dortig

GrammatikAdjektiv · attributiv
Aussprache
Worttrennungdor-tig
eWDG, 1967

Bedeutung

dort befindlich
Beispiele:
unser dortiger Vertreter, Gewährsmann
die dortige Zweigstelle unserer Firma
er studierte jahrelang die dortigen (= dort herrschenden) Verhältnisse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dort · dortig
dort Adv. ‘an jenem Ort’, nachdrücklicher als ↗da1 (s. d.) auf einen vom Sprecher entfernten Punkt im Raume hinweisend; ahd. tharot, thorot (9. Jh.) ‘dorthin, dort’, mhd. dort, dart, dert ‘dort’, asächs. tharod ‘dorthin’, mnd. dōrt ‘dort, dorthin’, afries. thard ‘dorthin’. Die sonst im Germ. nicht nachweisbare Bildung ist anfangs und noch im Mnd. Richtungsangabe und zeigt Erweiterung des Adverbs ahd. thār, asächs. thā̌r ‘da, dort’ (s. ↗da1) durch westgerm. -od (vgl. ahd. herot, asächs. herod ‘hierher’ neben ahd. hier, asächs. hēr, hīr ‘hier’; ahd. (h)warot, asächs. hwarod ‘wohin’ neben ahd. (h)wār, asächs. hwā̌r ‘wo’). Dieses Suffix ist wahrscheinlich verwandt mit aind. utá ‘und, auch’, griech. ēýte (ἠύτε) ‘ebenso wie’ und gehört dann zu ie. *au-, *u- ‘jener, der eine ‒ der andere’ (s. ↗auch). Die heute veraltete Nebenform dorten (um 1500) ist angeglichen an Adverbien auf -en (vgl. außen, oben, unten). dortig Adj. ‘an jenem Ort befindlich’ (16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.), attributiv verwendbare Ableitung von dort.

Thesaurus

Synonymgruppe
dort ansässig · dort befindlich · dort gelegen · dort vorzufinden · dortig

Typische Verbindungen zu ›dortig‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dortig‹.

Verwendungsbeispiele für ›dortig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Schweigen über das dortige Leid bringt ihn in Rage.
Der Tagesspiegel, 09.05.1999
Am dortigen markgräflichen Hof kam es 1712 auch zur ersten stehenden Oper.
Fath, Rolf: Spielstätten - K. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 7279
Kampflos aber ging es nicht, das dortige Theater Junge Generation über die Wende zu retten.
Süddeutsche Zeitung, 11.01.1995
Sein Vater war nur, bis zu seinem frühen Tod, Lehrer an der dortigen Schule.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 153
Vielleicht war man ein zweites Mal gegen die dortige »Agitation« abgehärtet?
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 7850
Zitationshilfe
„dortig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dortig>, abgerufen am 09.04.2020.

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