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dummdreist

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung dumm-dreist
Wortzerlegung dumm dreist
Wortbildung  mit ›dummdreist‹ als Erstglied: Dummdreistigkeit
eWDG

Bedeutung

in plumper Art dreist
Beispiele:
eine dummdreiste Zumutung, Frechheit
dummdreist/dummdreiste Antworten geben
salopper feixte, grinste dummdreist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dreist · Dreistigkeit · dummdreist · erdreisten
dreist Adj. ‘zudringlich, frech’, Übernahme (1. Hälfte 16. Jh., zunächst dreiste, dann dreist, Ende 16. Jh., daneben noch driest, drist in hd. Texten des 16./17. Jhs., bei omd. Autoren des 18. und frühen 19. Jhs. gerundet dreust) von mnd. drīste ‘beherzt, kühn, wagemutig’, auch ‘frech’, in die Literatursprache, das mit asächs. thrīst(i), mnl. drijst(e), driest(e), nl. driest, aengl. þrīst(e) am ehesten mit dem unter dringen (s. d.) behandelten Verb zu verbinden und damit zu ie. *trenk- ‘stoßen, zusammendrängen, bedrängen’ zu stellen ist. Wie got. þreihan ‘drängen’ steht das Adjektiv, setzt man germ. *þrīstja- aus *þrinhstja- voraus, in grammatischem Wechsel (h – g) zu dringen; nach n-Ausfall folgt Dehnung des Vokals. Als Ausgangsbedeutung ist, im Hinblick auf die Zugehörigkeit zu dringen, ‘kühn andrängend’ anzusetzen, die in der Literatursprache des 19. Jhs. jedoch hinter ‘zudringlich, frech’ verblaßt. Wenig wahrscheinlich ist dagegen Verwandtschaft mit lat. trīstis ‘finster gelaunt, traurig’ und ein zusammenfassender Ansatz ie. *treisti- oder *trīsti- ‘trotzig, finster gelaunt’. Dreistigkeit f. ‘Frechheit’ (Ende 16. Jh.), von mnd. drīstichēt. dummdreist Adj. ‘dumm und frech zugleich’ (Mitte 17. Jh.), von nd. dumm-drīste ‘kühn ohne Klugheit und Überlegung’, mnd. dumme dryste. erdreisten Vb. ‘(frech) anmaßen’ (16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.). dreist und seine Ableitungen und Zusammensetzungen werden wohl durch die Buchung bei Adelung (1774) im Hd. heimisch.

Thesaurus

Synonymgruppe
dreist · impertinent · penetrant · unverschämt · vorlaut · wüst  ●  dummdreist  ugs. · kackendreist  derb · kackfrech  derb · nassforsch  ugs. · rotzfrech  ugs.

Typische Verbindungen zu ›dummdreist‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dummdreist‹.

Verwendungsbeispiele für ›dummdreist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das war so dummdreist, daß es mir augenblicklich wieder leid tat, so eine durchschaubare List angewendet zu haben. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 324]
Bei Herrn Gysi wohl nicht zu vermuten, als dummdreiste Lüge erweist sich seine Erklärung auf jeden Fall. [Die Welt, 31.07.2002]
Und wie keiner dummdreist behauptet, er habe nur deren Trainer treffen wollen. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.1995]
Die Taktik ist verkaufstechnisch legitim – aber abgesehen davon eine dummdreiste Heuchelei. [Die Zeit, 08.04.1998, Nr. 16]
Denn zu entrüsteten Statements in der Presse führt vielleicht noch dummdreister Glatzen‑Trash. [Süddeutsche Zeitung, 10.10.1997]
Zitationshilfe
„dummdreist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dummdreist>.

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