dumm

Grammatik Adjektiv · Komparativ: dümmer · Superlativ: am dümmsten
Aussprache 
Wortbildung  mit ›dumm‹ als Erstglied: ↗Dummbart · ↗Dummbeutel · ↗Dumme-Jungen-Streich · ↗Dummejungenstreich · ↗Dummenfang · ↗Dummkoller · ↗Dummkopf · ↗Dummlack · ↗Dummling · ↗Dummschwatz · ↗Dummschwätzer · ↗Dummsdorf · ↗Dümmling · ↗dummdreist · ↗dummerweise · ↗dummfrech · ↗dummstolz
 ·  mit ›dumm‹ als Letztglied: ↗blitzdumm · ↗horndumm · ↗kreuzdumm · ↗mordsdumm · ↗saudumm · ↗sternhageldumm · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗strunzdumm · ↗undumm
 ·  mit ›dumm‹ als Grundform: ↗Dummian · ↗Dummrian · ↗verdummen
Mehrwortausdrücke der Dumme sein · ↗dumm wie Bohnenstroh · ↗dumm wie Stroh
eWDG

Bedeutungen

1.
ohne Verstand
Beispiele:
umgangssprachlichfrag, rede nicht so dumm!
umgangssprachlichden Dummen spielen
umgangssprachlichdie Dummen werden nicht alle
a)
unwissend, ohne Können, nicht gescheit
Beispiele:
ein dummer Mensch, Schüler
salopp, derbein dummes Luder
umgangssprachlichjmd. ist schrecklich, entsetzlich, hoffnungslos dumm
saloppjmd. ist dumm wie Bohnenstroh, wie die Sünde, dümmer als die Polizei erlaubt (= jmd. ist sehr dumm)
umgangssprachlicher ist nicht so dumm, wie er aussieht
umgangssprachlichstell dich nicht so dumm (an), nicht dümmer als du bist
saloppdu willst mich wohl für dumm verkaufen? (= du hältst mich wohl für dumm?)
salopp dumm geboren, nichts dazugelernt
umgangssprachlicher findet immer wieder einen Dummen (= er findet immer wieder einen, der hereinfällt)
salopp, sprichwörtlichdie dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln (= Glück hängt nicht von Klugheit ab)
umgangssprachlichWir hatten uns doch zu einem letzten Saufabend verleiten lassen, wollten nicht als kleine, dumme (= unerfahrene) Jungen angesehen werden [ MarchwitzaJugend200]
b)
einfältig, töricht, albern
siehe auch Dummchen
Beispiele:
umgangssprachlichein dummer Kerl, ein dummes Ding
derbeine ganz dumme Gans, Pute, Trine
der dumme August (= Spaßmacher im Zirkus, Clown)
ein dummes Gesicht machen
sein Mund verzog sich zu einem dummen Lächeln
dumme Witze, Streiche machen
dumme Redensarten, Bemerkungen
salopp dummes Zeug
saloppjmdn. dumm anglotzen
salopp dumm feixen
salopp dumm aus der Wäsche gucken (= ein fassungsloses, verdutztes Gesicht machen)
saloppsich dumm und dusslig reden (= auf jmdn. sehr lange und nachdrücklich einreden)
saloppich bin (am Ende, immer) der Dumme, mache den Dummen (= ich habe (am Ende, immer) den Schaden, Nachteil)
saloppdu bist schön dumm, wenn du ihm alles glaubst
2.
unangenehm, übel
Beispiele:
umgangssprachlichdas ist eine dumme Sache, Geschichte
umgangssprachlicher hat heute seinen dummen Tag
umgangssprachlicher hatte die dumme Angewohnheit, dauernd zu zwinkern, zu spötteln
umgangssprachlichso etw. Dummes!
umgangssprachlichmir ist (da) etw. Dummes, etw. noch Dümmeres passiert
umgangssprachlichetw. Dummes anstellen
umgangssprachlichdas ist aber dumm!
umgangssprachlichdas könnte dumm ausgehen, ablaufen
saloppjmdm. dumm, von einer dummen Seite kommen (= zu jmdm. frech, unverschämt werden)
saloppdie Sache wurde mir (schließlich) zu dumm (= ich verlor die Geduld)
saloppjmd. tut dumm (= fühlt sich beleidigt)
3.
umgangssprachlich schwindlig
Beispiele:
der Lärm macht einen, mich ganz dumm (im Kopf)
man wird von dem Krach ganz dumm
Mir wird von alledem so dumm, / Als ging' mir ein Mühlrad im Kopf herum [ GoetheFaustI 1946]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dumm · tumb · Dummheit · verdummen · Dummerjan · Dummkopf · Dümmling · dümmlich
