dreschen

GrammatikVerb · drischt, drosch/drasch, hat gedroschen
Aussprache
Worttrennungdre-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›dreschen‹ als Erstglied: ↗Drescher · ↗Dreschflegel · ↗Dreschgut · ↗Dreschmaschine
 ·  mit ›dreschen‹ als Letztglied: ↗abdreschen · ↗ausdreschen · ↗durchdreschen · ↗eindreschen · ↗losdreschen · ↗niederdreschen
 ·  mit ›dreschen‹ als Grundform: ↗verdreschen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
aus trockenem Getreide und anderen Körnerfrüchten die Körner (maschinell) herauslösen, herausschlagen
Beispiele:
Getreide, Korn, Hülsenfrüchte, Gespinstpflanzen dreschen
in der Scheune, auf dem Felde dreschen
sprichwörtlich du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden (= man soll dem, der arbeitet, nicht das Essen vorenthalten)
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich leeres Stroh dreschen (= viel reden, ohne dass etwas dabei herauskommt)
salopp Skat dreschen (= eifrig Skat spielen)
übertragen Phrasen dreschenin Phrasen reden
Beispiel:
es war ihm unbehaglich, vor dem König so billige Phrasen zu dreschen [Feuchtw.Nero361]
2.
salopp jmdn. verhauen, durchprügeln
Beispiele:
jmdn. grün und blau, windelweich dreschen
er drischt die Kinder bei dem geringsten Anlass
3.
salopp ein Tasteninstrument, Musikstück ohne musikalisches Einfühlungsvermögen fehlerhaft und laut spielen
Beispiele:
das Klavier dreschen
auf dem Klavier ein Musikstück dreschen
einen Walzer dreschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dreschen · Drescher · Mähdrescher · Dreschflegel · Drusch · abgedroschen
dreschen Vb. ‘(Getreide)körner durch Schlagen aus ihren Hülsen herauslösen’, ahd. threscan ‘herausschlagen, zertreten, unterdrücken’ (8. Jh.), mhd. dreschen ‘dreschen, quälen’, mit r-Metathese mnd. derschen, mnl. derscen, dorscen, nl. dorsen und aengl. þerscan ‘dreschen, schlagen, stampfen’, engl. to thresh ‘dreschen, schlagen’, anord. þriskja, þryskva, schwed. tröska, got. þriskan (germ. *þreskan) und die Verwandten lit. treškė́ti ‘prasseln, knacken, knistern’ und aruss. trěskъ ‘Krachen, Donner’, russ. tresk (треск) ‘Krachen, Knistern’ können wie ↗drehen (s. d.) zur Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’ gestellt werden. Die ursprüngliche Bedeutung der germ. Verben entspricht der alten Technik des Dreschens ‘mit den Füßen (die Körner heraus)stampfen’, vgl. die aus dem Germ. stammenden Verben span. triscar ‘stampfen, tanzen’, ital. trescare ‘tanzen’. leeres Stroh dreschen ‘Phrasen reden’ (15. Jh.). Drescher m. mhd. dreschære. Mähdrescher m. moderne Landwirtschaftsmaschine, die gleichzeitig mäht und drischt (20. Jh.). Dreschflegel m. Durch romanische Vermittlung wird den Germanen eine neue Technik des Dreschens bekannt (die Körner werden mit dem Flegel herausgeschlagen); die Bezeichnung für das dazu nötige Gerät ist ahd. flegil, nhd.Flegel (s. d.) und ahd. thriskila (8. Jh.), thriskil (Hs. 12. Jh.), mhd. drischel, nhd. (mundartlich) Drischel, eine Gerätebezeichnung mit dem Suffix -el (germ. -ila-) zu dreschen. Die verdeutlichende Zusammensetzung Dreschflegel entsteht im 15. Jh. Eine späte Ablautbildung zum Verb ist Drusch m. ‘das Dreschen, das Herausgedroschene’ (17. Jh.). abgedroschen Part.adj. ‘leer, abgenutzt, nichtssagend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
boxen · ↗hauen · ↗prügeln · ↗schlagen  ●  dreschen  ugs. · ↗kloppen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abpraller Ball Filzkugel Freistoß Golfball Hereingabe Korn Kugel Latte Leder Masche Pfosten Phrase Puck Querlatte Skat Spielgerät Stroh Torwinkel Vorhand Wucht ausdreschen drauf drauflos eindreschen freistehend losdreschen volley vorbei wegdreschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dreschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus 27 Metern drischt "Dr. Hammer" den Ball in den linken Winkel.
Bild, 12.04.1999
Ich habe Phrasen gedroschen wie alle anderen auch, das leugne ich gar nicht.
Die Zeit, 23.01.1995, Nr. 04
Also lockt es den Bauern, möglichst unmittelbar vom Feld zu dreschen.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 239
Um 3 Uhr morgens ging ich vom Hause weg, um 4 Uhr fingen wir an zu dreschen.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Es war schon lange auf ihm kein Korn mehr gedroschen worden.
Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 42
Zitationshilfe
„dreschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dreschen>, abgerufen am 21.07.2019.

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