dudeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdu-deln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›dudeln‹ als Erstglied: ↗Dudelfunk · ↗Dudelsack · ↗Dudelsackpfeifer · ↗Dudler
 ·  mit ›dudeln‹ als Grundform: ↗Dudelei
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend leiernde, lärmende, auf die Nerven gehende Töne auf Blasinstrumenten und mechanischen Musikinstrumenten hervorbringen
Beispiele:
ein Leierkasten, eine Drehorgel dudelt
auf der Flöte, Schalmei dudeln
er dudelt mir den ganzen Tag die Ohren voll
sein Radio dudelt (= spielt) ununterbrochen
ein im Hintergrund ... dudelndes Karussell [BöllHaus246]
etw. kunstlos, eintönig singen, spielen
Beispiel:
es ist ein gewöhnliches Lied vom Wochenmarkt, vor einer Bildertafel wird es gedudelt [DöblinAlexanderpl.294]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dudeln · Dudelei
dudeln Vb. ‘fortgesetzt und eintönig (zuweilen nervenzermürbend) Musik erzeugen, vor sich hin singen’; schallnachahmendes Verb, zuerst (17. Jh.) ‘auf dem Dudelsack blasen’, dann ‘auf einem Blasinstrument schlecht spielen’ und ‘schlecht, kunstlos singen’ (19. Jh.). dudeln gehört wohl zu schallnachahmenden Bildungen wie dudeldum, dudeldei, ist also vermutlich älter als seine frühesten literarischen Bezeugungen. Das Verb bestimmt offenbar die dt. Lautform von ↗Dudelsack (s. d.), während der Klang des Dudelsacks mit seiner nicht modulationsfähigen Tongebung und anhaltenden Eintönigkeit der Begleitpfeifen die Bedeutung von dudeln beeinflußt. Dudelei f. ‘minderwertiges Musizieren, gering geachtete Musik, mißbilligter Gesang’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autoradio Box Boxen Endlosschleife Fernseher Grammophon Handy Hintergrund Hit Kofferradio Lautsprecher Lied Melodie Musik Popmusik Radio Radiosender Schlager Schotte Song Transistorradio hin hindudeln irgendwo leise rauf runter weg Äther überall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dudeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Musik dudelt, in Hunderten von Handys auf den Berg geschleppt.
Die Zeit, 01.12.2012, Nr. 49
Denn die Musik dudelt nicht aus einem Radio, sonders aus dem Computer.
Bild, 20.01.1999
Und die Flöten dudeln - und entfernen sich nach allen Richtungen.
Scheerbart, Paul: Liwûna und Kaidôh. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1901], S. 14743
Wie bei einem Spielzeugauto zieht der Benutzer damit eine innere Spirale auf, und für etwa eine halbe Stunde dudelt das Gerät vor sich hin.
o. A. [schu.]: Kurbelradio. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [2000]
Zitationshilfe
„dudeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dudeln>, abgerufen am 15.12.2018.

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