drängeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdrän-geln
Wortbildung mit ›drängeln‹ als Letztglied: ↗aufdrängeln · ↗durchdrängeln · ↗eindrängeln · ↗herandrängeln · ↗hinausdrängeln · ↗vordrängeln
 ·  mit ›drängeln‹ als Grundform: ↗Gedrängel
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
jmdn. unablässig drängen, jmds. Handeln unablässig mahnend zu beschleunigen suchen
Beispiele:
jmdn. drängeln, etw. (sofort, schneller) zu tun
das Kind drängelte die Mutter, ihm etw. zu erlauben, zu kaufen
so lange drängeln, bis nachgegeben wird, der Wunsch erfüllt wird
2.
jmdn., sich in einer Menge unablässig einem bestimmten Ziel entgegenschieben
Beispiele:
jmdn. in die Ecke drängeln
sich in der Schlange, in dem Menschengewühl nach vorn drängeln
sich an jmdn., an jmds. Seite drängeln
und aus dem Wege drängeln ließ sie sich auch nicht [FalladaWolfII 51]
sich drängelneinander unablässig auf engem Raum drängen
Beispiel:
die Leute drängeln sich im überfüllten Zug, in der Menschenmenge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drang · Andrang · Drangsal · drangsalieren · drängen · drängeln · Gedränge
Drang m. ‘Trieb, Streben, Gedränge, Bedrängnis, Druck’, mhd. dranc m. n. ‘Gedränge, Bedrängnis’, mnd. dranc, mnl. nl. drang, aengl. geþrang ‘Gedränge, Menge, Lärm’, engl. throng ‘Gedränge, Menge, Schar’, anord. þrǫng f. ‘Gedränge, Enge, Kelter’, norw. trang stehen im Ablaut zu dem unter ↗dringen (s. d.) behandelten Verb. Mhd. dranc bezieht sich vornehmlich auf das wogende Getümmel in der Schlacht, ‘Gedränge der Menschen im Kampf’. Mit der Bedeutung ‘innerer Trieb, geistiges Streben, Impuls’ (entwickelt im 18. Jh.) wird Drang rasch zum Modewort (vgl. die formelhafte Verbindung Sturm und Drang, Klinger 1776). Andrang m. ‘das Andrängen’ (18. Jh.). Drangsal f. ‘Zwang, Bedrängnis, Gewalttätigkeit’, spätmhd. drancsal, ursprünglich auch n., selten m.; mit der Nachsilbe ↗-sal (s. d.) wohl aus älterem, von drängen abgelöstem drangen (s. unten ↗drängen) abgeleitet; dazu drangsalen Vb. (19. Jh.), häufiger drangsalieren Vb. ‘quälen, belästigen’ (19. Jh.). drängen Vb. ‘drücken, nötigen, vertreiben’, Kausativum zu ↗dringen (s. d.), also eigentlich ‘dringen machen’. Ahd. threngen (um 1000), mhd. drengen setzt sich gegenüber ahd. thrangōn (9. Jh.), mhd. drangen ‘drücken, belästigen, nötigen’ durch; drängen übernimmt im 18. Jh. den transitiven Gebrauch von dringen ‘zusammendrücken’. drängeln Vb. ‘sehr, wiederholt drängen, drücken’, Iterativbildung (19. Jh., vereinzelt schon 17. Jh.) zu drängen. Gedränge n. ‘unruhiges Treiben, Andrang, Menge’, ahd. githrengi ‘Handgemenge’ (9. Jh.), mhd. gedrenge ‘Kampfgewühl, unwegsam verwachsener Boden, Bedrängung, Beengung’ ist entweder als Kollektivum zum Substantiv Drang (s. oben) oder als Verbalabstraktum zu den oben unter drängen genannten schwachen Verben (oder zum starken Verb dringen?) gebildet, wird heute aber als zu drängen gehörend empfunden; ins Gedränge kommen ‘in Schwierigkeiten geraten’ (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
drängeln · ↗drängen · ↗drücken · ↗pferchen · ↗schieben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absperrung Besucher Eingang Fernsehteam Fotograf Foyer Hundert Kameraleute Kamerateam Lichthupe Menschenmaß Neugierige Schaulustige Schlange TV-Team Tresen Vordergrund Wartende dazwischen drinnen durch durchdrängeln heran hinein hineindrängeln schubsen vorbei vorbeidrängeln vordrängeln vorn

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›drängeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Österreicher drängeln, bis Ende des Monats müsse eine Entscheidung gefallen sein.
Die Welt, 20.08.2005
Mit denen mag sich nicht nur der Kanzler schmücken, auch das Fernsehen drängelt sich.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.1995
In den beiden Räumen drängelten sich schon zweihundert junge Frauen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 41
Die Schwestern drängelten sich ihr entgegen und wollten ihr den Mund zuhalten.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 19
Und dann wird so lange gedrängelt, bis sie es geschafft und sich noch einen Sitz erobert hat.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28202
Zitationshilfe
„drängeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/drängeln>, abgerufen am 14.10.2019.

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