen
Synonymgruppe
der reinen Lehre verpflichtet · dogmatisch · ↗orthodox · ↗puristisch · ↗streng  ●  (von) strenger Observanz  geh., bildungssprachlich, variabel, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dogmatisch‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dogmatisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›dogmatisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kontrollen darf man nicht dogmatisch sehen, aber die gewonnene Zeit muß für Reformen genutzt werden.
Der Tagesspiegel, 27.09.1998
Ohne diese Erfahrung bleiben selbst die wichtigsten dogmatischen Sätze tot.
Die Zeit, 05.08.1988, Nr. 32
Auch ist im Auge zu behalten, wie unsicher die Zeit Luthers dogmatisch geworden war.
Heimpel, Hermann: Luthers weltgeschichtliche Bedeutung. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1946], S. 133
Wir beschränken uns hier auf die dogmatische Erklärung: so ist es wirklich.
Klages, Ludwig: Der Geist als Widersacher der Seele, 3. Band, Teil 1: Die Lehre von der Wirklichkeit der Bilder, Leipzig: Barth 1932, S. 854
Das zwingt sie an sich bereits in eine dogmatische Richtung.
Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie, Frankfurt a.M: Klostermann 1985 [1929], S. 27
Zitationshilfe
„dogmatisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dogmatisch>, abgerufen am 23.02.2021.

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