dreckig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung dre-ckig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] schmutzig
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [salopp, übertragen] gemein, hämisch
  3. 3. [salopp] ...
  4. 4. [salopp, abwertend] unwichtig, wertlos
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich schmutzig
Beispiele:
dreckige Hände, Schuhe, Fingernägel
dreckige Wäsche
eine dreckige Wohnung, Straße
jmd. ist dreckig (= jmd. sieht schmutzig aus) (= jmd. hält wenig vom Waschen und Saubermachen)
dreckig und speckig sein
sich bei einer Arbeit dreckig machen
bildlich
Beispiele:
jmd. macht sich seine Finger nicht gern dreckig (= scheut sich vor schmutziger Arbeit)
seine dreckige Wäsche (möglichst) nicht vor anderen Leuten waschen (= über seine unschönen privaten Angelegenheiten möglichst nicht in der Öffentlichkeit sprechen)
2.
salopp, übertragen gemein, hämisch
Beispiele:
eine dreckige Bemerkung, Anspielung, Gesinnung
ein dreckiges Mundwerk, Lachen
ein dreckiger (= unanständiger) Witz
dreckig lachen, feixen, grinsen
er machte ein dreckiges Gesicht [ WelkGrambauer176]
3.
salopp
Beispiele:
jmdm. geht es dreckig (= schlecht)
das Leben mag noch so dreckig sein, sie strahlt [ FalladaKleiner Mann208]
4.
salopp, abwertend unwichtig, wertlos
Grammatik: attributiv
Beispiel:
nicht mal 'nen dreckigen Zehneuroschein hatte ich mehr
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dreck · dreckig · Dreckfink
Dreck m. ‘Schmutz, wertloses Zeug’, ahd. -threc (in mūsthrec ‘Mäusekot’, Hs. 12. Jh.), mhd. drec (Genitiv dreckes) ‘Schmutz, Unrat, Kot’, mnd. drek, mnl. drec, nl. drek ‘Exkremente, Fäulnis’, afries. threkk, anord. þrekkr ‘Dreck, Schmutz’, schwed. träck ‘Kot’ zeigen (mindestens in den flektierten Formen) die in Wörtern für geringgeschätzte, verabscheute Dinge öfter zu beobachtende affektische Gemination (germ. *þrekka-), vgl. daneben aengl. þreax ‘Fäulnis, Abfall, Kehricht’. Die germ. Formen verbinden sich mit griech. stergános (στεργάνος) ‘Mist, Auswurf von Menschen und Tieren, Schmutz’ sowie lat. stercus ‘Kot, Dünger, Mist’, lit. ter̃šti ‘schmutzen, schmutzig machen’ und führen mit diesen auf die Erweiterungen ie. *(s)terg-, *(s)treg- bzw. *(s)terk̑- der Wurzel ie. *(s)ter- ‘unreine Flüssigkeit, Mist; besudeln, verwesen’. Die alte Bedeutung ‘Exkremente, Kot’ lebt noch in Komposita wie Mäusedreck (s. oben), Teufelsdreck (16. Jh.), während Scheißdreck wohl eher als Steigerung von Dreck im Sinne von ‘wertloses Zeug, Nichtigkeit’ anzusehen ist. dreckig Adj. (16. Jh.), älter dreckicht (15. Jh.) ‘schmutzig’. Dreckfink m. ‘Schmutzkerl’ (Dreckfincke Goethe, 18. Jh.), heute meist von Kindern.

Thesaurus

Synonymgruppe
beschmutzt · dreckig · mit Schmutz behaftet · schmierig · schmutzbehaftet · schäbig · unhygienisch · unrein · unsauber · verdreckt · verschmutzt · verunreinigt · voller Schmutz · vor Dreck starren  ●  kotig  veraltend · schmutzig  Hauptform · Drecks...  derb · Schmuddel...  ugs. · dreckig und speckig  ugs. · mistig  ugs. · ranzig  ugs. · räudig  ugs. · schmuddelig  ugs. · siffig  ugs. · steht vor Dreck  ugs. · verranzt  ugs. · versifft  ugs. · voller Dreck und Speck  ugs. · voller Mist  ugs. · vor Dreck stehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anstößig · eindeutig-zweideutig · nicht salonfähig · obszön · unanständig · unsittlich · unzüchtig · zotig  ●  schmutzig  fig. · dreckig  ugs., fig. · nicht stubenrein  ugs., scherzhaft, fig. · priapeisch  geh., veraltet · schweinisch  ugs. · unkeusch  geh. · versaut  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
dreckig (Lachen, Lache) · gehässig · hämisch · höhnisch · spöttisch
Synonymgruppe
pornografisch · pornographisch · zotig  ●  dreckig  ugs. · pervers  derb · schweinisch  ugs. · säuisch  derb · versaut  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dreckig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dreckig‹.

Verwendungsbeispiele für ›dreckig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sie aus dem Dorf zurückkam, war sie dreckig wie ein Kind. [Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 132]
Wer da hineinlangt, macht sich nur selber die Hände dreckig. [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 77]
Er ist so dreckig, daß man nicht mehr baden gehen kann. [Der Spiegel, 01.10.1984]
Sie spielten wagemutig, aber nicht naiv, schnörkellos, aber nicht dreckig. [Die Zeit, 21.05.2013, Nr. 21]
Es geht mir egal dreckig, es ist nicht herauszubekommen, was es ist. [Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 05.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16631]
Zitationshilfe
„dreckig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dreckig>.

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