Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dunstig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung duns-tig
eWDG

Bedeutungen

1.
trübe, voll Dunst
Beispiele:
die dunstige Atmosphäre, Luft, Nacht
ein dunstiges Flusstal
es ist heute dunstig (draußen)
Herbstlich ist nur, daß die Morgen dunstig sind [ KlepperSchatten278]
2.
verräuchert, voll schlechter Luft
Beispiele:
eine dunstige Gaststube, Kneipe
im Wartesaal wurde es immer dunstiger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dunst · dunsten · dünsten · ausdunsten · verdunsten · dunstig · Dunstkreis · Vogeldunst
Dunst m. ‘Lufttrübung, Dampf, feiner Rauch’, ahd. thunst ‘Wind, Sturm’ (10. Jh.), mhd. dunst, tunst ‘Dampf, Dunst’, asächs. thunst ‘Dunst, Streif oder Strahl des Feuers’, mnl. donst ‘Staubmehl’ und mit n-Ausfall und Ersatzdehnung mnd. dūst, dust ‘Staub, Spreu, Hülse’, aengl. dūst ‘Staub’, engl. dust führen auf die s-Erweiterung ie. *dheus-, *dhū̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘blasen, wehen’ der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf (s. Duft). Verwandt ist außergerm. aind. dhváṁsati ‘verfällt, geht zugrunde, zerfällt zu Staub’. Insgesamt weist die zugehörige Wortgruppe aind. dhva(ṁ)s- in ihren ältesten Belegen auf die Bedeutung ‘zerstäuben, verfinstern, rauchen’. dunsten, dünsten Vb. ‘Dunst ausströmen, dampfen, mit Dampf gar kochen’, mhd. dunsten, dünsten. ausdunsten, -dünsten Vb. ‘Dunst, Geruch ausscheiden’, mhd. ūʒdunsten ‘verdunsten’. verdunsten Vb. ‘sich in Dunst auflösen, gasförmig werden’ (17. Jh.); im 18. Jh. fallen ursprünglich geschiedenes intransitives verdunsten und transitives verdünsten zusammen. dunstig Adj. ‘trübe’, ahd. thunstīg ‘stürmisch’ (10. Jh.), mhd. dunstec ‘dampfend’. Dunstkreis m. ‘Lufthülle der Erde, Ausstrahlungsbereich, (geistige) Umgebung’, Übersetzung (17. Jh.) von Atmosphäre (s. d.). Vogeldunst m. feinster Schrot zur Jagd auf kleine Vögel (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dunstig · feucht · feuchtkalt · kühl und feucht
Synonymgruppe
beschlagen · dampfig · diesig · dunstig · feucht
Synonymgruppe
diesig · dunstig · in Dunst gehüllt · nebelig · neblig · voller Nebel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dunstig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dunstig‹.

Verwendungsbeispiele für ›dunstig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Luft ist dunstig, das Gras feucht, ein modriger Geruch. [Die Zeit, 24.07.1995, Nr. 30]
Das Meer vor dem Fenster kräuselt sich in dunstigem Blaßblau wie wässerige Tinte. [Die Zeit, 21.09.1984, Nr. 39]
Der zweite Raum gleich rechts vom Eingang ist genauso dunstig. [Die Zeit, 09.10.1964, Nr. 41]
Er liegt nicht nur unverschämt weit weg, er sieht auch ziemlich undramatisch aus – dunstig ummantelt wie ein unscharfes Foto. [Die Welt, 05.08.2000]
Durch das offene Fenster drang die feuchte, dunstige, regenschwere Luft. [Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9462]
Zitationshilfe
„dunstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dunstig>.

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