dotieren

GrammatikVerb · dotiert, dotierte, hat dotiert
Aussprache
Worttrennungdo-tie-ren
Wortbildung mit ›dotieren‹ als Erstglied: ↗Dotierung  ·  mit ›dotieren‹ als Grundform: ↗dotiert
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
jmd. dotiert etw. [in bestimmter Weise]in Bezug auf berufliche Positionen, Institutionen, Programme   mit einer bestimmten Geldsumme ausstatten, versehen, fördern
Beispiele:
Der Kongress […] wird das Ministerium voraussichtlich grosszügiger dotieren. [Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2017]
Konkret definiert und höher dotiert werden Betreuungsplätze, die eine Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile ermöglichen[…]. [Der Standard, 16.12.2015]
Was reizt den aktiven Politiker im besten Aufstiegsalter an einem Lobbyisten-Job, mag der auch gut dotiert sein? [Süddeutsche Zeitung, 01.12.2011]
Der öffentliche Sektor ist […] grosszügig dotiert und Arbeitgeber für 740000 der landesweit 1,7 Mio. Beschäftigten. [Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2013]
Dies nicht unbedingt aus Menschenfreundlichkeit, sondern weil […] die Verwaltungen knapp dotiert sind und zur ureigenen Arbeitsersparnis unkompliziert zur Sache gehen. [Neue Zürcher Zeitung, 30.07.2006]
Beim Jahresabschluß stellte sich heraus, daß die Rückstellung für die Pension der Manager unzureichend dotiert war. [Berliner Zeitung, 08.09.1997]
2.
jmd. dotiert etw. mit etw.mit einer bestimmten Geldsumme o. Ä. ausgestalten, versehen
Beispiele:
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 9. März im Kasseler Rathaus verliehen. [Die Welt, 29.08.2018]
Auf Festivals nehmen Dokumentationen einen immer größeren Stellenwert ein, die Berlinale vergab in diesem Jahr erstmals einen Dokumentarfilmpreis, dotiert mit 50.000 Euro. [Die Zeit, 10.11.2017 (online)]
Das im Vorjahr erstmals ausgeschriebene Programm wurde von der Nationalstiftung für Forschung mit insgesamt acht Mio. Euro dotiert. [Der Standard, 07.05.2013]
Der Deutsche Zukunftspreis ist eine Auszeichnung des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, er wird jährlich vergeben und ist mit 250000 Euro dotiert. [Welt am Sonntag, 17.12.2006, Nr. 51]
Ihnen [in die USA eingewanderte Immigranten] soll der Emma-Lazarus-Fund dienen, den Soros [George Soros, amerikanischer Investor] mit 50 Millionen Dollar dotiert hat[…]. [Süddeutsche Zeitung, 22.11.1997]
3.
Halbleitertechnik (zur gezielten Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit) Fremdatome in Halbleitermaterial einbauen
Beispiele:
In der Elektronikindustrie verwendet man Diamant als Halbleiter, indem man den eigentlich elektrisch nicht leitenden Stoff mit Fremdatomen dotiert und so leitfähig macht. [Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2007]
Im »Journal of Physical Chemistry Letters« berichten jetzt zwei indische Physiker über einen Halbleiter auf Cadmiumsulfidbasis, dotiert mit Mangan, der reines Weißlicht erzeugt. [Welt am Sonntag, 30.09.2007, Nr. 39]
Halbleiter für Computerchips lassen sich unter anderem mit Ionenstrahlen dotieren. [Süddeutsche Zeitung, 21.08.2001]
Bisher konnten Physiker nur solche Halbleiter hinreichend stark mit Fremdatomen versetzen (dotieren), die infrarotes oder rotes Licht aussenden. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.1994]
Diamant kann wie das derzeit gebräuchlichste Halbleitermateriai Silizium zu einem Halbleiter dotiert werden, besitzt aber eine höhere Wärmeleitfähigkeit, was bei seiner Anwendung in der Mikroelektronik die unerwünschte Aufheizung bestimmter Baugruppen verhindern würde. [Neues Deutschland, 27.05.1989]
4.
jmd., etw. dotiert etw. (mit etw.)in ein Gewässer vorher entnommenes oder zusätzliches Wasser einspeisen (z. B. um ein Austrocknen zu vermeiden)
Beispiele:
Der relativ seichte Mittersee wird vorwiegend aus Quellen, die auf dem Grund liegen, dotiert, weshalb seine Wassertemperatur kaum wesentlich 7°Celsius übersteigt. [Der Standard, 25.05.2007]
In den ehemaligen Anlandebecken, die von der Fabrik mit Wasser dotiert werden, finden die Gefiederten offensichtlich paradiesische Zustände vor, sonst würden sie nicht in so großer Zahl dort anzutreffen sein. [Der Standard, 27.06.2001]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dotieren Vb. ‘mit finanziellen Mitteln ausstatten, stiften, schenken’, spätmhd. dotiren, mnd. dotēren (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. afrz. doter oder unmittelbar aus diesem zugrundeliegendem lat. dōtāre ‘aussteuern, ausstatten’; zu lat. dōs (Genitiv dōtis) ‘Gabe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausstatten · dotieren · ↗spenden · ↗stiften · ↗zuwenden

Typische Verbindungen zu ›dotieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dotieren‹.

Zitationshilfe
„dotieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dotieren>, abgerufen am 09.04.2020.

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