dumm Adj. ‘unwissend, unbegabt, unvernünftig, unangenehm’. Ahd. tumb ‘stumm, taub, töricht, einfältig, unvernünftig, dumm’ (9. Jh.), mhd. tump ‘schwach von Sinnen oder Verstand, dumm, töricht, unerfahren, stumm’ (-mb bzw. -mp werden nhd. assimiliert zu -mm), mnd. dum ‘unerfahren, einfältig, dumm’, mnl. dom, domp, nl. dom, asächs. dumb, afries. dumb ‘stumm’, aengl. dumb ‘stumm’, engl. dumb ‘stumm, sprachlos (vor Staunen)’, anord. dumbr ‘stumm, dumm’, schwed. dum ‘stumm, dumpf, unklar’, got. dumbs ‘stumm’ führen auf germ. *dumba-. Außergerm. Verwandte fehlen, doch die Bedeutungsnähe zu taub läßt an einen Anschluß an ie. *dheubh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt, auch vom Geist und den Sinnen’, eine (im Germ. teilweise nasalierte) Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə-, zu der ↗taub, ↗Dunst und ↗toben (s. d.) gehören, denken. Die ältesten Bedeutungen von dumm sind ‘stumm’ und ‘taub’, beide im 17. Jh. noch bekannt; mhd. tump bezeichnet vielfach ‘jugendlich unerfahren, unwissend’, nhd. noch erhalten in dummer Junge. Seit dem 19. Jh. wird dumm ‘unwissend, unbegabt’ oft verstärkt zu saudumm, strohdumm. Die Lautform mhd. tumb bleibt in Einzelfällen im Nhd. (bis ins 17. Jh.) erhalten. Bei der Beschäftigung mit der mhd. Literatur (2. Hälfte 19. Jh.) wird tumb im mittelalterlichen Sinne von ‘arglos, einfältig’ romantisierend wiederbelebt. Dummheit f. ‘Unwissenheit, Mangel an Einsicht, Torheit’, ahd. tumbheit (9. Jh.), mhd. tumpheit. verdummen Vb. ‘dumm werden oder machen’, mhd. vertumben. Dummerjan m. ‘einfältiger Kerl’ (Anfang 17. Jh.), auch Dummrian. Das zur Personenbezeichnung dienende Kompositionssuffix -jan ist aus dem Namen Jan (nd., teilweise auch md., für Johann) hervorgegangen, vgl. vorausgehendes Dummer Jan (16. Jh.). Zugleich lehnt es sich mit Längung des Vokals an ältere latinisierte Scherzbildungen an wie Grobiān(us) (s. ↗Grobian), den Heiligennamen auf lat. -ānus folgend, z. B. Cypriān(us), Damiān(us). S. ähnliche Ausdrücke wie ↗Liederjan, ↗Schlendrian. Dummkopf m. Schimpfwort (18. Jh.). Dümmling m. ‘dummer Mensch’, mhd. tummelinc. dümmlich Adj. ‘dumm, leicht beschränkt’, ahd. tumblīh ‘töricht’ (9. Jh.), mhd. tumplich ‘unverständig, töricht, einfältig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
gedankenlos · nicht zu Ende gedacht · ↗töricht · ↗ungünstig · ↗unklug · ↗unvernünftig · ↗unvorsichtig · ↗unüberlegt · wenig bedacht  ●  dumm (von jemandem)  ugs.
Assoziationen
  • (geistig) beschränkt · ↗(geistig) minderbemittelt · ↗blöd · ↗blöde · ↗dämlich · geistig nicht (mehr) auf der Höhe · ↗idiotisch · ↗irrsinnig · keinen Grips im Kopf (haben) · nicht besonders helle · nicht gerade helle · ↗schwachköpfig · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗stupid · ↗stupide · unintelligent · weiß nicht (mehr), was er sagt · weiß nicht (mehr), was er tut  ●  Stroh im Kopf (haben)  fig. · dumm  Hauptform · ↗talentfrei  ironisch · (das) Pulver nicht erfunden haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben  ugs. · (ein) Spatzenhirn haben  ugs. · (jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen  derb · (jemanden) beißen (doch) die Schweine im Galopp  ugs., Spruch · (so) dumm wie 10 Meter Feldweg  ugs. · ↗(so) dumm wie Bohnenstroh  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Gänse beißen  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Schweine beißen  ugs. · (total) Banane (sein)  ugs. · (voll) panne  ugs. · Dumm geboren und nichts dazugelernt.  ugs., Spruch · ballaballa  ugs. · ↗bedeppert  ugs. · ↗behämmert  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · ↗beknackt  ugs. · ↗belämmert  ugs. · ↗bescheuert  ugs. · beschruppt  ugs. · besemmelt  ugs. · ↗bestusst  ugs. · birnig  ugs. · deppat  ugs., bayr., österr. · ↗deppert  ugs., süddt. · ↗doof  ugs. · dumm wie Brot  ugs. · dumm wie Schifferscheiße  derb · dümmer als die Polizei erlaubt  ugs. · ↗gehirnamputiert  derb · ↗grenzdebil  derb · hirnig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗merkbefreit  ugs. · naturblöd  ugs. · nicht (ganz) bei Trost  ugs. · nicht bis drei zählen können  ugs. · nicht ganz dicht  ugs. · ↗saublöd  ugs. · ↗saudoof  ugs. · ↗saudumm  ugs. · selten dämlich  ugs., Verstärkung · strunzdoof  ugs. · ↗strunzdumm  ugs. · strunzendumm  ugs. · unterbelichtet  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
  • (es wäre) unklug (von jemandem) · (es wäre) unvernünftig (von jemandem) · (jemand wäre) schlecht beraten (wenn) · sollte besser nicht · sollte lieber nicht  ●  (etwas wäre) nicht anzuraten  geh.
  • vor der Zeit · ↗voreilig · zu früh · zu schnell · ↗übereilig · übereilt  ●  ↗vorschnell  Hauptform
