dunstig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungduns-tig (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
trübe, voll Dunst
Beispiele:
die dunstige Atmosphäre, Luft, Nacht
ein dunstiges Flusstal
es ist heute dunstig (draußen)
Herbstlich ist nur, daß die Morgen dunstig sind [KlepperSchatten278]
2.
verräuchert, voll schlechter Luft
Beispiele:
eine dunstige Gaststube, Kneipe
im Wartesaal wurde es immer dunstiger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dunst · dunsten · dünsten · ausdunsten · verdunsten · dunstig · Dunstkreis · Vogeldunst
Dunst m. ‘Lufttrübung, Dampf, feiner Rauch’, ahd. thunst ‘Wind, Sturm’ (10. Jh.), mhd. dunst, tunst ‘Dampf, Dunst’, asächs. thunst ‘Dunst, Streif oder Strahl des Feuers’, mnl. donst ‘Staubmehl’ und mit n-Ausfall und Ersatzdehnung mnd. dūst, dust ‘Staub, Spreu, Hülse’, aengl. dūst ‘Staub’, engl. dust führen auf die s-Erweiterung ie. *dheus-, *dhū̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘blasen, wehen’ der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf (s. ↗Duft). Verwandt ist außergerm. aind. dhváṁsati ‘verfällt, geht zugrunde, zerfällt zu Staub’. Insgesamt weist die zugehörige Wortgruppe aind. dhva(ṁ)s- in ihren ältesten Belegen auf die Bedeutung ‘zerstäuben, verfinstern, rauchen’. dunsten, dünsten Vb. ‘Dunst ausströmen, dampfen, mit Dampf gar kochen’, mhd. dunsten, dünsten. ausdunsten, -dünsten Vb. ‘Dunst, Geruch ausscheiden’, mhd. ūʒdunsten ‘verdunsten’. verdunsten Vb. ‘sich in Dunst auflösen, gasförmig werden’ (17. Jh.); im 18. Jh. fallen ursprünglich geschiedenes intransitives verdunsten und transitives verdünsten zusammen. dunstig Adj. ‘trübe’, ahd. thunstīg ‘stürmisch’ (10. Jh.), mhd. dunstec ‘dampfend’. Dunstkreis m. ‘Lufthülle der Erde, Ausstrahlungsbereich, (geistige) Umgebung’, Übersetzung (17. Jh.) von ↗Atmosphäre (s. d.). Vogeldunst m. feinster Schrot zur Jagd auf kleine Vögel (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dunstig · ↗feucht · ↗feuchtkalt · kühl und feucht
Synonymgruppe
beschlagen · ↗dampfig · ↗diesig · dunstig · ↗feucht
Assoziationen
Synonymgruppe
diesig · dunstig · in Dunst gehüllt · ↗nebelig · ↗neblig · voller Nebel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Blau Ebene Ferne Himmel Horizont Landschaft Licht Luft Meer Morgen Nebel Schleier Wetter grau heiß trüb warm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dunstig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er liegt nicht nur unverschämt weit weg, er sieht auch ziemlich undramatisch aus - dunstig ummantelt wie ein unscharfes Foto.
Die Welt, 05.08.2000
Die Luft ist dunstig, das Gras feucht, ein modriger Geruch.
Die Zeit, 24.07.1995, Nr. 30
Durch das offene Fenster drang die feuchte, dunstige, regenschwere Luft.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9462
Um frische Luft in die dunstige Stube zu lassen, öffnete sie ein Fenster und stieß den Laden auf.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 260
Aus dem Garten des Auswärtigen Amtes dringt dunstig schlaffe Sommerluft in den Raum.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 149
Zitationshilfe
„dunstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dunstig>, abgerufen am 15.09.2019.

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