Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

drängeln

Grammatik Verb · drängelt, drängelte, hat gedrängelt
Aussprache 
Worttrennung drän-geln
Wortzerlegung drängen -el2
Wortbildung  mit ›drängeln‹ als Letztglied: Gedrängel · aufdrängeln · durchdrängeln · eindrängeln · herandrängeln · hinausdrängeln · vordrängeln
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
jmdn. unablässig drängen, jmds. Handeln unablässig mahnend zu beschleunigen suchen
Beispiele:
jmdn. drängeln, etw. (sofort, schneller) zu tun
das Kind drängelte die Mutter, ihm etw. zu erlauben, zu kaufen
so lange drängeln, bis nachgegeben wird, der Wunsch erfüllt wird
2.
jmdn., sich in einer Menge unablässig einem bestimmten Ziel entgegenschieben
Beispiele:
jmdn. in die Ecke drängeln
sich in der Schlange, in dem Menschengewühl nach vorn drängeln
sich an jmdn., an jmds. Seite drängeln
[…] und aus dem Wege drängeln ließ sie sich auch nicht […] [ FalladaWolfII 51]
sich drängeln (= einander unablässig auf engem Raum drängen)
Beispiel:
die Leute drängeln sich im überfüllten Zug, in der Menschenmenge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drang · Andrang · Drangsal · drangsalieren · drängen · drängeln · Gedränge
Drang m. ‘Trieb, Streben, Gedränge, Bedrängnis, Druck’, mhd. dranc m. n. ‘Gedränge, Bedrängnis’, mnd. dranc, mnl. nl. drang, aengl. geþrang ‘Gedränge, Menge, Lärm’, engl. throng ‘Gedränge, Menge, Schar’, anord. þrǫng f. ‘Gedränge, Enge, Kelter’, norw. trang stehen im Ablaut zu dem unter dringen (s. d.) behandelten Verb. Mhd. dranc bezieht sich vornehmlich auf das wogende Getümmel in der Schlacht, ‘Gedränge der Menschen im Kampf’. Mit der Bedeutung ‘innerer Trieb, geistiges Streben, Impuls’ (entwickelt im 18. Jh.) wird Drang rasch zum Modewort (vgl. die formelhafte Verbindung Sturm und Drang, Klinger 1776). – Andrang m. ‘das Andrängen’ (18. Jh.). Drangsal f. ‘Zwang, Bedrängnis, Gewalttätigkeit’, spätmhd. drancsal, ursprünglich auch n., selten m.; mit der Nachsilbe -sal (s. d.) wohl aus älterem, von drängen abgelöstem drangen (s. unten drängen) abgeleitet; dazu drangsalen Vb. (19. Jh.), häufiger drangsalieren Vb. ‘quälen, belästigen’ (19. Jh.). drängen Vb. ‘drücken, nötigen, vertreiben’, Kausativum zu dringen (s. d.), also eigentlich ‘dringen machen’. Ahd. threngen (um 1000), mhd. drengen setzt sich gegenüber ahd. thrangōn (9. Jh.), mhd. drangen ‘drücken, belästigen, nötigen’ durch; drängen übernimmt im 18. Jh. den transitiven Gebrauch von dringen ‘zusammendrücken’. drängeln Vb. ‘sehr, wiederholt drängen, drücken’, Iterativbildung (19. Jh., vereinzelt schon 17. Jh.) zu drängen. Gedränge n. ‘unruhiges Treiben, Andrang, Menge’, ahd. githrengi ‘Handgemenge’ (9. Jh.), mhd. gedrenge ‘Kampfgewühl, unwegsam verwachsener Boden, Bedrängung, Beengung’ ist entweder als Kollektivum zum Substantiv Drang (s. oben) oder als Verbalabstraktum zu den oben unter drängen genannten schwachen Verben (oder zum starken Verb dringen?) gebildet, wird heute aber als zu drängen gehörend empfunden; ins Gedränge kommen ‘in Schwierigkeiten geraten’ (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
drängeln · drängen · drücken · pferchen · schieben

Typische Verbindungen zu ›drängeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›drängeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›drängeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den beiden Räumen drängelten sich schon zweihundert junge Frauen. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 41]
Im Raum vor ihnen drängeln sich mehr als 100 Journalisten um die wenigen Plätze. [Die Zeit, 08.11.2013, Nr. 46]
So richtig zu drängeln scheint sich niemand nach der Position. [Die Zeit, 27.04.2009, Nr. 17]
In den Kitas, in der Schule, an den Unis werdet Ihr Euch drängeln. [Die Zeit, 05.08.2007, Nr. 32]
Außerdem musst du um deinen Platz dort kämpfen, manchmal muss man sich in die Bank drängeln. [Die Zeit, 05.01.2004, Nr. 01]
Zitationshilfe
„drängeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dr%C3%A4ngeln>.

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