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dudeln

Grammatik Verb · dudelt, dudelte, hat gedudelt
Aussprache 
Worttrennung du-deln
Wortbildung  mit ›dudeln‹ als Erstglied: Dudelei · Dudelfunk · Dudelkasten · Dudelsack · Dudler
 ·  mit ›dudeln‹ als Letztglied: Gedudel
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend leiernde, lärmende, auf die Nerven gehende Töne auf Blasinstrumenten und mechanischen Musikinstrumenten hervorbringen
Beispiele:
ein Leierkasten, eine Drehorgel dudelt
auf der Flöte, Schalmei dudeln
er dudelt mir den ganzen Tag die Ohren voll
sein Radio dudelt (= spielt) ununterbrochen
[…] ein im Hintergrund […] dudelndes Karussell […] [ BöllHaus246]
etw. kunstlos, eintönig singen, spielen
Beispiel:
[…] es ist ein gewöhnliches Lied vom Wochenmarkt, vor einer Bildertafel wird es gedudelt […] [ DöblinAlexanderpl.294]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dudeln · Dudelei
dudeln Vb. ‘fortgesetzt und eintönig (zuweilen nervenzermürbend) Musik erzeugen, vor sich hin singen’; schallnachahmendes Verb, zuerst (17. Jh.) ‘auf dem Dudelsack blasen’, dann ‘auf einem Blasinstrument schlecht spielen’ und ‘schlecht, kunstlos singen’ (19. Jh.). dudeln gehört wohl zu schallnachahmenden Bildungen wie dudeldum, dudeldei, ist also vermutlich älter als seine frühesten literarischen Bezeugungen. Das Verb bestimmt offenbar die dt. Lautform von Dudelsack (s. d.), während der Klang des Dudelsacks mit seiner nicht modulationsfähigen Tongebung und anhaltenden Eintönigkeit der Begleitpfeifen die Bedeutung von dudeln beeinflußt. Dudelei f. ‘minderwertiges Musizieren, gering geachtete Musik, mißbilligter Gesang’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›dudeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dudeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›dudeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Musik dudelt, in Hunderten von Handys auf den Berg geschleppt. [Die Zeit, 01.12.2012, Nr. 49]
Während ich dies gänzlich selbstlos tippe, dudelt das Radio und bringt mich auf eine glänzende Idee. [Die Zeit, 28.02.1994, Nr. 09]
Deshalb läuft weiter das Radio und dudelt die neuesten Hits der Charts über den menschenleeren Strand. [Die Welt, 06.07.2002]
Denn die Musik dudelt nicht aus einem Radio, sonders aus dem Computer. [Bild, 20.01.1999]
Manche befürchten schon, er könnte seinen Kanzler bis dahin aus dem Amt gedudelt haben. [Der Tagesspiegel, 18.12.2002]
Zitationshilfe
„dudeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dudeln>.

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