donnern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdon-nern
Wortbildung mit ›donnern‹ als Letztglied: ↗abdonnern · ↗andonnern · ↗aufdonnern · ↗hindonnern · ↗hineindonnern · ↗losdonnern · ↗niederdonnern · ↗vorbeidonnern · ↗vorüberdonnern
 ·  mit ›donnern‹ als Grundform: ↗verdonnern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
es donnertder Donner rollt, kracht
Beispiele:
hörtest du es donnern?
in der Ferne hat es schwach gedonnert
saloppdastehen wie die Gans, Kuh, wenn's donnert (= vollkommen verdutzt)
2.
ein donnerartiges Geräusch (bei einer Bewegung) verursachen
Beispiele:
die Züge donnern über die Schienen
Flugzeuge donnern am Himmel
Motoren, Maschinen donnern ununterbrochen
ein Wagen donnerte über das Pflaster
Kanonen, Geschütze, Schüsse donnern
donnernde Hufe
jmd. donnert gegen ein Fenster
Schläge donnern an die Haustür
Schritte donnern über die Dielen
Wassermassen, Flüsse, Lawinen donnern zu Tal
die Wogen, Wellen donnern an die Küste
auf die Tasten donnern
donnernder Applaus empfing den Künstler
donnerndes Gelächter
in donnernde Hochrufe ausbrechen
mit donnernder Stimme rufen, brüllen
3.
salopp, übertragen laut reden, brüllen
Beispiele:
eine Stimme donnert Befehle
Ein Oberleutnant ... stand auf und donnerte eine Rede [RennAdel339]
»Ruhe«, donnerte der Klassenvorstand [WerfelAbituriententag223]
schimpfen, wettern
Beispiele:
(im Parlament) gegen Maßnahmen der Regierung donnern
So böse war er geworden, daß er donnerte [MusilDrei Frauen94]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Donner · donnern · aufdonnern · verdonnern · Donnerbüchse · Donnerkeil · Donnerwetter · Dunnerlittchen
Donner m. dem Blitz folgendes krachendes Geräusch bei Gewitter, gleichzeitig Name des germanischen Gottes des Gewitters und der Fruchtbarkeit, Donar, vgl. anord. Þōrr, älter Þunarr, asächs. Thunar. Ahd. thonar (9. Jh.), mhd. doner, donre, dunre, mnd. dōner, donner, donre, donder, mnl. donder, donre, nl. donder, aengl. þunor, engl. thunder, norw. torden stellen sich mit aengl. þunian ‘donnern, brüllen, krachen’, mnd. dȫnen ‘tönen, lärmen’, mhd. dunen, dünen ‘dröhnen, donnern’ zur Wurzel ie. *(s)ten(ə)- ‘donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen’; zur selben Wurzel gehört ↗stöhnen (s. d.). Außergerm. Verwandte sind lat. tonāre ‘donnern’, aind. stánati, stanáyati ‘donnert’, tányati ‘erschallt, ertönt, tost, rauscht’, tanyatúḥ ‘Donnern, Tosen’, pers. tondar ‘Donner’. donnern Vb. ‘krachen’ (bei Gewitter), ahd. thonarōn (8. Jh.), mhd. donren, dunren, mnd. dōneren, donnern, aengl. þunrian, engl. to thunder, nl. donderen, Bildungen zum Substantiv. aufdonnern Vb. ‘auffällig (und geschmacklos) zurechtmachen’ im Hinblick auf den durchschlagenden Effekt (18. Jh.); kaum zu ital. donna, nd. Dunna, hd. Donna ‘Dame’ gebildet, wie vielfach angenommen. Ähnlich wohl verdonnern Vb. ‘effektvoll, d. h. kurz und schroff verurteilen bzw. gegen den Willen des Betroffenen mit etw. beauftragen’ (19. Jh.). Donnerbüchse f. ‘Gewehr’, zuvor ‘Kanone’ (15. Jh.). Donnerkeil m. ‘Blitzstrahl’ (16. Jh.); auch versteinertes Schalenteil ausgestorbener Kopffüßer, ‘Belemnit’, nach volkstümlicher Vorstellung durch Blitz auf die Erde herabgeschleudert. Donnerwetter n. ‘Wetter mit Blitz und Donner’ (15. Jh., in Fluch und Verwünschung, 17. Jh.), auch ‘Krach, heftige Vorwürfe’ (17. Jh.). Abgeschwächt Donner-, Dunnerlittchen Interjektion nordd. Ausruf des Erstaunens (19. Jh.), eigentlich Lichtchen, vgl. ostpreuß. Lichting ‘Blitz’.

