Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dräuen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung dräu-en
eWDG

Bedeutung

drohen
Beispiel:
dichterischUnd dräut der Winter noch so sehr / Mit trotzigen Gebärden [ GeibelHoffnung]
scherzhaft
Grammatik: im Partizip I
Beispiele:
dräuend zieht sich ein Unwetter zusammen
warum blickst du so dräuend?
Dräuend richtet sich das Polizeiauge auf den Unglücklichen [ TucholskyDeutschland17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drohen · dräuen · Drohung · Drohbrief · bedrohen · Bedrohung
drohen Vb. ‘Unangenehmes, Böses ankündigen’. Ahd. throuwen (8. Jh.), threwen (um 800) ‘drohen, tadeln’, mhd. drouwen, drewen, dröuwen, dröun setzt sich fort in nhd. dräuen Vb. (noch in poetischer bzw. historisierender Sprache, während die unumgelauteten Formen im älteren Nhd. untergehen). Daneben steht kontrahiertes (in Anlehnung an die Substantive ahd. thrōa, mhd. drō, s. unten) mhd. drōn, nhd. drohen (mit h als orthographischem Längezeichen). Im Germ. entsprechen asächs. githrōon, mnd. drouwen, mnl. druwen, nl. drouwen, afries. þrūwan, aengl. þrēagan, þrēawian ‘tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen’ (westgerm. *þrawjan), außergerm. sind aslaw. traviti ‘verzehren’, russ. travít’ (травить) ‘vernichten, hetzen, jagen, verdauen’ und griech. trȳ́ein (τρύειν) ‘aufreiben, erschöpfen’ verwandt. Alle Formen gehen zurück auf ie. *treu-, *trū-, eine Erweiterung der unter drehen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ter(ə)-, wobei eine Bedeutungsentwicklung ‘drehend reiben, quetschen, bedrängen, drohen’ vorauszusetzen ist. Drohung f. ahd. throuwung(a) (8. Jh.), mhd. dröwunge, drowung, anders gebildetes ahd. throuwa, thrawa, threwa (9. Jh.), mhd. drouwe, drō verdrängend. Drohbrief m. ‘schriftliche Ankündigung von Gewalttätigkeiten’ (Anfang 15. Jh.). bedrohen Vb. ‘Unheil, Gewaltanwendung ankündigen’, mhd. bedröuwen, nhd. bedräuen und daneben (seit 15. Jh.) bedrohen. Bedrohung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
androhen · bedrohen · drohen  ●  dräuen  veraltet

Typische Verbindungen zu ›dräuen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dräuen‹.

Verwendungsbeispiele für ›dräuen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dräuend, im tiefsten Schwarz, standen die riesigen Schriftzeichen gegen das flammende Rot. [Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8594]
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, doch es dräut sich etwas zusammen. [Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002]
Der Himmel aus dem Schlafzimmerfenster dräut schon gemein in diesem unangenehmen Rotblau. [Die Welt, 10.11.1999]
Die Staaten der EG verloren Kompetenzen und Teile ihrer Souveränität, aber nicht Teile ihrer Identität, und eine solche Gefahr dräut auch nicht. [Der Spiegel, 26.10.1992]
Nachdem wir nun durch die Vereinigung das alte Trauma vom Volk ohne Raum überwunden haben, dräut uns jetzt der Raum ohne Volk. [Süddeutsche Zeitung, 21.09.1996]
Zitationshilfe
„dräuen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dr%C3%A4uen>.

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