doktrinär

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈdɔktʀiˈnɛːɐ̯]
Worttrennung dok-tri-när · dokt-ri-när
Herkunft aus gleichbedeutend doctrinairefrz
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich
1.
in der Art einer Doktrin, auf einer Doktrin beruhend
2.
abwertend theoretisch starr und einseitig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Doktrin · doktrinär
Doktrin f. ‘Lehre, Lehrsatz, (starre) Lehrmeinung’, Anfang 16. Jh. aus lat. doctrīna ‘Unterricht, Unterweisung, Gelehrsamkeit, Kenntnisse’ (zu lat. docēre, doctum ‘lehren, unterrichten’) entlehnt. doktrinär Adj. ‘auf einer Doktrin beruhend, sich auf eine Doktrin berufend, engstirnig, fanatisch’; das von frz. doctrine abgeleitete Adj. frz. doctrinaire entwickelt sich in der Restaurationszeit zum politischen Schlagwort und gelangt im 19. Jh. ins Dt. Substantiviertes Doktrinär m. (seit etwa 1830) bezeichnet jmdn., ‘der Urteilsfähigkeit vermissen läßt, der durch einseitiges Studium die Beziehung zur Wirklichkeit verloren hat’, später jmdn., ‘der starr und fanatisch eine Doktrin vertritt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
apodiktisch · die Wahrheit für sich gepachtet haben · ↗dogmatisch · doktrinär · einzig richtig · ↗ideologisch · keinen Widerspruch duldend · keinen Widerspruch zulassend · mit dem Anspruch unbedingter Geltung (behaupten) · mit dem Anspruch unbedingter Gültgkeit (auftretend) · ↗rechthaberisch  ●  ↗allein seligmachend  auch figurativ
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›doktrinär‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›doktrinär‹.

Verwendungsbeispiele für ›doktrinär‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber das heißt nicht, daß deswegen doktrinär »demokratisiert« worden wäre.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3809
Heath ist offenbar entschlossen, daraus keine doktrinäre Frage zu machen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.1971
Auch die allgemeineren Arbeiten sind fast alle ideologisch orientiert, und zwar in einem recht doktrinären Sinne.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 263
Manchmal ist er aufdringlich, aber nie wird er doktrinär oder trocken.
Süddeutsche Zeitung, 11.06.2002
Das angeblich leichtere Schwenken ist wie die ganze Aufstellung eine doktrinäre Konstruktion.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 9257
Zitationshilfe
„doktrinär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/doktrin%C3%A4r>, abgerufen am 16.04.2021.

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