du

Alternative SchreibungDu, s. Regelwerk: § 66 (E1)
GrammatikPersonalpronomen
Wortbildung mit ›du‹ als Grundform: ↗Dein2 · ↗dein2 · ↗deiner · ↗dich · ↗dir
eWDG, 1967

Bedeutung

Bezeichnung für eine angesprochene Person
1.
vertraute Anrede an Familienmitglieder, gute Freunde, Kinder
Beispiele:
wann kommst du morgen zu mir?
wer geht, ich oder du?
jmdn. du nennen
zu jmdm. du sagen
du zueinander sagen
jmdn. mit du anreden
(mit jmdm.) auf Du und Du stehen
sich mit jmdm. auf Du und Du stellen
jmdm. das Du anbieten
das vertraute Du anwenden, gebrauchen
du Schelm!
na, du Kleiner!
ich kenne dich
das ist nichts für dich
er hat etwas gegen dich
wir haben über dich gesprochen
ich gebe dir morgen das Buch
hat es dir gefallen?
wir kommen zu dir, bleiben bei dir, sprachen von dir
umgangssprachlich mir nichts, dir nichts stand er vor mir (= plötzlich stand er vor mir)
gehoben wir gedachten deiner
gehoben, veraltet wir gedachten dein
sprichwörtlich wie du mir, so ich dir
Du, du liegst mir im Herzen, / Du, du liegst mir im Sinn [Volkslied]
salopp hast du was kannst duganz schnell
Beispiel:
hast du was kannst du war ich an der Tür meiner Kammer [SchaumannZwiebel3]
als Dativus ethicus; kann jederzeit wegfallen
umgangssprachlich, vertraulich drückt persönliche Anteilnahme am Geschehen aus
Beispiele:
das war dir ein Lärm!
das sind dir (vielleicht) lustige Gesellen
der erreicht dir aber auch alles, was er will
Anrede an Verstorbene, heilige Personen, Tiere, Pflanzen, Dinge, Abstrakta
Beispiele:
du, der du dahingegangen bist, warst für uns alle ein Vorbild!
Ach neige, / Du Schmerzenreiche, / Dein Antlitz gnädig meiner Not! [GoetheFaustI 3588]
›Heule nicht!‹ denke ich. ›Du verausgabst Kräfte damit ...‹ [Th. MannHerr u. Hund9,616]
Knabe sprach: Ich breche dich, / Röslein auf der Heiden [GoetheHeidenrösl.]
Doch hängt mein ganzes Herz an dir, / Du graue Stadt am Meer [Storm8,194]
Unsinn, du siegst, und ich muß untergehn [SchillerJungfr. v. OrleansIII 6]
2.
kollektiv gebraucht für »man«
Beispiele:
wenn du niemals anderen hilfst, kannst du selbst nicht auf Hilfe rechnen
das ganze Jahr freust du dich auf den Urlaub, und dann regnet es nur
Wenn man sie nicht bezahlt, tun sie dir (= einem) keinen Streich [GoetheGötzI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

du · duzen · Duzbruder
du Pers.pron. der 2., der angeredeten Person im Singular. Ahd. thū (8. Jh.), mhd. dū̌, asächs. thū̌, mnd. , aengl. þū̌, engl. (älter) thou, anord. þū, got. þu verbinden sich mit aind. tvám, lat. , griech. (mit Anlaut aus den obliquen Kasus) (σύ), (dor.) (τύ), lit. , aslaw. ty, russ. ty (ты) und führen auf ie. *tū̌. Der Nominativ sowie der suffixal erweiterte Dativ (ahd. thir, nhd. dir) und Akkusativ (ahd. thih, nhd. dich) werden in den ie. Sprachen durch verschiedene Ablautstufen (ie. *tu-/ *tu̯-, *tu̯e-/ *tu̯o-) des Stammes ie. *teu̯e-/ *teu̯o- bzw. die Stammform ie. *te-, *to- repräsentiert, während der Genitiv in den germ. Sprachen (ahd. thīn, nhd. dein, deiner) einer Kasusform des Possessivpronomens (s. ↗dein) entstammt (ähnlich lat. tuī). duzen Vb. mhd. duzen, dutzen. Duzbruder m. (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

brauchen danken denken du erzählen essen fragen gefallen glauben helfen hören kennen kriegen lernen lieben machen meinen merken mögen reden sagen schlafen schreiben sehen tun vergessen verstehen vorstellen wissen wünschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›du‹.

Zitationshilfe
„du“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/du>, abgerufen am 14.11.2018.

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