duften

GrammatikVerb · duftet, duftete, hat geduftet
Aussprache
Worttrennungduf-ten
GrundformDuft
Wortbildung mit ›duften‹ als Letztglied: ↗abduften · ↗durchduften · ↗entgegenduften
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Duft verbreiten
Beispiele:
Rosen, Veilchen duften (lieblich, zart, süß, stark)
betäubend duftender Flieder
das Essen duftet angenehm, appetitlich, einladend
es duftet (= riecht) hier nach Parfüm, Blumen
eine herrlich duftende Frühlingswiese
spöttisch unangenehmen Geruch verbreiten
Beispiele:
der Käse, Knoblauch duftet
jmd. duftet (= riecht) nach Branntwein
Der Mist wird ausgefahren, es duftet herzhaft nach gesunder Verdauung in der ganzen Gegend [WaggerlJahr215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Duft · duften · düften · verduften · duftig
Duft m. ‘angenehmer, feiner Geruch’, ahd. thuft ‘Duft, Hitze’ (um 1000), auch ‘Frost’ (eigentlich ‘gefrorener Dunst’), mhd. tuft ‘Dunst, Nebel, Tau, Reif’ stellen sich wohl mit anord. dupt, duft n. (dupti m.) ‘Staub’, schwed. doft ‘Mehlstaub, Duft’ und den außergerm. Verwandten griech. tȳ́phein (τύφειν) ‘Rauch, Dampf, Qualm machen’, tȳ́phos (τῦφος) ‘Rauch, Dampf, Qualm, Dünkel, Art Fieber’ (s. ↗Typhus) zu ie. *dheubh-, *dhūbh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt’ (s. auch ↗taub, ↗toben), Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf, daher auch ‘dampfen, ausdünsten, riechen’. Zur gleichen Wurzel gehören aind. dhūmáḥ ‘Rauch’, griech. thȳmós (θυμός) ‘Geist, Mut, Zorn, Gemütswallung, Leidenschaft’, thȳmiā́n (θυμιᾶν) ‘in Rauch aufgehen lassen, rauchen’, lat. fūmus ‘Rauch, Dampf, Qualm’, aslaw. ∂ymъ ‘Rauch, Dampf, Dunst’, russ. dym (дым) ‘Rauch’; s. auch ↗Dunst, ↗Düne. Weniger wahrscheinlich ist Verwandtschaft mit ↗Dampf (s. d.). Danach wäre Duft als Verbalabstraktum zu mhd. dimpfen ‘dampfen, rauchen’ hervorgegangen aus *dumft, *dunft und in seiner Entwicklung einer Reihe mhd. frühnhd. sowie nd. Formen mit Nasalverlust (wie Vernuft neben Vernunft) vergleichbar. Die Bedeutung ‘Wohlgeruch’ entwickelt sich erst im 18. Jh., zunächst für die ‘feine Ausdünstung’ wohlriechender Pflanzen. Aber noch im 19. Jh. ist Duft in der alten Bedeutung ‘(feiner) Dunst’ gebräuchlich, sie gilt bis heute im Obd. duften, älter auch düften Vb. ‘Wohlgeruch verbreiten’ (im Gegensatz zu ↗stinken, s. d.), mhd. tüften, tuften ‘Dunst, Nebel von sich geben, dampfen, dünsten’, seit dem 17. Jh. in heutiger Bedeutung. verduften Vb. ‘sich in Duft auflösen, Duft verlieren’ (18. Jh.), in scherzhafter Übertragung ‘ohne Aufsehen verschwinden’ (19. Jh.). duftig Adj. ‘dunstig’ (15. Jh.), ‘Wohlgeruch verbreitend’, übertragen ‘leicht, zart’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(angenehm) riechen (nach) · (ein) angenehmer Geruch (geht aus von)  ●  duften  Hauptform · Wohlgeruch verströmen  geh., literarisch
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flieder Gewürz Glühwein Heu Jasmin Kaffee Knoblauch Kraut Lavendel Lebkuchen Mandel Minze Moschus Orange Parfum Parfüm Pinie Rose Räucherstäbchen Salbei Thymian Vanille Veilchen Weihrauch Zimt Zitrone betörend köstlich verführerisch würzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›duften‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du konntest schreiten, Du mußt edel geduftet haben, wo Du warst, blinkte das Leben lustig.
Die Welt, 22.01.2005
Manchmal duftet es zwischen den weißen Tischen draußen verführerisch nach Kaffee - aber den hat sich dann einer der Angestellten für seine Pause gebraut.
Süddeutsche Zeitung, 02.09.1996
Schön klein war se und dufte gebaut, alles hatte die praktisch.
Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 89
Die Rose stand in einer hellgrünen schlichten Vase und duftete.
Eberlein, Gisela: Autogenes Training für Fortgeschrittene, Düsseldorf: Wien Econ Verlag 1974, S. 23
Zu Hause, bei Vater und Mutter, duftete es alle Wände entlang nach Takt.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 110
Zitationshilfe
„duften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/duften>, abgerufen am 22.11.2019.

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