durchweg

Grammatik Adverb
Aussprache ['dʊʁçvɛk]
Worttrennung durch-weg
Wortzerlegung durch2weg
eWDG, 1967

Bedeutung

gänzlich, ohne Ausnahme
Beispiele:
sein Haar war schon durchweg ergraut
die Stoffe seiner Erzählungen sind durchweg der Vergangenheit entlehnt
die Vegetation ist durchweg öde
sie sprechen durchweg mehrere Sprachen
sie sind durchweg alle davon betroffen
Dein Büropersonal ist ... auch nicht durchweg zuverlässig [ FalladaJeder stirbt164]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

durch · durchaus · durchweg · durcheinander
durch Präp. Adv. Ahd. thuruh ‘durch, wegen, über’ (8. Jh.), mhd. durch, dur, asächs. thurh, thuru, mnd. dȫr, dörch, aengl. þurh, engl. through, mnl. dōre, duere, nl. door, (mit Ablaut) aengl. þerh, got. þaírh (germ. *þurh- und *þerh-) führen mit den außergerm. Verwandten lat. trāns ‘hinüber, hindurch, über … hin, hinaus, jenseits’ (s. ↗trans-, ↗Tradition) und aind. tiráḥ ‘durch, über, abseits’ auf ie. *ter(ə)- ‘hinübergelangen, hindurchdringen, überqueren’, adverbial und präpositional ‘hindurch, über … weg’. Der gutturale Auslaut der germ. Formen vergleicht sich mit der suffixalen Verstärkung in aind. tiraścā́, awest. tarasča ‘durch … hin, über … hin’. Als Präposition wird durch räumlich im Sinne von ‘hinein und wieder hinaus’ (heute häufig ergänzt um hindurch) verwendet, kausal steht es für ‘wegen, auf Grund’ (beide Verwendungsweisen bereits ahd.), modal für ‘mittels, von’. Der adverbiale Gebrauch ‘vorbei’ (zeitlich) und ‘entzwei’ ist weitgehend umgangssprachlich. durch- bildet seit ahd. Zeit (trennbare oder untrennbare) Verbalkomposita, vgl. durchbrechen, -bringen, -gehen, -laufen, -stechen. durchaus Adv. anfangs räumlich ‘ganz hinaus, hindurch’ (14. bis 17. Jh.), dann ‘völlig, ganz und gar, unbedingt, überall, fortwährend’ (15. Jh.). durchweg Adv. ‘ganz hindurch’ (17. Jh.), dann ‘ohne Ausnahme’ (18. Jh.). durcheinander Adv. ‘miteinander, nebeneinander, vermischt’ (Anfang 15. Jh.), dann ‘ungeordnet, wirr, verwirrt’ (16. Jh.), Zusammenrückung von durch und ↗einander (s. d.); substantiviert Durcheinander n., älter auch m. ‘Chaos, Wirrwarr, Unordnung’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
absolut · durch und durch · durchweg · ganz und gar · ↗gänzlich · ↗hundertprozentig · in jeder Hinsicht · in vollem Umfang · ↗komplett · ↗richtig · ↗rundum · ↗rundweg · ↗total · ↗vollauf · ↗vollends · ↗vollkommen · ↗vollständig · ↗vollumfänglich · ↗völlig  ●  ↗durchwegs  österr., süddt. · ↗ganz (Gradadverb)  Hauptform · bis über beide Ohren  ugs., fig. · ↗herzlich  ugs., emotional · jeder Zoll ein / eine ...  ugs. · ↗mit Haut und Haaren  ugs., fig. · mit Herz und Seele  ugs. · sowas von  ugs., emotional · ↗voll  ugs., jugendsprachlich
Assoziationen
Synonymgruppe
aus einem Guss · ↗durchgehend · ↗durchgängig · durchweg · ↗einheitlich · ↗konsequent · ↗konsistent  ●  ↗durchwegs  österr., süddt.
Synonymgruppe
alle miteinander · alle, wie sie da sind · alle, wie sie da waren · ↗allesamt · ↗ausnahmslos · ↗durchgängig · durchweg · ↗einstimmig · ↗generell · ↗gesamt · ↗hundertprozentig · in Gänze · in jeder Richtung · ↗komplett · ohne Ausnahme · ↗pauschal · praktisch alle · ↗restlos · samt und sonders · ↗vollständig · ↗vollzählig  ●  ↗durchwegs  österr., süddt. · ↗durch die Bank  ugs. · in Bausch und Bogen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›durchweg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›durchweg‹.

Zitationshilfe
„durchweg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/durchweg>, abgerufen am 25.09.2020.

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