ducken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdu-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ducken‹ als Letztglied: ↗abducken · ↗hinducken · ↗niederducken · ↗wegducken · ↗zusammenducken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich, etw. (plötzlich) klein machen, um sich, etw. zu verstecken, um einer drohenden Gefahr zu entgehen
Beispiele:
jmd. duckt sich vor den feindlichen Geschossen
duck dich!
er duckte sich hinter dem, den Zaun, um nicht ertappt zu werden
der Hase duckt sich in der, die Furche
die Katze duckt sich zum Sprung
jmd. läuft geduckt umher
in geduckter Stellung verharren
Unwillkürlich duckte sich Gustav, um nicht mit dem Kopf gegen Balkenwerk zu stoßen [JahnnHolzschiff216]
Duckt die Köpfe (= zieht die Köpfe ein), Kinder – und laßt euch nicht erwischen [ZuckmayerTeufels GeneralIII]
Er duckte den Kopf zwischen die Schultern [WerfelMusa Dagh280]
bildlich
Beispiel:
geduckte Katen, bemoost, strohgedeckt [GrassBlechtrommel22]
2.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen sich duckengehorchen, sich unterwerfen
Beispiele:
sich unter jmds. Gewalt, Willen, Joch, Fuchtel ducken
Ihr Lebtag hatten sie sich ducken müssen, kleine Landarbeiter auf einem großen Gut unter harten Verwaltern [FalladaJeder stirbt524]
jmdn. duckenjmdn. demütigen
Beispiele:
er duckt seine ganze Familie
das kleine Land wurde immer von seinen mächtigen Nachbarn geduckt
Es ging ihm ja nicht etwa darum, den Vetter zu ducken [Feuchtw.Tag242]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ducken Vb. ‘schnell nach unten beugen, bücken, den Kopf einziehen’, Intensivbildung zu ↗tauchen (s. d.). Nhd. ducken hat sein anlautendes d- aus dem Nd.; vgl. mnd. ducken, mnl. ducken gegenüber mhd. frühnhd. tücken, tucken. Luther verwendet ducken und tücken nebeneinander. Endgültig durchgesetzt hat sich anlautendes d- ebenso wie der Vokal u (gegenüber umgelautetem ü) im 18. Jh. Das u erklärt sich zum Teil aus der im Obd. häufigen Umlautlosigkeit vor ck (daher obd. tucken, s. oben). Darüber hinaus aber ist wohl von zwei Verbalbildungen auszugehen, einem (Umlaut bewirkenden) jan-Verb und einem (notwendig umlautlosen) ōn-Verb, da andernfalls die zahlreichen Formen mit u im Nd. (das die Umlauthemmung vor ck nicht kennt) unerklärbar wären; vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 170 ff. Die Etymologie von ducken (und tauchen) ist ungeklärt; Pokorny 1, 268 erwägt einen Asatz ie. *dheug-, germ. *dū̌k-, *dukk- ‘tauchen, sich ducken’, den er als Gutturalerweiterung neben die Labialerweiterung ie. *dheub- (s. ↗tief), daneben auch *dheup- ‘tief, hohl’, stellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
ducken · ↗hinkauern · ↗hinknien · ↗hocken · ↗kauern · ↗knien · ↗niederkauern
Synonymgruppe
(ein) Einsehen haben · ↗(sich) beugen · (sich) einsichtig zeigen · ↗(sich) fügen · ↗(sich) zurückziehen · ↗einlenken · klein beigeben · ↗weichen · ↗zurückweichen  ●  (den) Kopf einziehen  fig. · (sich) ducken  fig. · das Handtuch werfen  fig. · die Stellung räumen  fig. · kein Rückgrat haben  fig. · kleine Brötchen backen (müssen)  fig. · ↗nachgeben  Hauptform · ↗zurückrudern  fig. · (einen) Rückzieher machen  ugs. · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs., Sprichwort · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · die Platte putzen  ugs. · ↗einknicken  ugs., fig. · ↗kuschen  ugs. · zu Kreuze kriechen  geh., fig., abwertend
Assoziationen
  • (sich) klammern (an) · ↗feig · ↗kleinmütig · ↗mutlos · ↗schüchtern · ↗ängstlich  ●  ↗feige  Hauptform · (sich) nichts trauen  ugs., regional · ↗duckmäuserisch  ugs. · ↗hasenfüßig  ugs. · ↗hasenherzig  ugs. · keine Eier in der Hose haben  derb · keinen Arsch in der Hose haben  ugs. · ↗memmenhaft  ugs.
  • (sich) überzeugen lassen · ↗akzeptieren · ↗annehmen · ↗einsehen · ↗erkennen · ↗verstehen  ●  ↗kapieren  ugs.
  • gegen seine (eigene) Überzeugung handeln  ●  ↗(sich) verbiegen  ugs.
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · ↗(sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ↗ertragen · ↗hinnehmen  ●  (sich) schicken (in)  veraltet · ↗(sich) dareinfinden  geh., veraltet · keinen Aufstand machen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (sich) einer Sache ergeben · ↗(sich) unterwerfen · jemandem willfährig sein  ●  die Kröte schlucken  fig. · die bittere Pille schlucken (müssen)  fig. · zu Kreuze kriechen  fig.
  • (seinen) Widerstand aufgeben · ↗(sich) abfinden · keine (weiteren) Einwände erheben  ●  (zu allem) Ja und Amen sagen  ugs.
  • (seine) Gesinnung wechseln · (seine) Prinzipien verraten · (seine) Überzeugungen über Bord werfen · ↗(zur anderen Seite) überlaufen · die Seite(n) wechseln · ↗umfallen · ↗umkippen · ↗umschwenken
  • (sich) entschuldigen · um Entschuldigung bitten · um Vergebung bitten · um Verzeihung bitten  ●  Abbitte leisten  geh.
  • ich übernehme die volle Verantwortung  formell · meine Schuld  variabel · (war) mein Fehler  ugs. · Asche auf mein Haupt  ugs. · ↗mea culpa  geh., lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asphalt Baracke Busch Deich Düne Gebüsch Gras Holzhaus Lenker Mulde Rundhütte Schatten Senke Steinhaus Windschatten abducken blitzschnell demütigen ducken erschrocken hinducken instinktiv nieder schuldbewußt unwillkürlich verschämt weg wegducken zusammenducken ängstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ducken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es in der Regierung kriselt, duckt man sich besser.
Der Tagesspiegel, 26.01.2001
Sie hockt tiefer geduckt auf ihren Ski als alle anderen.
Bild, 08.12.1997
Kati duckte sich in den Schatten, sie wollte nicht entdeckt werden.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 178
Sie sahen ihn geduckt in das Dunkel kriechen und rannten ihm nach.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 605
Jeder duckt sich, und die Regierung steht fest und feiert außenpolitische Erfolge.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1935. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1935], S. 12
Zitationshilfe
„ducken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ducken>, abgerufen am 16.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Dückdalben
Dückdalbe
Ducht
Duchoborze
Duchessespitze
Duckmäuser
Duckmäuserei
duckmäuserisch
Ductus
Dudelei