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drall

Grammatik Adjektiv (in Verbindung mit weiblichen Personen)
Wortbildung  mit ›drall‹ als Grundform: Drallheit
eWDG

Bedeutung

rundlich und stramm
Beispiele:
ein dralles Bauernmädchen
eine dralle Kellnerin
Katrin, gut in den Dreißigern, fest und kräftig gewachsen, mit einem drallen, gesundfarbenen Apfelgesicht [ E. ClaudiusMenschen10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drall · Drall
drall Adj. ‘fest, derb, stramm’, ablautend zu drillen (s. d.) und daher verwandt mit drehen (s. d.), eigentlich ‘fest gedreht’, mhd. drel Adv. ‘fest, stark, sehr’, mnd. dral ‘fest gedreht, wirbelnd, sprudelnd (vom Wasser)’, nl. dral. Seit dem 18. Jh. setzt sich nd. drall allmählich im Hd. durch. Drall m. ‘Drehimpuls (bei Feuerwaffen), Neigung’ (18. Jh.). Linksdrall m., Rechtsdrall m. ‘Drehbewegung der Geschosse nach links oder rechts’ (wohl 19. Jh.), auch spöttische Bezeichnung für ein Sympathisieren mit politisch links oder rechts orientierten Gruppen (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dicklich · drall · mollig · mopsig · prall · rundlich  ●  moppelig  ugs. · pummelig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufgedunsen · beleibt · dickbäuchig · dickleibig · drall · feist · fettleibig · füllig · korpulent · kugelrund · mollig · schmerbäuchig · voluminös · wohlbeleibt · wohlgenährt · über Normalgewicht · übergewichtig · üppig  ●  dick  Hauptform · schwergewichtig  verhüllend · stark  verhüllend · stattlich  verhüllend · vollschlank  verhüllend · wohlgerundet  verhüllend · (etwas) auf den Rippen haben  ugs., variabel · adipös  fachspr., medizinisch · aus der Form geraten  ugs. · dick und fett  ugs., Redensart · fett  derb · gut gepolstert  ugs., ironisch · wampert  ugs., bayr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›drall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›drall‹.

Verwendungsbeispiele für ›drall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kunst des Bowlers besteht darin, der Kugel möglichst viel Drall mitzugeben, sie im Bogen ins Ziel zu lenken. [o. A. [hei.]: Bowling. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1978]]
Eva gerät ziemlich drall, fruchtbar könnte man es auch nennen. [Die Zeit, 14.12.2009, Nr. 50]
Hintenrum ist bei der drallen Maid aber alles beim Alten. [Bild, 16.04.2004]
Und da war sie charakterlich einfach noch nicht so drall entwickelt. [Bild, 18.11.2002]
Seinen drallen Formen zum Trotz schreitet er stramm voraus oder steht wie eine Eins mit ausgefalteten Armen. [Die Zeit, 07.02.1997, Nr. 7]
Zitationshilfe
„drall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/drall>.

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