Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dorren

Grammatik Verb · dorrt, dorrte, ist gedorrt
Aussprache 
Worttrennung dor-ren
Wortbildung  mit ›dorren‹ als Letztglied: abdorren · ausdorren · eindorren
eWDG

Bedeutung

gehoben dürr, trocken werden
Beispiel:
[das Korn muß] auf dem Felde dorren [ Auerbach4,38]
übertragen
Beispiel:
Seit du verbannt warst, dorrte mir jeder Tag [ BrechtEduard14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dorren · verdorren
dorren Vb. ‘dürr, trocken werden, verdorren’, zur Schwundstufe der Wurzel ie. *ters- ‘trocknen, verdorren’ gebildet (s. dürr). Ahd. thorrēn ‘verdorren, dürr werden, vertrocknen, erstarren’ (9. Jh.), mhd. dorren, asächs. thorron ‘vergehen’, mnl. dorren; vgl. auch anord. þorna ‘trocknen, verdorren’, norw. torne und got. gaþaúrsnan ‘verdorren’. verdorren Vb. gleichbed. mit dorren (durch das Präfix ver- verstärkt), aber heute üblicher; ahd. firthorrēn (8. Jh.), mhd. verdorren. Im Nhd. mischen sich verdorren und verdörren (s. dörren) formal und in ihrer Bedeutung, so daß verdorren auch ‘dürr, trocken machen’ bedeuten kann (seit 16. Jh.).

dörren · verdörren
dörren Vb. ‘dürr, trocken machen’, ahd. therren ‘trocknen, rösten’ (9. Jh.) mit Umlaut eines ursprünglichen a, das noch in Darre f. ‘Gestell oder Schuppen zum Trocknen von Obst oder Getreide’ (s. d.) erhalten ist, mhd. derren, im Nhd. mit Rundung des e zu ö (vielleicht in Anlehnung an dorren), anord. þerra, norw. tørre, aengl. āþierran ‘trocknen, abwischen’ ist Kausativum zu einem starken, in got. gaþaírsan ‘verdorren’ erhaltenen Verb; es gehört zur Wurzel ie. *ters- ‘trocknen, verdorren’ und damit zu dürr (s. d.). verdörren Vb. gleichbed. mit dörren, im 18. Jh. mit verdorren zusammengefallen (s. dorren), ahd. firtherren (9. Jh.), mhd. verderren.

Verwendungsbeispiele für ›dorren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun, der Rasen meines Inselgartens in der Bai von Rio de Janeiro dorrte unter der steilen Sonne, kaum daß er gewachsen war. [Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 81]
Seine Gestalt dorrte aus wie ein abgestorbener Baum. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 263]
Langsam dorrt es. [Die Zeit, 05.03.1953, Nr. 10]
Zitationshilfe
„dorren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dorren>.

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