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durchbrechen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung durch-bre-chen
Wortzerlegung durch- brechen1
Wortbildung  mit ›durchbrechen‹ als Erstglied: Durchbrechung  ·  mit ›durchbrechen‹ als Grundform: Durchbruch · durchbrochen
eWDG

Bedeutungen

I.
Grammatik: Präsens ‘bricht durch’, Präteritum ‘brach durch’, mit Hilfsverb ‘hat’/‘ist’, Partizip II ‘durchgebrochen’
1.
(etw.) in zwei Teile brechen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’/‘ist’
Beispiele:
einen Stab, die Latte durchbrechen
er brach die Zigarette durch und gab die Hälfte seinem Freund
das Brett brach durch, ist durchgebrochen, als er sich darauf setzte
2.
eine Öffnung durch etw. brechen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er lässt ein Fenster durchbrechen, damit mehr Licht einfällt
eine Verbindungstür durchbrechen
3.
hindurchbrechen, einsinken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
er ist (durch den schadhaften Fußboden) durchgebrochen
4.
sich gewaltsam durch ein Hindernis seinen Weg bahnen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die ersten Zähne des Kindes brechen durch (= kommen zum Vorschein)
die Panzer sind durchgebrochen
der Gegner ist an der vordersten Linie durchgebrochen
Sportder Mittelstürmer ist durchgebrochen, sein Angriff konnte aber abgewehrt werden
die Sonne bricht durch
übertragen zum Ausbruch kommen
Beispiele:
sein altes Wesen, seine wahre Natur brach durch
seine Angst, Verzweiflung brach durch
bricht … die ererbte Vitalität sieghaft durch [ St. ZweigBalzac28]
Unversehens brach das zurückgehaltene Schluchzen durch [ L. FrankMathilde5,39]
II.
Grammatik: Präsens ‘durchbricht’, Präteritum ‘durchbrach’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘durchbrochen’
1.
ein Hindernis gewaltsam überwinden
Beispiele:
die Menge durchbrach die Absperrkette, den Polizeikordon
die gegnerische Verteidigung, Front, Blockade durchbrechen
der Düsenjäger hat die Schallmauer durchbrochen
übertragen etw. übertreten
Beispiele:
das Gesetz, die Regel, einen Grundsatz durchbrechen
das Zeremoniell durchbrechen
2.
etw. mit Zwischenräumen versehen, durchlöchern
Beispiel:
das Erdgeschoß darunter wurde nur von runden Luken durchbrochen [ FlakeSchritt70]
Grammatik: meist im Partizip II
Beispiele:
durchbrochene Strümpfe, Handschuhe
sie trägt eine Bluse mit durchbrochenen Ärmeln

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich selbst) zerlegen · (sich) in seine Einzelteile auflösen · auseinanderbrechen · auseinanderfallen · durchbrechen · entzweibrechen · entzweigehen · in ... Teile zerbrechen · in Stücke brechen · in alle Einzelteile auseinanderfallen · in den Eimer gehen · in die Brüche gehen · in seine Einzelteile auseinanderfallen · in zwei Teile brechen · kaputtgehen · mitten durchbrechen · zerbröckeln · zerfetzt werden · zerstört werden  ●  (sich) in Wohlgefallen auflösen  ironisch · (die) Grätsche machen  ugs., salopp · aus dem Leim gehen  ugs. · auseinandergehen  ugs. · in Stücke gehen  ugs. · in die Binsen gehen  ugs.
Assoziationen
  • außer Betrieb · funktioniert nicht (mehr) · funktionsunfähig · funktionsuntüchtig · hat seine Funktion eingestellt · in die Brüche gegangen · läuft nicht · nicht funktionierend · nicht mehr benutzbar  ●  defekt  Hauptform · abgekackt  ugs. · fratze  ugs. · geht nicht (mehr)  ugs. · hin  ugs. · im Eimer  ugs. · kaputt  ugs. · verreckt  ugs.
  • (völlig) kaputt · entzwei · marode · nicht mehr zu gebrauchen · unbrauchbar · vernichtet · zerbrochen · zermahlen · zermalmt · zerstört · zertrümmert  ●  diffrakt  lat. · aus dem Leim gegangen  ugs. · auseinander  ugs. · geschrottet  ugs. · hin  ugs. · hinüber  ugs. · im Arsch  derb · im Eimer  ugs. · irreparabel  geh. · reif für den Sperrmüll  ugs. · reif für die Tonne  ugs. · rott  ugs., regional · schrottig  ugs. · völlig hinüber  ugs. · zu nichts mehr zu gebrauchen  ugs. · zuschanden  geh., veraltend

Typische Verbindungen zu ›durchbrechen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›durchbrechen‹.

Verwendungsbeispiele für ›durchbrechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch das leidige Problem der durchbrochenen Linien hat man ausgeräumt: hier ist endlich jede gewünschte Stärke einstellbar. [C't, 1992, Nr. 10]
Dieses wilde Tier bricht dann bei einem mit der Mutter besonders verbundenem Kind durch. [Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 123]
Die polnischen Gruppen hatten nach dem Norden des Lagers durchzubrechen. [Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 165]
Nirgends aber bricht es wieder sichtbarer durch als da, wo an der vordersten Front um die Welt gerungen wird. [Rendtorff, H.: Evangelisation und Volksmission. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 2713]
Wenn die Unternehmen nicht an ihm festhalten würden, wäre er längst durchbrochen. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Zitationshilfe
„durchbrechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/durchbrechen>.

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