Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dortig

Grammatik Adjektiv · attributiv
Aussprache 
Worttrennung dor-tig
eWDG

Bedeutung

dort befindlich
Beispiele:
unser dortiger Vertreter, Gewährsmann
die dortige Zweigstelle unserer Firma
er studierte jahrelang die dortigen (= dort herrschenden) Verhältnisse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dort · dortig
dort Adv. ‘an jenem Ort’, nachdrücklicher als da1 (s. d.) auf einen vom Sprecher entfernten Punkt im Raume hinweisend; ahd. tharot, thorot (9. Jh.) ‘dorthin, dort’, mhd. dort, dart, dert ‘dort’, asächs. tharod ‘dorthin’, mnd. dōrt ‘dort, dorthin’, afries. thard ‘dorthin’. Die sonst im Germ. nicht nachweisbare Bildung ist anfangs und noch im Mnd. Richtungsangabe und zeigt Erweiterung des Adverbs ahd. thār, asächs. thā̌r ‘da, dort’ (s. da1) durch westgerm. -od (vgl. ahd. herot, asächs. herod ‘hierher’ neben ahd. hier, asächs. hēr, hīr ‘hier’; ahd. (h)warot, asächs. hwarod ‘wohin’ neben ahd. (h)wār, asächs. hwā̌r ‘wo’). Dieses Suffix ist wahrscheinlich verwandt mit aind. utá ‘und, auch’, griech. ēýte (ἠύτε) ‘ebenso wie’ und gehört dann zu ie. *au-, *u- ‘jener, der eine ‒ der andere’ (s. auch). Die heute veraltete Nebenform dorten (um 1500) ist angeglichen an Adverbien auf -en (vgl. außen, oben, unten). dortig Adj. ‘an jenem Ort befindlich’ (16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.), attributiv verwendbare Ableitung von dort.

Thesaurus

Synonymgruppe
dort ansässig · dort befindlich · dort gelegen · dort vorzufinden · dortig

Typische Verbindungen zu ›dortig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dortig‹.

Verwendungsbeispiele für ›dortig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Vater war nur, bis zu seinem frühen Tod, Lehrer an der dortigen Schule. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 153]
Vielleicht war man ein zweites Mal gegen die dortige »Agitation« abgehärtet? [Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 7850]
Am dortigen markgräflichen Hof kam es 1712 auch zur ersten stehenden Oper. [Fath, Rolf: Spielstätten - K. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 7279]
Er trage nicht zur Lösung der dortigen Probleme bei, sondern verschlimmere sie nur noch. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]]
Wir sind noch immer besorgt über die dortige Lage, die sich aus der ausländischen bewaffneten Intervention ergeben hat. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1981]]
Zitationshilfe
„dortig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dortig>.

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