Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

duften

Grammatik Verb · duftet, duftete, hat geduftet
Aussprache 
Worttrennung duf-ten
GrundformDuft
Wortbildung  mit ›duften‹ als Letztglied: abduften · durchduften · entgegenduften
eWDG

Bedeutung

einen Duft verbreiten
Beispiele:
Rosen, Veilchen duften (lieblich, zart, süß, stark)
betäubend duftender Flieder
das Essen duftet angenehm, appetitlich, einladend
es duftet (= riecht) hier nach Parfüm, Blumen
eine herrlich duftende Frühlingswiese
spöttisch unangenehmen Geruch verbreiten
Beispiele:
der Käse, Knoblauch duftet
jmd. duftet (= riecht) nach Branntwein
Der Mist wird ausgefahren, es duftet herzhaft nach gesunder Verdauung in der ganzen Gegend [ WaggerlJahr215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Duft · duften · düften · verduften · duftig
Duft m. ‘angenehmer, feiner Geruch’, ahd. thuft ‘Duft, Hitze’ (um 1000), auch ‘Frost’ (eigentlich ‘gefrorener Dunst’), mhd. tuft ‘Dunst, Nebel, Tau, Reif’ stellen sich wohl mit anord. dupt, duft n. (dupti m.) ‘Staub’, schwed. doft ‘Mehlstaub, Duft’ und den außergerm. Verwandten griech. tȳ́phein (τύφειν) ‘Rauch, Dampf, Qualm machen’, tȳ́phos (τῦφος) ‘Rauch, Dampf, Qualm, Dünkel, Art Fieber’ (s. Typhus) zu ie. *dheubh-, *dhūbh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt’ (s. auch taub, toben), Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf, daher auch ‘dampfen, ausdünsten, riechen’. Zur gleichen Wurzel gehören aind. dhūmáḥ ‘Rauch’, griech. thȳmós (θυμός) ‘Geist, Mut, Zorn, Gemütswallung, Leidenschaft’, thȳmiā́n (θυμιᾶν) ‘in Rauch aufgehen lassen, rauchen’, lat. fūmus ‘Rauch, Dampf, Qualm’, aslaw. ∂ymъ ‘Rauch, Dampf, Dunst’, russ. dym (дым) ‘Rauch’; s. auch Dunst, Düne. Weniger wahrscheinlich ist Verwandtschaft mit Dampf (s. d.). Danach wäre Duft als Verbalabstraktum zu mhd. dimpfen ‘dampfen, rauchen’ hervorgegangen aus *dumft, *dunft und in seiner Entwicklung einer Reihe mhd. frühnhd. sowie nd. Formen mit Nasalverlust (wie Vernuft neben Vernunft) vergleichbar. Die Bedeutung ‘Wohlgeruch’ entwickelt sich erst im 18. Jh., zunächst für die ‘feine Ausdünstung’ wohlriechender Pflanzen. Aber noch im 19. Jh. ist Duft in der alten Bedeutung ‘(feiner) Dunst’ gebräuchlich, sie gilt bis heute im Obd. duften, älter auch düften Vb. ‘Wohlgeruch verbreiten’ (im Gegensatz zu stinken, s. d.), mhd. tüften, tuften ‘Dunst, Nebel von sich geben, dampfen, dünsten’, seit dem 17. Jh. in heutiger Bedeutung. verduften Vb. ‘sich in Duft auflösen, Duft verlieren’ (18. Jh.), in scherzhafter Übertragung ‘ohne Aufsehen verschwinden’ (19. Jh.). duftig Adj. ‘dunstig’ (15. Jh.), ‘Wohlgeruch verbreitend’, übertragen ‘leicht, zart’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(angenehm) riechen (nach) · (ein) angenehmer Geruch (geht aus von)  ●  duften  Hauptform · Wohlgeruch verströmen  geh., literarisch
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›duften‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›duften‹.

Verwendungsbeispiele für ›duften‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schön klein war se und dufte gebaut, alles hatte die praktisch. [Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 89]
Sie ist eine pfirsichfarbene Schönheit, aufrecht gewachsen, und sie duftet verhalten. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Nach 5 Minuten waren sie warm, dufteten aber nicht mehr. [Die Zeit, 02.06.1999, Nr. 23]
Weil sie sich nicht riechen können, darf nichts mehr verführerisch duften. [konkret, 1981]
Draußen vor dem Saale beginnt schon ein Buffet für die Gäste zu duften, das herrschaftlicher nicht aufgetischt sein könnte. [Die Zeit, 07.03.2011, Nr. 10]
Zitationshilfe
„duften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/duften>.

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