Thesaurus

Synonymgruppe
brausen (Wellen) · donnern · ↗dröhnen · ↗tosen
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
brausen · ↗flitzen · ↗jagen · ↗preschen · ↗rasen · ↗sausen (altmodisch) · ↗schießen  ●  schnell fahren (Fahrzeug)  Hauptform · (einen) heißen Reifen fahren  ugs. · ↗brettern  ugs. · donnern  ugs. · ↗düsen  ugs. · fahren wie der Henker  ugs. · fahren wie der Teufel  ugs. · fahren wie ein Geisteskranker  ugs. · fahren wie ein Henker  ugs. · fahren wie ein Verrückter  ugs. · fahren wie eine gesengte Sau  ugs. · ↗fegen  ugs. · ↗heizen  ugs. · ↗kacheln  ugs. · ↗rauschen  ugs. · stochen  ugs., regional · ↗zischen  ugs.
Assoziationen
  • (mit) Vollgas · (stark) überhöhte Geschwindigkeit · ↗Höchstgeschwindigkeit · ↗Höchsttempo · in Höchstgeschwindigkeit · mit Höchstgeschwindigkeit · so schnell (wie) er konnte · so schnell (wie) es (irgend) ging · unter Höchstgeschwindigkeit · volle Kraft voraus  ●  ↗(mit) Bleifuß  ugs. · ↗Affenzahn  ugs. · Full Speed  ugs. · alles was (...) hergibt  ugs. · mörderisches Tempo  ugs. · voll Stoff  ugs. · volle Kanne  ugs. · wie ein Geisteskranker  ugs. · wie ein Henker (fahren)  ugs. · wie eine gesengte Sau  ugs.
  • (sehr) schnell fahren · ↗düsen · einen heißen Reifen fahren · ↗jagen · ↗rasen · ↗sausen (altmodisch)  ●  ↗brettern  ugs. · fahren wie der Henker  ugs. · fahren wie der Teufel  ugs. · fahren wie ein Henker  ugs. · fahren wie eine gesengte Sau  derb · ↗heizen  ugs. · ↗kacheln  ugs.
Synonymgruppe
donnern · ↗krachen · ↗poltern · ↗rumpeln · ↗rumsen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›donnern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Düsenjäger Jet Kampfjet Kanone Kanzel Laster Lastwagen Latte Lawine Stundenkilometer Tal Tiefflug Tornado andonnern aufdonnern blitzen entgegen herab heran herandonnern herunterdonnern hinunter hinunterdonnern hinweg hinwegdonnern krachen losdonnern niederdonnern vorbeidonnern vorüberdonnern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›donnern‹.

Verwendungsbeispiele für ›donnern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei, die sich nicht mögen, donnerten sich die Bälle erbarmungslos um die Ohren.
Bild, 27.11.1999
Während wir noch essen, donnert es, schwere Tropfen schlagen an die Scheiben.
Der Tagesspiegel, 02.10.1998
Aber wir wichen nicht aus dem Graben, es donnerte und ratterte unaufhörlich.
Brief von August Hopp vom 01.03.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 37
Bevor er erschrocken ihren Namen erfahren kann, donnert es und ist die Alte verschwunden.
Fath, Rolf: Werke - Z. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 27377
Da beginnt das Licht zu flackern, es wird abwechselnd hell und dunkel, dann donnert es.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 216
Zitationshilfe
„donnern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/donnern>, abgerufen am 28.02.2020.

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