  • blindlings · ↗gedankenlos · ↗unaufmerksam · ↗unbedacht · ↗unbesonnen · ↗unüberlegt · ↗vorschnell  ●  in meinem jugendlichen Leichtsinn  ugs., ironisch
  • (noch) nicht der Weisheit letzter Schluss · ↗(noch) unfertig · nicht ausgereift · nicht durchdacht · nicht zu Ende gedacht · schlecht vorbereitet (sein) · ↗unausgereift  ●  ↗unausgegoren  abwertend · weder Hand noch Fuß haben  fig. · ↗halbgar  ugs., abwertend
  • (so) naiv, wie sie (nun mal) ist · aus (reiner) Dummheit · aus Gedankenlosigkeit · aus Unüberlegtheit · blöd, wie er (nun mal) ist
  • (eine) Bemerkung fallen lassen · ↗beiläufig · nur mal so (dahingesagt) · ↗unaufgeregt · wie nebenbei · wie unbeabsichtigt · wie unbeteiligt · wie von ungefähr
Synonymgruppe
(geistig) beschränkt · ↗(geistig) minderbemittelt · ↗blöd · ↗blöde · ↗dämlich · geistig nicht (mehr) auf der Höhe · ↗idiotisch · ↗irrsinnig · keinen Grips im Kopf (haben) · nicht besonders helle · nicht gerade helle · ↗schwachköpfig · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗stupid · ↗stupide · unintelligent · weiß nicht (mehr), was er sagt · weiß nicht (mehr), was er tut  ●  Stroh im Kopf (haben)  fig. · dumm  Hauptform · ↗talentfrei  ironisch · (das) Pulver nicht erfunden haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben  ugs. · (ein) Spatzenhirn haben  ugs. · (jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen  derb · (jemanden) beißen (doch) die Schweine im Galopp  ugs., Spruch · (so) dumm wie 10 Meter Feldweg  ugs. · ↗(so) dumm wie Bohnenstroh  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Gänse beißen  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Schweine beißen  ugs. · (total) Banane (sein)  ugs. · (voll) panne  ugs. · Dumm geboren und nichts dazugelernt.  ugs., Spruch · ballaballa  ugs. · ↗bedeppert  ugs. · ↗behämmert  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · ↗beknackt  ugs. · ↗belämmert  ugs. · ↗bescheuert  ugs. · beschruppt  ugs. · besemmelt  ugs. · ↗bestusst  ugs. · birnig  ugs. · deppat  ugs., bayr., österr. · ↗deppert  ugs., süddt. · ↗doof  ugs. · dumm wie Brot  ugs. · dumm wie Schifferscheiße  derb · dümmer als die Polizei erlaubt  ugs. · ↗gehirnamputiert  derb · ↗grenzdebil  derb · hirnig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗merkbefreit  ugs. · naturblöd  ugs. · nicht (ganz) bei Trost  ugs. · nicht bis drei zählen können  ugs. · nicht ganz dicht  ugs. · ↗saublöd  ugs. · ↗saudoof  ugs. · ↗saudumm  ugs. · selten dämlich  ugs., Verstärkung · strunzdoof  ugs. · ↗strunzdumm  ugs. · strunzendumm  ugs. · unterbelichtet  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • dumm  Hauptform
Synonymgruppe
leidig · ↗lästig · ↗misslich · ↗missliebig · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · ↗schlecht · ↗schlimm · ↗schrecklich · störend · ↗unangenehm · ↗unbequem · ↗unerfreulich · ↗unerquicklich · ↗unerwünscht · ↗ungeliebt · ↗ungut · ↗unliebsam · ↗unschön · ↗unwillkommen · wenig beneidenswert · ↗widrig · ↗ärgerlich  ●  ↗blöd (ärgerlich)  ugs. · ↗böse (Überraschung, Erwachen ...)  ugs. · dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs. · ↗unkomfortabel  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dumm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dumm‹.

Verwendungsbeispiele für ›dumm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wenn die Richtung stimmt, ist kein Argument zu dumm.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 266
Auch die dümmste Regierung sieht schließlich ein, daß sie nicht gegen das ganze Volk handeln kann.
Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz zur Politik, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 35
Er mochte vielleicht unsympathisch sein, aber er war nicht dumm.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 93
Simpel, dumm, redet so daher, ohne sich was zu denken, politisch uninteressiert.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 392
Es war dumm von ihm gewesen, darüber nicht besser nachzudenken.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 49
Zitationshilfe
„dumm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dumm>, abgerufen am 19.01.2021.

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