drahtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdrah-tig (computergeneriert)
WortzerlegungDraht-ig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
drahtartig
Beispiele:
er hat drahtiges Haar
sein grauer drahtiger Schnurrbart zitterte [WerfelMusa Dagh429]
2.
sportlich trainiert, sehnig
Beispiele:
ein schlanker, drahtiger Mann
am Golfplatz vorbei, wo drahtige Frauen neben drahtigen Männern dem sechzehnten, siebzehnten, achtzehnten Loch zustrebten [BöllBillard227]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Draht · drahten · drahtlos · drahtig · Drahtzieher
Draht m. ‘gezogener oder gewalzter Metallfaden’, ahd. thrāt (11. Jh.), mhd. drāt ‘Faden, Schnur’, mnd. drāt, asächs. thrād, aengl. þrǣd, engl. thread ‘Faden, Zwirn, Garn’, mnl. draet, nl. draad ‘Faden, Draht’, anord. þrāðr ‘Faden, Leine’, schwed. tråd setzen germ. *þrēðu- voraus, das auf eine mit ie. *tu-Suffix versehene langvokalische Form ie. *trē- der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘drehend reiben’ (s. ↗drehen) zurückgeht. Draht ist ursprünglich das aus Flachs, Wolle u. dgl. ‘Gedrehte’. Die dt. Bedeutungsspezialisierung ‘gezogener Metallfaden’ setzt bereits im Mhd. ein, als man in Stoffe eingewebte Gold- und Silberfäden mit mhd. golt-, silberdrāt bezeichnet; die alte Bedeutung wird dagegen im Engl. und Nl. bewahrt, im Dt. noch in Schuster- oder Pechdraht ‘Nähfaden des Schusters’ (17. Jh.). Aus Telegraphendraht verkürztes Draht tritt in der 2. Hälfte des 19. Jhs. ein für ‘Telegraf-, telegrafisch’ in Bildungen wie Drahtantwort, -bericht (für Depesche), -meldung. Daher stammt wohl auch die Wendung auf Draht sein ‘schnell, tüchtig sein’ (20. Jh.). An Telefondraht anknüpfend heißer Draht ‘direkte Telefonleitung für dringende Fälle’, zuerst (in der Übersetzung von amerik.-engl. hotline bzw. hot-wire) für die unmittelbare Verbindung zwischen den führenden Staatsmännern der UdSSR und der USA (um 1960). drahten Vb. ‘telegrafieren’ (19. Jh.); drahtlos Adj. ‘durch Funkverkehr’ (20. Jh.). drahtig Adj. ‘kräftig, sehnig, gewandt’, eigentlich ‘fest und biegsam wie Draht’ (20. Jh.). Drahtzieher m. ‘Drahthersteller’ (14. Jh.), ‘geheimer Lenker politischer Aktionen’ (18. Jh.), im Vergleich mit dem unsichtbaren Marionettenspieler, der die Puppen an Drähten agieren läßt.

Thesaurus

Synonymgruppe
drahtig · ↗sehnig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blonde Blondine Bursch Bursche Endfünfziger Fünfziger Jährige Kerl Locke Marathonläufer Mittfünfziger Mittvierziger Männchen Statur Typ agil braungebrannt durchtrainiert dürr energisch gebrannt mittelgroß muskulös schlank schmal schmächtig untersetzt wirkend zierlich Übungsleiter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›drahtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Bewegungen sind langsam, er wirkt ausgemergelt, nicht mehr drahtig.
Bild, 12.02.2000
Da greift auch schon ein drahtiger junger Mann mit akkurat geschnittenem Haar ein.
Die Zeit, 28.02.1997, Nr. 10
Er war mittelgroß, dunkelhäutig mit hellblondem Haar, drahtig und schmal.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 16
Die Arbeit wird drahtig geleistet, aber die Person zieht sich aus ihr zurück.
Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 24906
Es war ein Mann in den Fünfzigern, klein, drahtig, mit einem gelblichen Gesicht und gelblichen schlauen Augen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 47
Zitationshilfe
„drahtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/drahtig>, abgerufen am 23.07.2019.

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