dräuen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdräu-en
eWDG, 1967

Bedeutung

drohen
Beispiel:
dichterischUnd dräut der Winter noch so sehr / Mit trotzigen Gebärden [GeibelHoffnung]
scherzhaft
Grammatik: im Part. Präs.
Beispiele:
dräuend zieht sich ein Unwetter zusammen
warum blickst du so dräuend?
Dräuend richtet sich das Polizeiauge auf den Unglücklichen [TucholskyDeutschland17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drohen · dräuen · Drohung · Drohbrief · bedrohen · Bedrohung
drohen Vb. ‘Unangenehmes, Böses ankündigen’. Ahd. throuwen (8. Jh.), threwen (um 800) ‘drohen, tadeln’, mhd. drouwen, drewen, dröuwen, dröun setzt sich fort in nhd. dräuen Vb. (noch in poetischer bzw. historisierender Sprache, während die unumgelauteten Formen im älteren Nhd. untergehen). Daneben steht kontrahiertes (in Anlehnung an die Substantive ahd. thrōa, mhd. drō, s. unten) mhd. drōn, nhd. drohen (mit h als orthographischem Längezeichen). Im Germ. entsprechen asächs. githrōon, mnd. drouwen, mnl. druwen, nl. drouwen, afries. þrūwan, aengl. þrēagan, þrēawian ‘tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen’ (westgerm. *þrawjan), außergerm. sind aslaw. traviti ‘verzehren’, russ. travít’ (травить) ‘vernichten, hetzen, jagen, verdauen’ und griech. trȳ́ein (τρύειν) ‘aufreiben, erschöpfen’ verwandt. Alle Formen gehen zurück auf ie. *treu-, *trū-, eine Erweiterung der unter ↗drehen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ter(ə)-, wobei eine Bedeutungsentwicklung ‘drehend reiben, quetschen, bedrängen, drohen’ vorauszusetzen ist. Drohung f. ahd. throuwung(a) (8. Jh.), mhd. dröwunge, drowung, anders gebildetes ahd. throuwa, thrawa, threwa (9. Jh.), mhd. drouwe, drō verdrängend. Drohbrief m. ‘schriftliche Ankündigung von Gewalttätigkeiten’ (Anfang 15. Jh.). bedrohen Vb. ‘Unheil, Gewaltanwendung ankündigen’, mhd. bedröuwen, nhd. bedräuen und daneben (seit 15. Jh.) bedrohen. Bedrohung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
androhen · ↗bedrohen · ↗drohen  ●  dräuen  veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Böse Ferne Gefahr Himmel Hintergrund Horizont Menetekel Unheil Untergang Wald Wand Wolke da düster herauf schon schwarz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dräuen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, doch es dräut sich etwas zusammen.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002
Doch just dahinter dräut der dritte Ring, die arabische Welt.
Die Zeit, 25.10.2000, Nr. 43
Wo er recht hat, glaubt man ihm nicht, wo er dräut, hat er nicht recht.
Der Tagesspiegel, 19.08.2003
Dräuend, im tiefsten Schwarz, standen die riesigen Schriftzeichen gegen das flammende Rot.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8594
Und dräut der Winter noch so sehr - Frühling muß es doch werden.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1907
Zitationshilfe
„dräuen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dräuen>, abgerufen am 22.11.2019.

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